Johannes Adam (Pfarrer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Johannes Adam (* vor 1591; † nach 1628) war ein deutscher Pfarrer. Er war reformierter Superintendent an der Bergstrasse und wirkte in Heppenheim. Adam stammte aus Rügenwalde in Pommern und wurde Pommeranus oder Pomer genannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Verwandter (Vater?) könnte der protestantische Pfarrer in Schlawin/Słowino gewesen sein: Thomas Adam (1590).

Vorher war Johannes Adam 1591–1595 am Reformierten Gymnasium Kreuznach tätig gewesen und wurde dann als Präzeptor an das Gymnasium nach Heidelberg berufen. Er heiratete am 16. Februar 1591 Sarah, die Tochter des berühmten Professors Lambertus Helmius Pithopoeus, die er nach seiner Immatrikulation 1587 in Heidelberg kennengelernt hatte.

Adam war Pfarrer an der Kirche St. Peter in Heppenheim vom 3. April 1601 bis 1628 und hatte drei Kinder.

Sein Bruder war wohl Jakob Adam, später reformierter Pfarrer in Danzig.

Am 16. Februar 1613 schrieb er ein Widmungsgedicht für ein Buch gegen Hexenprozesse. „Du lies ohne Sorge!“ empfahl der Heppenheimer Pfarrer Johannes Adam seiner Gemeinde das Buch von Anton Praetorius gegen Hexenprozesse. Dagegen erwähnte Pfarrer Reinhard Wolf aus dem Nachbarort Hemsbach in seiner Grabrede 1613 das Engagement von Praetorius gegen Hexenverfolgung überhaupt nicht.

Als katholische Truppen die Bergstraße eroberten und der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Johann Schweikhard von Kronberg das Amt Starkenburg 1622/23 erneut in Besitz nahm, führte dieser mit Hilfe des Burggrafen Gerhard von Waldenburg das katholische Bekenntnis wieder ein. Am 1. Juli 1624 wurde Superintendent Adam als Heppenheimer Pfarrer abgesetzt, blieb allerdings bis 1628 in Heppenheim wohnen. Der Burggraf verfasste über die Amtsenthebung von Adam einen Brief.

Als der evangelische König Gustav II. Adolf 1630 die Bergstraße eroberte, konnten noch einmal reformierte Pfarrer bis 1634 nach Heppenheim zurückkehren. Danach setzte der Mainzer Kurfürst seine Rekatholisierungspolitik durch. Evangelische Taufen und Gottesdienste wurden verboten.

Adam gab 1619–1627 u. a. Psalmstudien von Abraham Scultetus heraus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Zimmermann: Das sogenannte „Rote Buch“. Ein kurpfälzisches Pfarrer- und Lehrerverzeichnis aus dem Ausgang des XVI. Jahrhunderts (1585–1621). bearbeitet von Julius Zimmermann, S. 136 f.
  • Wilhelm Diehl: Der Untergang der alten reformierten Gemeinden im Pfälzer Amt Starkenburg an der Bergstraße 1623–1650. Hirschhorn a.N. 1904, S. 12 ff
  • Dirk Römer: Reformatorische Predigt unterhalb der Starkenburg. Einblicke in 450 Jahre evangelischer Christen in Heppenheim. 2006. Sonderdruck aus: 1250 Jahre Heppenheim; hrsg. vom Verkehrs- und Heimatverein Heppenheim e.V.; ISBN 3-00-016093-0; S. 5 ff.
  • Hegeler, Hartmut: Anton Praetorius, Kämpfer gegen Hexenprozesse und Folter. Unna 2002, S. 47
  • Hartmut Hegeler: Hexenbuhle, Das Geheimnis um Anton Praetorius. Unna 2004, S. 31–34
  • Hartmut Hegeler: Johannes Adam (Pfarrer). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 29, Bautz, Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6, Sp. 18–19.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]