Kick it like Kurt

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Kick it like Kurt ist ein Dokumentarfilm des Kreisjugendring München-Stadt in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum über Kurt Landauer aus dem Jahr 2010.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film ist das Ergebnis eines Projekts von jungen Erwachsenen, die auf der Suche nach Vorbildern für ein selbstverständliches und solidarisches Zusammenwirken von jüdischen und nichtjüdischen Münchnerinnen und Münchnern auf den jüdischen Kaufmannssohn Kurt Landauer und den FC Bayern München stießen. Kurt Landauer (* 28. Juli 1884 in Planegg; † 21. Dezember 1961 in München), langjähriger Präsident des FC Bayern München, prägt den Verein, aber auch den Fußballsport insgesamt. Für die Nationalsozialisten gilt der Verein als „Judenclub“, Landauer tritt 1933 zurück, wird 1938 in der sog. Reichspogromnacht in das KZ Dachau verschleppt und emigriert nach 33 Tagen Haft in die Schweiz. 1947 kehrt er nach München zurück und baut den FC Bayern wieder auf.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenwart und Vergangenheit treffen aufeinander und unterhalten sich: Fußballhistoriker, der Neffe Kurt Landauers Uri Siegel, Bilder und eine Comic-Szene erzählen über Ereignisse von damals und wechseln sich ab mit Stimmen und Eindrücken der Gegenwart, des jüdischen Sportvereins TSV Maccabi München, den Ultras der Schickeria München und der Initiative „Löwen-Fans gegen Rechts“. Sie alle engagieren sich im Geist Kurt Landauers für demokratische Werte, gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Stadion. Sie führen Landauers Erbe weiter, geben uns einen Einblick in sein Leben und beleuchten die Spuren, die er hinterlassen hat. Der Film präsentiert nicht nur die frühe Geschichte des FC Bayern, sondern zeigt vor allem die Story des gemeinsamen Schaffens von Juden und Nichtjuden, solidarisch und in demokratischem Geist, den auch die Nationalsozialisten nicht brechen konnten.

In Erinnerung an Kurt Landauer und aus Respekt vor seinem Werk richtet der Film seinen Appell nicht nur an Fußballfans: „Kick it like Kurt“!

Entstehungsprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast eineinhalb Jahre setze sich das Team junger Filmemacher, Fußballfans und Geschichtsinteressierter mit Kurt Landauer und den Wurzeln des FC Bayern auseinander. Dabei entstand mit Unterstützung von Gabriele Kröber ein fast professioneller Dokumentarfilm mit einer Länge von 53 Minuten. Basis des Films sind Interviews, historisches Material über Kurt Landauer und die frühen Jahre des FC Bayern, aber auch über München und speziell den Stadtteil Schwabing, „die Wiege“ des FC Bayern. Das Material wurde regelmäßig mit dem NS-Dokumentationszentrum gesichtet und wissenschaftlich geprüft.

Filmteam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Regie: Nadine Filler, Avraham Bador
  • Kamera: Konstantin Schlund, Britta Becker
  • Schnitt: Gabriele Kröber
  • Regieassistenz, Recherche: Claudia Lässig
  • Kameraassistenz: Tobias Ebner
  • Tonassistenz: Lucas Berón de Astrada
  • Animation - Regie, Produktion: Anna-Louise Bath
  • Animation - Produktion: Flin
  • Animation - Compositing: Rosa Morcego
  • Mitarbeit Produktion: Marilyn Huber-Grimm
  • Musik: Fa. Sonoton, Ulla Hoppen
  • Postproduktion: Fa. msf-film, Michael Sänger und Kollegen
  • Fan-Kontakte: Barbara Baudrexl-Seitz
  • Unterstützung: Jugendinformationszentrum, Michael Graber
  • Produktionsleitung: Sylvia Holhut

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefördert wurde die Produktion des Films vom Kreisjugendring München-Stadt und dem NS-Dokumentationszentrum - Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Nationalsozialismus, mit Unterstützung von

  • Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband München
  • Aktion Mensch e.V. Förderprogramm „Die Gesellschafter“
  • Bezirksausschuss München 3 „Maxvorstadt“
  • Bezirksjugendring Oberbayern
  • Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern
  • Münchner Sportjugend

Die Produktionssumme betrug circa 47.000 €.

Vorführungen, Auszeichnungen und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die inoffizielle Premiere des Films war am 6. Juni 2010 im Jüdischen Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München. Offizielle Premiere fand auf dem 26. Internationalen Dokumentarfilmfest München 2011 in der Sektion Doc.Education statt.[1]

„Kick it like Kurt“ wurde mit dem Münchner Bürgerpreis Gegen Vergessen - Für Demokratie 2011 ausgezeichnet.[2]

„Ein sensibel formuliertes Plädoyer für die Werte, denen sich Kurt Landauer verpflichtet fühlte: Toleranz, Fairness und Weltbürgertum.“ (Süddeutsche Zeitung)[3]

„Hervorragend gelingt es ihnen, Geschichte und Gegenwart in einen Dialog treten zu lassen.“ (Jüdische Allgemeine)[4]

Am 14. Mai 2015 wurde der Film an der Jerusalem Cinematheque in Israel gezeigt, im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dok.education Special Screening: Kick it like Kurt. (PDF; 255 kB) auf: dokfest-muenchen.de
  2. Münchner Bürgerpreis verliehen. auf: gegen-vergessen.de
  3. Wolfgang Görl: Die Wahrheit liegt neben dem Platz. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Juni 2010.
  4. Miryam Gümbel: Kick it like Kurt. In: Jüdische Allgemeine. Nr. 24/10, 17. Juni 2010.