Johann Neuber

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Johann Neuber (* 22. Januar 1697 in Reinsdorf (Sachsen); † 1759 in Dresden) war der Ehemann der Theaterprinzipalin Friederike Caroline Neuber und Schauspieler wie sie.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1717 flohen Johann und Friederike, um Friederikes gewalttätigem Vater zu entkommen und schlossen sich der Spiegelberg’schen Theatertruppe an. 1718 heirateten die beiden im Braunschweiger Dom.

1725 übernahm das Ehepaar die Haack-Hoffmann’sche Truppe. 1727 richteten die Neubers das Theater über den Fleischbänken, im Haus Großer Blumberg am Brühl in Leipzig auf eigene Kosten ein. Als ihr sächsisches Komödiantenprivileg mit dem Tod Augusts des Starken 1733 erlosch, begann eine Übergangszeit, die nach mehreren Eingaben bei der Stadt zunächst mit der Spielerlaubnis am 20. Mai 1734 überstanden zu sein schien. Jedoch aus nicht geklärten Gründen machte Johann Neuber auf dem Leipziger Rathaus „in ehelicher Vormundschafft seines Eheweibes“ dieses Ergebnis zunichte, indem er gegen den Willen seiner Frau die Spielerlaubnis nach Endigung der Spielzeit an den Konkurrenten, Prinzipal und Hanswurst Joseph Ferdinand Müller abtrat.[2] Er unterschrieb einen Vergleich, der diesem das Theater in Leipzig für eine geringe Entschädigung überließ. Dies führte beinahe zum Ruin der Truppe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon. Band 2: Hurka – Pallenberg. Kleinmayr, Klagenfurt 1960.
  • Petra Oelker: Die Neuberin. Die Lebensgeschichte der ersten großen deutschen Schauspielerin (= Rororo. 23740). Neufassung. Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-23740-7.
  • Friedrich Joh. von Reden-Esbeck: Caroline Neuber und ihre Zeitgenossen. Ein Beitrag zur deutschen Kultur- und Theatergeschichte. Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1881, (Digitalisat).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Petra Oelker: Die Neuberin. 2004, S. 24 ff.
  2. Petra Oelker: Die Neuberin. 2004, S. 82–84, die das mit Urkunden aus Reden-Esbeck 1881 belegt.