Kleinheppach

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48.8294444444449.3747222222222258Koordinaten: 48° 49′ 46″ N, 9° 22′ 29″ O

Kleinheppach
Wappen von Kleinheppach vor der Eingemeindung
Höhe: 258 m ü. NN
Fläche: 1,86 km²
Einwohner: 1586 (31. Dez. 2012)
Postleitzahl: 71404
Vorwahl: 07151
Evangelische Kirche in Kleinheppach

Kleinheppach im Remstal ist heute ein Ortsteil von Korb in Baden-Württemberg mit circa 1600 Einwohnern. Die Orte Großheppach und Kleinheppach liegen am Heppach, einem kleinen Bach, welcher in die Rems mündet. Der Hausberg Kleinheppachs ist der Kleinheppacher Kopf, der ein Ausläufer der Buocher Höhen ist. Auf diesem findet alljährlich an Christi Himmelfahrt und am darauffolgenden Sonntag das traditionelle Bergfest statt, welches über die Grenzen des Remstals hinaus bekannt ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Kleinheppach entstand als Ausbauort im 9. Jahrhundert (bei der Gründung galt noch die Fronhofverfassung).[1] Kleinheppach war württembergisch und zunächst dem Amt Schorndorf zugeteilt, gehörte aber ab 1718 zum Amt und späteren Oberamt Waiblingen. 1355 stifteten Schultheiß und Gemeinde zu Waiblingen eine Kapelle, die der Pfarrei Großheppach zugeordnet war und die der Großheppacher Pfarrer mit zu versehen hatte.

Bis 1972 war Kleinheppach eine eigenständige Gemeinde.

Familiengeschichtliches[Bearbeiten]

Über die Kleinheppacher Familien ist viel bekannt, weil die Quellenlage, auch vor dem Dreißigjährigen Krieg vergleichsweise gut ist. Eine der wichtigen Familien vor dem Dreißigjährigen Krieg war die Schultheißenfamilie Bebion. Stammvater ist der um 1520 im benachbarten Endersbach geborene Vincentz Bebion. Auch über Peter Äckerle, der 1577 aus Grunbach kommend nach Kleinheppach eingeheiratet hat, ist viel bekannt, weil sich einige Aktenkonvolute von Gerichtsverfahren, die er führte erhalten haben. Er ist Stammvater einer Familie, die nach 1698 einige Schultheißen stellte.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Kleinheppach hat seinen Namen von dem Bach, der schon vor tausend und mehr Jahren Heckebach oder Heggebach hieß. Der Name des Heckebachs bedeutet Bach zwischen den Hecken; das Dorf- und Flurbild des Mittelalters war geprägt durch die vielen Hecken, die als Zäune dienten. Kleinheppach hieß ursprünglich Obernheckebach.[2] Ältere Schreibweisen[3] des Orts waren

  • Hegnesbach (1236)
  • Hegbach (1365)

Sport[Bearbeiten]

  • Im Jahr 1911 gründeten eine Anzahl junger Männer aus Kleinheppach den Kraftsportverein Kleinheppach.
  • Als damaliger Trainingsraum diente die Scheuer des Gasthauses Krone.
  • Während des Ersten Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit. Nach Kriegsende wurde mit 15 Mitgliedern eine Neugründung beschlossen.
  • Von 1925 bis 1930 wurde der SV Kleinheppach fünfmal Deutscher Meister im Tauziehen.
  • Die „Bärenstarken Männer“ des Sportvereins wurden 1924 in Köln Europameister im Tauziehen.
  • Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung schlief die sportliche Tätigkeit immer mehr ein. Am 22. November 1935 wurde die Auflösung des Vereins beschlossen.
  • Seit 1935 existiert kein Sportverein mehr in Kleinheppach. Jedoch bieten der SC Korb und der TSV Großheppach auch für Kleinheppacher genügend Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • evangelische Kirche im Ortskern
  • Im ehemaligen Rathaus ist das Steinzeitmuseum Kleinheppach untergebracht. Dort sind Gegenstände aus einer vorgeschichtlichen und volkskundlichen Privatsammlung ausgestellt.[5]
  • historische Kelter

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Ritter: Geschichte des Weinorts Kleinheppach, Ludwigsburg 1967
  • Jörg Heinrich: Kirchenbuch Großheppach, Abschrift mit Ergänzungen, Bd. 1: Taufbuch Groß- und Kleinhepach, Bd. 2: Ehe- und Totenbuch Groß- und Kleinheppach, Köln 2011.
  • Hermann Aeckerle: Das Buch der schwäbischen Äckerle, Neustadt/Aisch 1955

Quellen[Bearbeiten]

  1. Albert Ritter: Geschichte des Weinorts Kleinheppach, Verlag H. Walter, Ludwigsburg 1967, S. 123.
  2. Albert Ritter: Geschichte des Weinorts Kleinheppach, Verlag H. Walter, Ludwigsburg 1967, S. 126.
  3. Albert Ritter: Geschichte des Weinorts Kleinheppach, Verlag H. Walter, Ludwigsburg 1967, S. 124.
  4. Albert Ritter: Geschichte des Weinorts Kleinheppach, Verlag H. Walter, Ludwigsburg 1967, S. 217–218.
  5. Steinzeitmuseum Kleinheppach auf der amtlichen Website von Korb, abgerufen am 30. April 2010.