Kirche Sogn Pieder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Unten die Kapelle Sogn Pieder, auf dem Hügel die Antoniuskapelle

Die denkmalgeschützte Kirche Sogn Pieder (rätoromanisch für Sankt Peter) steht in Domat/Ems im Kanton Graubünden östlich unterhalb der Tuma Casti.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sogn Pieder war die erste Pfarrkirche von Ems. Sie ist eine der wenigen erhaltenen karolingischen Sakralbauten Graubündens. 774 wurde sie grösstenteils auf den Resten einer früheren Kirche erbaut. Nördlich der Kirche liegen Fundamentreste eines grösseren rechteckigen Baus, der möglicherweise zu einem Mönchshof gehörte, den König Otto am 16. Mai 960 dem Kloster Disentis schenkte.[1]

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chor

Sogn Pieder ist ein einfacher Rechtecksbau mit einer hufeisenförmigen Apsis, die durch ein kleines Rundbogenfenster belichtet wird. Das steile Dach und der Turm im Westen mit seinem achteckigen Aufbau stammen aus dem Jahr 1698 und wurden anlässlich einer Renovation erbaut.

Gleichzeitig entstanden im Schiff die flache Leistendecke sowie die Deckenmalereien in 16 Felder. Sie zeigen Szenen aus dem Leben von Petrus und stammen vom Disentiser Pater Fridolin Eggert (1655–1709).

Auch die sechs Apostelfiguren an den Schiffswänden, die zwei Figuren der Schlüsselübergabe an der Chorbogenwand und das Kruzifix an der Westwand stammen aus dieser Zeit. An den Wänden des Langhauses haben sich Fragmente von Malereien erhalten.

Die Glasmalerei mit der Symbolik der himmlischen Jerusalem im rekonstruierten Rundbogenfenster der Apsis wurden 1979 vom Engadiner Künstler Gian Casty (* 1914) geschaffen.

Renovationen fanden 1932 und 1975–79 statt.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle St. Antonius[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem ehemaligen Burghügel steht die 1725 erbaute Kapelle St. Antonius (Caplutta Sogn Antoni) mit zwei Altären. Die Tafelbilder stammen aus dem 18./19. Jahrhundert. Die Kapelle wurde 1995 restauriert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludmila Seifert, Leza Dosch: Kunstführer durch Graubünden; Scheidegger & Spiess, Zürich 2008, S. 221
  • Die Kirchen von Domat/Ems; Peda-Kunstführer Nr. 349/1995

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Peter (Domat/Ems) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite Domat/Ems

Koordinaten: 46° 50′ 7″ N, 9° 26′ 55″ O; CH1903: 753325 / 189095