Karl-Heinz Lange

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Karl-Heinz Lange (* 29. Juli 1929 in Riesenkirch (Westpreußen heute: Obrzynowo); † 29. Juni 2010 in Berlin) war ein deutscher Schriftgestalter und Typograf. Er gilt als einer der bedeutendsten Schriftgestalter der DDR.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange wurde in Ostpreußen in einer ländlichen Gegend geboren. Nach der Vertreibung lebte Lange in der Sowjetischen Besatzungszone. Von 1949 bis 1951 studierte Lange an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Institut für angewandte Künste Burg Giebichenstein. Von 1951 bis 1955 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Er schloss das Studium mit einem Diplom mit Auszeichnung für den Entwurf einer Satzschrift für Zeilenguss ab. Ab 1956 hatte er den Forschungsauftrag, eine koreanische Fotosatzschrift zu gestalten.

Von 1956 bis 1961 war er als Dozent für Schrift und Gebrauchsgrafik an der Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg tätig. Hiernach war er bis 1963 wieder in Leipzig für die Hochschule für Grafik und Buchkunst als Aspirant tätig. Er arbeitete in der Folge als Freischaffender und bearbeitete eine Reihe von technischen Lehrfilmen als Trickfilmgestalter. Lange war dann von 1969 bis 1976 künstlerischer Leiter des Henschelverlags Berlin. Von 1976 bis 1994 hatte er einen Lehrauftrag an der Fachschule für Werbung und Gestaltung inne. Von 1991 bis 2006 war er Lehrbeauftragter für Typografie an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VEB Typoart hatte Lange damit beauftragt, eine eigene sozialistische Variante der Schriftarten Optima von Hermann Zapf zu erstellen. Das Ergebnis war die Schriftart Publica, welche in der DDR häufig verwendet wurde. Für Fotosatz schuf Lange die Schriften Magna, Primus und Super Grotesk. Langes Bearbeitung der Super Grotesk von Arno Drescher gilt als eine der in der DDR meistverwendeten Schriften überhaupt. Für Telefonbücher und Gebrauchsanweisungen schuf er die Schriftart Minima. Gemeinsam mit Ole Schäfer aktualisierte er seine Schriften.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984: Silbermedaille bei der Biennale Graphic Design, Brno, CSSR für die Gestaltung der Satzschrift PUBLICA
  • 2009: Vierter Platz bei der Auszeichnung die besten Schriften des Jahres von Fontwerk für die Schriftart PTL Publicala (mit Ole Schäfer)

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Maler Egon Pukall, der ebenfalls aus dem gleichen Ort stammte und ein ähnliches Schicksal hatte, stand er in regem Kontakt.

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]