Kaltfront (Band)

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Kaltfront
Kaltfront Dresden.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Punk
Gründung 1986, 2005
Auflösung 1990
Website www.kaltfront-dresden.de
Gründungsmitglieder
Kanne (1986–1987, 1989)
Gesang, Gitarre
Jens Dittschlag (J. Blitz Gouthier)
Jörg Löffler (Sonic Jörg)
Donald Schönfelder (1986–1988)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Tom Wittig (1987–1988, seit 2005)
Gitarre
Willi Löffler (seit 2012)
Bass
Sonic Jörg (seit 1986)
Schlagzeug
Steffen Thiede (seit 2016)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Raoul Schweder (Raul O’Connor) (1989–1990)
Schlagzeug
Tom Gross (Tom Tall) (1989)
Wolfgang Schröder (1989–1990)
Micha Schröter (2005–2015)
Olli Kunze (2015-2016)
Gastmitglieder
Gesang
R.J.K.K. Hänsch (1989)

Kaltfront ist eine Punkband aus Dresden, die von 1986 bis 1990 existierte und deren Mitglieder seit 2005 wieder gemeinsam auftreten.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986 bis 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaltfront ging aus den Punkbands Paranoia und Suizid hervor. Zum ersten Line-up gehörten J. Blitz Gouthier (ex-Suizid, Gitarre) und Sonic Jörg (ex-Paranoia, Bass). Unterstützt wurden die beiden durch Donald Schönfelder (Schlagzeug) und Kanne am Gesang. Das erste Demo Zieh dich warm an wurde im Januar 1987 bei Andeck Baumgärtel unter „studioähnlichen Bedingungen“[1] aufgenommen und über den Tapetrading-Markt veröffentlicht. Gleichzeitig erhielt die Band ihre Spielerlaubnis und durfte vor allem in FDJ-Klubs auftreten.[2] Tom Wittig übernahm den Gesang, da Kanne zur NVA eingezogen wurde.[3] Am Vom 2. bis 6. Juni 1987 trat die Gruppe bei der „Werkstattwoche der Amateurtanzformationen des Bezirkes Dresden“ in Görlitz auf und wurde dort als „beste teilnehmende Band“ ausgezeichnet. Sie erhielten dafür 500 Mark.[2] Um diese Zeit lernten Kaltfront auch Lutz Schramm von der Radiosendung „Parocktikum“ kennen, der verschiedene Aufnahmen der Gruppe in seiner Sendung auf DT 64 vorstellte.[2] Im Februar 1988 erschien das Holiday im Niemandsland-Tape. Aufgenommen wurde es im Proberaum der Metal-Band STM („St. Metal“). 1989 folgte das Tape 5 Männer in der Stadt, wieder mit Kanne am Gesang. Gegen Ende des Jahres gingen Drummer Tom Tall und Sänger Kanne in den Westen. Mit Gastmusikern erschien Anfang 1990 das Kaltfront-Mini-Tape. Die Gruppe spielte noch im selben Jahr als Vorband für Die Toten Hosen ihre Abschiedsshow.[4]

Reunion 2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 fand die Band anlässlich eines Gigs der Band Bottles, die eine CD mit Kaltfront-Coverversionen veröffentlicht haben, wieder zusammen. Da Donald Schönfelder, der Original-Schlagzeuger, keinen Kontakt mehr zu den Mitgliedern der Gruppe hatte, wurde mit Micha ein neuer Schlagzeuger in die Band aufgenommen. Den Gesang übernahm wie 1988 Tom Wittig. Das offizielle Reunionskonzert fand dann im Kurländer Palais statt. Die Gruppe begann auch neue Stücke zu schreiben, die auf ihrer Myspace-Seite veröffentlicht wurden. Über Rundling Rec. erschienen eine Live-LP und -CD und eine Kompilation-LP (CD-Wiederveröffentlichung über Teenage Rebel Records) der Gruppe. Kaltfront verstehen sich nicht als Ostalgie-Band, sondern versuchen als aktuelle Band aufzutreten. 2008 beteiligte sich Kaltfront an dem Theaterstück Medea nach Heiner Müller unter der Regie von Manja von Wildenhain.[4] Ende 2011 erschien mit Zwischen allen Fronten ein neues Album.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kassetten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986: Live in Lugau 1986 (Heimat Kassetten)
  • 1987: Zieh dich warm an (Zieh Dich Warm An Tapes)
  • 1988: Holiday im Niemandsland (Zieh Dich Warm An Tapes)
  • 1988: The early Tapes (Zieh Dich Warm An Tapes)
  • 1988: We're the thirsty Animals (Zieh Dich Warm An Tapes)
  • 1988: A Friday Night in San Francisco (Live in Cottbus, Zieh Dich Warm An Tapes)
  • 1989: Fünf Männer in der Stadt (Zieh Dich Warm An Tapes)
  • 1990: The Kaltfront Mini Tape (Zieh Dich Warm An Tapes)
  • 1990: Von hier bis zur Ewigkeit (Live, Zieh Dich Warm An Tapes)
  • 1990: Sicher gibt es bessere Bands, doch diese war die unsere (Best of, Zieh Dich Warm An Tapes)
  • 1991: Kaltfront (Best of 1987/1988, Blue Mask)

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000: Live ’88 LP (Rundling Records/Eastcore.de)
  • 2006: Zieh dich warm an LP (Rundling Records/Major Label/Eastcore.de)
  • 2008: Zieh dich warm an CD-Reissue (Teenage Rebel Records)
  • 2010: Live ’88 CD-Reissue (Rundling Records)
  • 2011: Zwischen allen Fronten CD/LP (Rundling Records/East Side Records)
  • 2015: Holiday im Niemandsland LP (Rundling Records)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaltfront – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kaltfront (Hrsg.): Booklet des Albums Zieh dich warm an (CD-Version). Teenage Rebel Records, 2008.
  2. a b c Ronald Reagan: Im Tal der Ahnungslosen: Untergrund in Dresden. In: Ronald Galenza und Heinz Havemeister (Hrsg.): „Wir wollen immer artig sein …“ Punk, New Wave, Hiphop und Independent-Szene in der DDR von 1980 bis 1990. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-637-2, S. 156–157.
  3. Interview mit Kaltfront. Die anderen Bands, abgerufen am 24. Juni 2010.
  4. a b Ist das Bier alle? – Interview mit Kaltfront. Ox, Oktober/November 2008, abgerufen am 24. Juni 2010.