Kainiten

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Als Kainiten bezeichnet man die Anhänger einer gnostischen Sekte des 2. und 3. Jahrhunderts.

Die Kainiten verehrten die alttestamentlichen Sünder, wie Kain, Esau, Korach und die Sodomiter, von denen sie glaubten, dass sie gegenüber Abel, Henoch, Abraham und Mose die vollkommenere Erkenntnis besessen hätten. Anders als in den neutestamentlichen Evangelien sahen sie auch in Judas Iskariot nicht den verachteten Verräter, sondern denjenigen Jünger, der als einziger die Wahrheit erkannt habe (vergleiche: Judasevangelium).

Die wichtigste Überlieferung zur Sekte der Kainiten ist der Panarion (Widerlegung aller Ketzereien) des Epiphanius, Bischof von Salamis († 403). Irenäus von Lyon erwähnt sie in seinem Werk adversus haereses (Gegen die Häresien). Tertullian setzt sich in seiner Schrift de baptismo (Von der Taufe) mit ihrer Ablehnung der christlichen Taufe auseinander.

Erwähnt werden sie in der Literatur beispielsweise in Hermann Hesses Demian. Die Auffassung der Kainiten über die Erzählung von Kain und Abel wird dort im zweiten Kapitel beschrieben.

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