Zimmermannshammer

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Klassischer Zimmermannshammer mit hölzernem Stiel

Der Zimmermannshammer, auch Latthammer oder Zimmererhammer, ist ein Hammer zum Einsatz im Holzbau, dieser hat auf der einen Seite eine Nagelbahn, auf der anderen eine Klaue zum herausziehen von Nägeln. Im europäischen Raum werden Latthammer verwendet, die einen Klauenzahn als Spitze verlängert haben, diese kann in Holz eingeschlagen werden, um schwere Pfetten und Sparren sicher zu bewegen.

Die Fläche der Hammerbahn ist bei Schlaghämmern oft gerippt, um ein Abrutschen von den Nagelköpfen zu verhindern. Spezielle Hämmer für Entschalungsarbeiten haben eine glatte Bahn.

Neben dem Holzbau kommen Latthammer auch im Schalungsbau zum Einsatz.

Form und Funktion[Bearbeiten]

Zimmermannshammer mit Stahlrohrstiel

Der Latthammer unterscheidet sich von anderen Hämmern am stärksten durch die unsymmetrische Klaue. Haben andere Hämmer die Finne um kleine Flächen zu hämmern, dient die Klaue zum ziehen von Nägeln, ähnliche einem kleinen Kuhfuß und zum einschlagen in Holz. Um sehr schwere, ungünstig zu greifende, Holzbauteile umzusetzen (z.B. eine Pfette, die komplett auf einem Auflager aufliegt) kann die Spitze, ähnlich einer Sapie, in das Werkstück eingeschlagen werden und der Latthammer dient als Griff . Da im Holzbau oft in Positionen gearbeitet wird, in denen sie eine Hand zum Festhalten benötigen, kann der Latthammer Holz eingeschlagen werden, um die zweite Hand frei zu haben.

Neben der Bahn und der Klaue hat der Zimmermannshammer einen muldenförmigen Teil mit Keilschlitz, den Nagelheber. Er wird zum Heben, also zum Herausziehen von Nägeln verwendet. Bei großen Nägeln ist es günstig, zu dem Zimmermannshammer noch eine Axt zu benutzen.[1]

Für Nagelungen über Kopf, an denen die Nagelstellen nicht mit beiden Händen erreicht werden können, sind manche Hammerbahnen mit einem Magnetnagelhalter versehen. Mit diesem können die Nägel angesetzt und anschließend eingeschlagen werden. Zum Einschlagen von großen Nägeln (Sparrennägel und ähnliche) wird normalerweise eine Axt oder ein Fäustel verwendet, sie haben einen längeren Stiel und einen schwereren Kopf als der Zimmermannshammer.[1]

Bei Zimmermannshämmern unterscheidet man die Berliner Form sowie die Süddeutsche oder Schwäbische Form.

Zimmermannshammer aus einem Stück geschmiedet

Normalerweise trägt ein Zimmerer den Zimmermannshammer in einer Hammerschlaufe oder Werkzeugkette, die an der Koppel (Gürtel) befestigt werden, während der Arbeit bei sich.

Zimmermannshämmer gibt es in mehreren Ausführungen: mit Holz-, Kunststoff- oder Stahlrohrstiel und massiv aus einem Stück geschmiedet. Die Formen mit Holz- oder Stahlrohrstiel sind in der DIN-Norm 7239 definiert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Zimmermannshammer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Franz Krämer: Grundwissen der Zimmerers. Bruderverlag Karlsruhe 1982, ISBN 3-87104-052-5