Jugend und Sport

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«Jugend+Sport» [1] ist ein Sportförderprogramm für Kinder und Jugendliche. Zu diesem Zweck unterstützt der Bund die Organisatoren von Sportkursen und Lagern mit Beiträgen, sofern diese die rechtlichen Voraussetzungen von J+S erfüllen. Der Bund trägt die Programmverantwortung und arbeitet im Rahmen des Vollzugs mit den Kantonen zusammen. Nach Massgabe der gesetzlichen Vorgaben werden jährlich über 70‘000 Kurse und Lager mit Bundesbeiträgen unterstützt (Stand 2016).

Die Aus- und Weiterbildung von J+S-Leiterpersonen ist ein zentrales Programmziel, an dessen Umsetzung die nationalen Sportverbände mitwirken. Das Bundesamt für Sport BASPO legt für jede J+S-Sportart die Ausbildungsstrukturen fest, konzipiert die didaktischen Grundlagen und formuliert Grundsätze in den Bereichen Sicherheit, Prävention und Integration. In diesem Zusammenhang entwickelt das BASPO die erforderlichen Lehr- und Lernmittel. Auf diese Weise wird eine qualitativ hochstehende, harmonisierte Aus- und Weiterbildung sichergestellt. Jedes Jahr besuchen über 75‘000 Leiter sowie rund 3‘500 Experten die Ausbildungskurse und Weiterbildungsmodule in J+S.

Leitende haben bis zum 30. Lebensjahr gesetzlichen Anspruch auf bis zu einer Arbeitswoche unbezahlten Urlaub für "unentgeltliche leitende, betreuende oder beratende Tätigkeit im Rahmen ausserschulischer Jugendarbeit" (Obligationenrecht Schweiz). Dieser Jugendurlaub gilt auch für Jugendarbeit ausserhalb J+S.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

J+S ist die Nachfolgeorganisation des Militärischen Vorrunterrichts. Der Aufbau begann 1971, nach der Genehmigung des Verfassungsartikels über Turnen und Sport durch das Schweizervolk. Waren die Angebote des Vorunterricht auf ab 16-jährige jugendliche Männer zur körperlichen Ertüchtigung und Vorbereitung auf den Militärdienst zugeschnitten, durften bei J+S Jungen und Mädchen ab 14 Jahren teilnehmen. Das Mindestalter wurde in mehreren Stufen bis auf 10 Jahre herabgesetzt, so dass heute alle Schulen die Angebote nutzen können. Im Zusammenhang mit zunehmendem Übergewicht von Kindern wurden die Leistungen 2009 auch auf Vorschulkinder ab 5 Jahren ausgedehnt: mit dem Programm J+S-Kids (heute J+S-Kindersport). So können heute die meisten Schweizer Schulen und Vereine die J+S-Leistungen nutzen. Der Bund unterstützt sportliche Tätigkeiten durch J+S-Angebote in rund 70 Sportarten mit einem Aufwand von über 60 Mio. Franken.

Ziele von J+S[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Sport verfolgt folgende Ziele[2]: J+S

  1. gestaltet und fördert kinder- und jugendgerechten Sport und berücksichtigt dabei die Grundsätze der Fairness und der Sicherheit
  2. ermöglicht Jugendlichen und Kindern, Sport ganzheitlich zu erleben und mitzugestalten, und fördert ihre Einbettung in eine Sportgemeinschaft
  3. unterstützt unter pädagogischen, sozialen und gesundheitlichen Gesichtspunkten die Entwicklung und Entfaltung junger Menschen
  4. fördert die langfristige, hochstehende und leistungsorientierte Ausbildung von talentierten Nachwuchsathleten
  5. bereitet Sportleiter mit einer spezifischen Ausbildung auf ihre Aufgaben als J+S-Kader (Leiter, Experten, Coaches) vor, bildet sie bedürfnisgerecht weiter und begleitet sie in der Ausübung ihrer J+S-Kaderfunktion

Altersgerechter Sport trägt zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bei und bildet die Basis für lebenslanges Sporttreiben. Für J+S ist es zentral, dass Kinder und Jugendliche Freude an Sport und Bewegung entwickeln und schrittweise auf allen Stufen Mitverantwortung übernehmen können. Die ideale Entwicklung führt vom aktiven Kind resp. Jugendlichen zur engagierten J+S-Leiterperson und von der erfahrenen J+S-Leiterperson zum unterstützenden J+S-Coach oder zur J+S-Expertin, welche selber angehende Leitende aus- und weiterbildet.

Das Bundesamt für Sport (BASPO) kann zum Zweck der sozialen Integration, der Geschlechtergleichstellung, der Gesundheitsförderung oder der Promotion von J+S Massnahmen zur verstärkten Förderung von einzelnen J+S-Sportarten oder von J+S insgesamt bei bestimmten Gruppen von Kindern und Jugendlichen treffen.

Zahlen 2016[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rund 70 Sportarten und Disziplinen
  • Jährlich über 70'000 Kurse und -Lager mit 984'000 Teilnahmen von 596'000 Teilnehmenden (Einige der 204'000 Kinder und 392'000 Jugendlichem haben an mehreren Kursen und/oder Lagern teilgenommen)
  • Mehr als 75'000 tätige Leiter
  • Über 9'000 aktive Coaches
  • Fast 3'500 aktive Experten
  • Rund 3'500 Aus- und Weiterbildungsmodule pro Jahr

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lutz Eichenberger: Die Eidgenössische Sportschule Magglingen 1944–1994: 50 Jahre im Dienst der Sportförderung. Eidgenössische Sportschule, Magglingen 1994.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Startseite. Abgerufen am 10. August 2017.
  2. Bundeskanzlei - P: SR 415.01 Verordnung vom 23. Mai 2012 über die Förderung von Sport und Bewegung (Sportförderungsverordnung, SpoFöV). Abgerufen am 10. August 2017.
  3. J+S auf einen Blick. Abgerufen am 10. August 2017.