Judo-Bundesliga

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Judo-Bundesliga
Voller Name Deutsche Judo-Bundesliga
Aktuelle Saison Judo-Bundesliga 2017
Sportart Judo
Abkürzung JBL
Verband Deutscher Judo-Bund
Ligagründung 1956
Mannschaften 12
Land/Länder DeutschlandDeutschland Deutschland
Titelträger Hamburger Judo-Team
Rekordmeister TSV Abensberg (20)
Website www.deutsche-judo-bundesliga.de
Qualifikation zu European Club Championships
↓ 2. Judo-Bundesliga

Die Judo-Bundesliga ist die höchste Liga für Judo-Mannschaften in Deutschland. Sie wird vom Deutschen Judo-Bund ausgerichtet und ermittelt den deutschen Mannschaftsmeister.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesliga ist in Nord- und Südgruppe geteilt, der bei den Männern (seit 2012) und Frauen (seit 2014) jeweils sechs Vereine angehören.

Bei den Männern qualifizieren sich zunächst die vier besten Mannschaften jeder Gruppe für das Viertelfinale, in dem im K.-o.-System mit Hin- und Rückkampf die vier Teilnehmer der Finalrunde ermittelt werden. Die Finalrunde der 4 letzten Mannschaften wird dann, ähnlich dem Final Four in anderen Sportarten, jedoch an nur einem Tag, ausgekämpft. Bei den Frauen qualifizieren sich automatisch die besten drei Vereine der Gruppe Nord und die besten drei Vereine der Gruppe Süd für die Finalrunde, welche in geraden Jahren vom Erstplatzierten der Gruppe Süd und in ungeraden Jahren vom Erstplatzierten der Gruppe Nord ausgerichtet wird. In dieser Finalrunde sind die beiden erstplatzierten Mannschaften aus Nord- und Südstaffel für das Halbfinale gesetzt, die jeweils Zweit- und Drittplatzierten der Staffeln kämpfen im K.o.-Modus gegeneinander und ermitteln so die Halbfinalgegner, welche danach ebenfalls ausgetragen werden.

Der Deutsche Meister sowie die Zweit- und Drittplatzierten haben das Recht Deutschland im Europapokal der Landesmeister zu vertreten, welcher von der Europäischen Judo Union seit 2010 zur offiziellen Europameisterschaft für Clubs erhoben wurde.

Die zwei jeweils letztplatzierten Mannschaften der Bundesliga Nord und Süd der Männer kämpfen in einer Relegationsrunde mit Hin- und Rückkampf um den Klassenerhalt. Bei den Frauen steigt die letztplatzierte Mannschaft direkt in die 2. Judo-Bundesliga ab.

Reform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 wurde die Judobundesliga der Männer einer Reform unterworfen, bei der das bis 2011 als K.-o.-Runde ausgeführte Viertelfinale mit Hin- und Rückkampf ausgetragen wird. Die vier verbleibenden Teams kämpfen dann wie bisher an einem Tag und an einem Ort um den Titel des Deutschen Meisters. Ebenfalls 2012 wurde auch die Gruppe Nord und Süd von bisher jeweils acht auf sechs Mannschaften reduziert. Bei den Frauen erfolgte die Reduzierung von zuvor neun auf nun sechs Mannschaften 2014. Gleichzeitig wurde auch das bisherige Kampfsystem, bei dem drei Mannschaften je eine Runde gegeneinander kämpfen, durch das bereits bei den Männern übliche System mit Hin- und Rückkampf von zwei Mannschaften ersetzt.

Orte der Bundesligavereine der Männer 2017

Teams – Herren 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordstaffel Südstaffel
Platz Verein Platz Verein
1. Hamburger JT 1. KSV Esslingen
2. UJKC Potsdam 2. JC Leipzig
3. SUA Witten 3. TSV Großhadern
4. Judo in Holle 4. JC Rüsselsheim
5. JC 66 Bottrop 5. JC Ettlingen
6. KSC Asahi Spremberg (Aufsteiger) 6. TSV Abensberg (Aufsteiger)
Orte der Bundesligavereine der Frauen 2017

Teams – Damen 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordstaffel Südstaffel
Platz Verein Platz Verein
1. 1. JC Mönchengladbach 1. TSG Backnang
2. SUA Witten 2. JSV Speyer
3. JC 66 Bottrop 3. TSV Großhadern
4. Stella Bevergern 4. JC Wiesbaden
5. Brander TV (Aufsteiger) 5. BC Karlsruhe (Aufsteiger)
6. MTV Vorsfelde (Aufsteiger)* 6. KSV Esslingen (Aufsteiger)*

* durch den Rückzug der Mannschaft des DJK Adler Bottrop in Nordstaffel und der Mannschaft des JC Leipzig in der Südstaffel, gab es in dieser Saison je 2 Aufsteiger.

Kampfmodus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Bundesligakampf wird in zwei Durchgängen ausgetragen. Dabei werden die Einzelkämpfe der 7 verschiedenen Gewichtsklassen (bei den Männern: -60 kg, -66 kg, -73 kg, -81 kg, -90 kg, -100 kg und +100 kg; bei den Frauen: -48 kg, -52 kg, -57 kg, -63 kg, -70 kg, -78 kg und +78 kg) nacheinander ausgetragen, wobei die Reihenfolge der Gewichtsklassen immer kurz vor dem Kampfbeginn ausgelost wird. Im zweiten Durchgang muss jedes Team mindestens drei Kämpfer auswechseln, so dass drei Sportler kämpfen, welche im ersten Durchgang nicht beteiligt waren (bei den Frauen nur zwei).

Für jeden gewonnenen Einzelkampf gibt es einen Punkt in die Mannschaftswertung, d. h. ein Team kann maximal 14 Punkte pro Mannschaftskampf erzielen. Bei einem Unentschieden bekommt keine Mannschaft einen Punkt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erfolgreichste Verein in der Geschichte der Judo-Bundesliga der Männer ist der TSV Abensberg, der seit 1991 20-mal Deutscher Meister werden konnte, 22 Jahre ununterbrochen in der Finalrunde stand und siebenmal den Europapokal der Landesmeister nach Deutschland holte und wegen der Professionalität seiner Mannschaft auch als der FC Bayern München des Judo bezeichnet wird.[1] Vor der Saison 2015 entschied sich der Verein überraschend für einen Rückzug aus der 1. Judo-Bundesliga und startete in der Regionalliga Süd.[2] Dies geschah, um eine optimale Vorbereitung seiner Spitzenkämpfer auf die Olympischen Spiele 2016 zu gewährleisten. Daher ist das Ziel des TSV Abensberg im Jahr 2017 wieder um den Bundesligatitel zu kämpfen.[2]

Der VfL Wolfsburg, der von 1972 bis 1990 elfmal Deutscher Meister werden konnte und dreimal den Europapokal der Landesmeister nach Deutschland holte, wurde vom TSV Abensberg abgelöst. Der VFL Wolfsburg ist heute nicht mehr in der Bundesliga vertreten. Ebenfalls 11 Meistertitel kann der TSV München Großhadern in der ewigen Bestenliste aufweisen. Der Münchner Vorortverein holte zuletzt im Oktober 2015 den Titel des deutschen Mannschaftsmeisters.[3] Aktueller Titelträger ist das Hamburger Judo Team, welches 2016 erstmals die Meisterschaft gewinnen konnte. [4] Bemerkenswert ist, dass von 2011 bis 2015 der Vizemeister stets der KSV Esslingen war.

Bei den Frauen sind die Crocodiles Osnabrück Rekordmeister mit 6 gewonnenen Titeln. Diese Erfolge stammen jedoch bereits aus den Jahren 1992–2000 und heute ist der Verein nicht mehr in der Bundesliga vertreten. Mit jeweils 4 Titeln folgen die Mannschaften der PSG Dynamo Brandenburg und des JC Leipzig. Auch diese beiden Teams verzichteten in den letzten Jahren auf ihr Startrecht und schieden aus der Bundesliga aus (Brandenburg 2016 und Leipzig 2017). Aktueller Titelträger ist der TSV Großhadern (2016), welcher im Finale den Vorjahressieger JSV Speyer mit 8:6 bezwingen konnte.

Die Deutschen Meister der Judo-Bundesliga der Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Deutscher Meister Vizemeister
2016 Hamburger JT TSV Großhadern
2015 TSV Großhadern KSV Esslingen
2014 TSV Abensberg KSV Esslingen
2013 TSV Abensberg KSV Esslingen
2012 TSV Abensberg KSV Esslingen
2011 TSV Abensberg KSV Esslingen
2010 TSV Abensberg JC Leipzig
2009 TSV Abensberg Hamburger JT
2008 TSV Abensberg TSV Großhadern
2007 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder)
2006 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder)
2005 TSV Abensberg
2004 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder)
2003 TSV Abensberg
2002 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder)
2001 TSV Großhadern
2000 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder)
1999 JC 90 Frankfurt (Oder) TSV Abensberg
1998 JC 90 Frankfurt (Oder)
1997 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder)
1996 TSV Abensberg
1995 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder)
1994 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder)
1993 TSV Abensberg
1992 JC 90 Frankfurt (Oder) TSV Abensberg
1991 TSV Abensberg
1990 VfL Wolfsburg
1989 VfL Wolfsburg
1988 TSV Großhadern
1987 VfL Wolfsburg
1986 VfL Wolfsburg
1985 TSV Großhadern
1984 TSV Großhadern
1983 TSV Großhadern
1982 JC Rüsselsheim
1981 TSV Großhadern
1980 TSV Großhadern
1979 VfL Wolfsburg
1978 VfL Wolfsburg
1977 JC Rüsselsheim
1976 VfL Wolfsburg
1975 VfL Wolfsburg
1974 VfL Wolfsburg
1973 VfL Wolfsburg
1972 TSV Großhadern
1971 TSV Großhadern
1970 TSV Großhadern
1969 Post SV Düsseldorf
1968 TSV Großhadern
1967 Polizei-SV Hannover
1966 Post SV Düsseldorf
1965 Post SV Düsseldorf
1964 Polizei-SV Berlin
1963 Polizei-SV Hannover
1962 Polizei-SV Berlin
1961 1. DJC Frankfurt/Main
1960 1. DJC Frankfurt/Main
1959 SWW Hamborn
1958 Polizei-SV Berlin
1957 SWW Hamborn
1956 VfL Berlin Tegel

Die Deutschen Meister der Judo-Bundesliga der Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Deutscher Meister Vizemeister
2016 TSV Großhadern JSV Speyer
2015 JSV Speyer TSG Backnang
2014 TSV Großhadern JSV Speyer
2013 JC Leipzig PSG Dynamo Brandenburg Mitte
2012 JC Leipzig TSV Großhadern
2011 PSG Dynamo Brandenburg Mitte JSV Speyer
2010 JC Leipzig Kim-Chi Wiesbaden
2009 PSG Dynamo Brandenburg Mitte UJKC Potsdam
2008 UJKC Potsdam JC Leipzig
2007 UJKC Potsdam PSG Dynamo Brandenburg Mitte
2006 PSG Dynamo Brandenburg Mitte UJKC Potsdam
2005 UJKC Potsdam KSV Esslingen
2004 JC Leipzig PSG Dynamo Brandenburg Mitte
2003 JC Rüsselsheim UJKC Potsdam
2002 ASG Elsdorf JC Rüsselsheim
2001 ASG Elsdorf JC Rüsselsheim
2000 Crocodiles Osnabrück
1999 PSG Dynamo Brandenburg Mitte VfL Sindelfingen
1998 ASG Elsdorf
1997 JC Saar
1996 Crocodiles Osnabrück
1995 Crocodiles Osnabrück
1994 Crocodiles Osnabrück
1993 Crocodiles Osnabrück
1992 Crocodiles Osnabrück
1991 TSV Bayer Leverkusen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abensbergs Judoka für Sportler-Wahl nominiert. In: Mittelbayerische Zeitung vom 16. Februar 2012
  2. a b dpa-Newskanal: TSV Abensberg zieht sich aus Judo-Bundesliga zurück. In: sueddeutsche.de. 20. Januar 2015, abgerufen am 12. Oktober 2015.
  3. Erik Gruhn: TSV Großhadern meldet sich zurück – elfter DM-Titel. In: judobund.de. 10. Oktober 2015, abgerufen am 12. Oktober 2015.
  4. sid: Hamburger Judo Team erstmals deutscher Meister. In: focus.de. 29. Oktober 2016, abgerufen am 2016-21-11.