Kahlgrundbahn

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Kahl (Main)–Schöllkrippen
Blick vom Bahnhof Strötzbach in Richtung Kahl
Blick vom Bahnhof Strötzbach in Richtung Kahl
Streckennummer:9361
Kursbuchstrecke (DB):642
Streckenlänge:23,1 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 12 
Minimaler Radius:117 m
Höchstgeschwindigkeit:80 km/h
Zweigleisigkeit:nein
Strecke – geradeaus
Main-Spessart-Bahn von Hanau Hbf
Bahnhof, Station
0,0 Kahl (Main)
   
Main-Spessart-Bahn nach Würzburg Hbf
Haltepunkt, Haltestelle
1,1 Kahl Kopp/Heide
   
2,5 Alzenau Forelle/Giesbert
   
3,8 Alzenau Industriestraße
Haltepunkt, Haltestelle
4,0 Alzenau Nord
   
4,6 Alzenau Mahle
Bahnhof, Station
5,0 Alzenau (Unterfr)
Haltepunkt, Haltestelle
5,7 Alzenau Burg
Haltepunkt, Haltestelle
7,0 Kälberau
Bahnhof, Station
8,5 Michelbach (Unterfr)
Haltepunkt, Haltestelle
9,7 Michelbach (Unterfr) Herrnmühle
   
10,5 Hahnenkamm-Dörsthof
Haltepunkt, Haltestelle
12,4 Niedersteinbach
Bahnhof, Station
13,5 Mömbris-Strötzbach
Haltepunkt, Haltestelle
14,8 Mömbris-Mensengesäß
Haltepunkt, Haltestelle
17,0 Schimborn
Haltepunkt, Haltestelle
18,5 Königshofen (Kahl)
Haltepunkt, Haltestelle
20,5 Blankenbach
   
Langenborn
Kopfbahnhof – Streckenende
23,0 Schöllkrippen 203 m

Die Kahlgrundbahn ist eine 23 Kilometer lange Nebenbahn im nordwestlichen Unterfranken von Kahl am Main an der Main-Spessart-Bahn nach Schöllkrippen, die überwiegend im Kahlgrund verläuft. Im Volksmund wird sie Bembel genannt. Sie wurde maßgeblich von Valentin Kihn, dem Vater des Karl Kihn, Arzt von Großauheim initiiert.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich begannen die Züge der Kahlgrundbahn erst in Kahl am Main, seit 1997 werden jedoch fast alle Züge von und nach Schöllkrippen zum Hanauer Hauptbahnhof durchgebunden, wo mittels RE 50 (von Fulda) und RE 55 (von Würzburg) ein direkter Anschluss nach Frankfurt am Main besteht. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund, in dessen Tarifgebiet die Züge bis zum Bahnhof Großkrotzenburg verkehren, führt die Kahlgrundbahn in seinen Fahrplänen als Linie 56.

Die Züge verkehren im Stundentakt, samstags ab 15:00 Uhr und sonntags wird alle zwei Stunden gefahren. Die erste Wagenklasse wird nicht angeboten. Um dem regen Schülerverkehr aus dem Kahlgrund an die weiterführenden Schulen in Alzenau gerecht zu werden, fährt morgens an Schultagen ein Verstärkerzug von Schöllkrippen nach Kahl. Seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2005 wurde der Verkehr ausschließlich von der Hessischen Landesbahn (HLB) durchgeführt, die nach einer von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund durchgeführten Ausschreibung im Jahr 2003 den Auftrag zur Bedienung der Kahlgrundbahn für die nächsten zehn Jahre erhalten hatte. Die HLB beschaffte für die Bedienung der Strecke sechs neue Dieseltriebwagen des Typs Siemens Desiro Classic, die in der Werkstatt der HLB-Niederlassung Butzbach gewartet wurden. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 übernahm die DB RegioNetz (Westfrankenbahn) bis Dezember 2027 den Zugverkehr auf der Strecke mit dem HLB-baugleichen Fahrzeugtyp Desiro.[1]

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. März 2006 verunglückte in Blankenbach eine 79 Jahre alte Radfahrerin an einem nicht-technisch gesicherten Bahnübergang.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausfahrsignal im Bahnhof Michelbach

Die Infrastruktur (Gleise, Bahnhöfe) der Kahlgrundbahn gehört der in Schöllkrippen ansässigen Kahlgrund Verkehrs-GmbH (KVG), die bis zum Dezember 2005 auch den Bahnbetrieb durchgeführt hat. Die KVG wurde 1952 als Auffanggesellschaft der in Konkurs geratenen Kahlgrund-Eisenbahn AG (KEAG) gegründet und führt seit dem Verlust ihres SPNV-Auftrags nur noch Omnibusverkehr in der Region durch. In Schöllkrippen besteht eine Schienenfahrzeugwerkstatt, die an die Westfrankenbahn verpachtet ist.

Die KVG hat 1997 mit einer umfassenden Attraktivitätssteigerung ihrer Stammstrecke begonnen. So wurden der Fahrweg erneuert und zwischen Alzenau Nord und Kahl Kopp/Heide die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h erhöht. Die Bahnhöfe und Haltepunkte wurden modernisiert und behindertengerecht ausgestattet sowie viele Bahnübergänge technisch gesichert. Die Zwischenbahnhöfe sind mit Rückfallweichen sowie speziellen Lichtsignalen einer Sonderbauart von ADtranz versehen, die normale Begriffe des H/V-Signalsystems zeigen.

Weiterhin wurden an den Stationen elektronische Fahrgastinformationssysteme installiert, sodass die Kahlgrundbahn über eine gut ausgebaute Infrastruktur verfügt. Bei 15 bedienten Stationen auf 23 Kilometern liegt der durchschnittliche Haltestellenabstand bei rund 1,6 Kilometern. Die Fahrtzeit für die circa 30 Kilometer von Schöllkrippen nach Hanau beträgt circa 50 Minuten, was einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 36 km/h entspricht.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verstärkerzüge für den Berufsverkehr und vor allem eine Durchbindung nach Frankfurt – wie auch bei Stockheimer Lieschen oder Taunusbahn – wurden immer wieder in der lokalen Presse diskutiert, bis heute aber nicht verwirklicht. Ein Mitarbeiter der Bayerischen Eisenbahngesellschaft in München bezeichnete die Triebwagen der Kahlgrundbahn in diesem Zusammenhang als „Keksdosen“,[2] die auf einer der am stärksten belasteten Hauptstrecken Deutschlands nichts zu suchen haben. Das Betriebskonzept stagniert auch deswegen seit der 1997 erfolgten Durchbindung nach Hanau Hauptbahnhof.

Ebenso gibt es seit einigen Jahren das Bestreben durch Landkreis sowie den Nahverkehrsbeauftragten, die Zahl der ungesicherten Bahnübergänge zu minimieren. Diese stehen einer Beschleunigung der Strecke im Weg. So mussten unter anderem an der Flederichsmühle (Fahrtrichtung Schöllkrippen) und in Niedersteinbach Langsamfahrstellen eingerichtet werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kahlgrundbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bekanntmachung vergebener Aufträge. ted.europa.eu. Abgerufen am 2. April 2016.
  2. Kein Halt mehr an der Waldstadt. (JavaScript erforderlich) Abgerufen am 3. September 2016.