Kleinheppach

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48.8294444444449.3747222222222258Koordinaten: 48° 49′ 46″ N, 9° 22′ 29″ O

Kleinheppach
Gemeinde Korb
Wappen von Kleinheppach vor der Eingemeindung
Höhe: 258 m ü. NN
Fläche: 1,86 km²
Einwohner: 1586 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte: 853 Einwohner/km²
Postleitzahl: 71404
Vorwahl: 07151

Kleinheppach im Remstal ist heute ein Ortsteil von Korb in Baden-Württemberg mit circa 1600 Einwohnern. Die Orte Großheppach und Kleinheppach liegen am Heppach, einem kleinen Bach, welcher in die Rems mündet. Der Hausberg Kleinheppachs ist der Kleinheppacher Kopf, der ein Ausläufer der Buocher Höhen ist. Auf diesem findet alljährlich an Christi Himmelfahrt und am darauffolgenden Sonntag das traditionelle Bergfest statt, welches über die Grenzen des Remstals hinaus bekannt ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht von Kleinheppach von Andreas Kieser 1686

Großheppach und Kleinheppach entstanden als gemeinsamer Ausbauort des 9. Jahrhunderts (bei der Gründung galt noch die Fronhofverfassung) und war vermutlich eine von Waiblingen aus erfolgte Gründung.[1] Der Ort hat seinen Namen von dem Bach, der damals schon Heckebach oder Heggebach hieß, was für einen Bach zwischen Hecken steht; das Dorf- und Flurbild des Mittelalters war geprägt durch die vielen Hecken, die als Zäune dienten. Die ältesten Schreibweisen des Ortsnamens sind Hegnesbach (1236) und Hegbach (1365).[2] Als eigenständig greifbarer Ort taucht Kleinheppach zunächst als Heckebach superiori (1294) bzw. Obernheggebach (1297) auf.[3]

Kleinheppach war württembergisch und zunächst dem Amt Schorndorf zugeteilt, gehörte aber ab 1718 zum Amt und späteren Oberamt Waiblingen.

1355 stifteten Schultheiß und Gemeinde zu Waiblingen eine Kaplanei, die zunächst von Steinreinach, später von einem der Gundelsbacher Brüder betreut wurde. Nach der Reformation in Württemberg 1535 wurde Kleinheppach kirchlich Filialgemeinde von Großheppach.

Bis 1972 war Kleinheppach eine eigenständige Gemeinde.

Familiengeschichtliches[Bearbeiten]

Über die Kleinheppacher Familien ist viel bekannt, weil die Quellenlage, auch vor dem Dreißigjährigen Krieg vergleichsweise gut ist. Eine der wichtigen Familien vor dem Dreißigjährigen Krieg war die Schultheißenfamilie Bebion. Stammvater ist der um 1520 im benachbarten Endersbach geborene Vincentz Bebion. Auch über Peter Äckerle, der 1577 aus Grunbach kommend nach Kleinheppach eingeheiratet hat, ist viel bekannt, weil sich einige Aktenkonvolute von Gerichtsverfahren, die er führte erhalten haben. Er ist Stammvater einer Familie, die nach 1698 einige Schultheißen stellte.

Sport[Bearbeiten]

Der älteste Sportverein des Ortes war der 1911 gegründete Kraftsportverein Kleinheppach. Als erster Trainingsraum diente die Scheuer des Gasthauses Krone. Während des Ersten Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit. Nach Kriegsende wurde mit 15 Mitgliedern eine Neugründung beschlossen. Die „Bärenstarken Männer“ des Sportvereins wurden 1924 in Köln Europameister im Tauziehen. Von 1925 bis 1930 war der Verein fünfmal Deutscher Meister im Tauziehen. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung schlief die sportliche Tätigkeit immer mehr ein. Am 22. November 1935 wurde die Auflösung des Vereins beschlossen.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelische Kirche in Kleinheppach
  • Die evangelische Kirche im Ortskern stammt im Kern aus dem späten 15. Jahrhundert, ihr Turm wurde erst 1955 erbaut.
  • Im ehemaligen Rathaus ist das Steinzeitmuseum Kleinheppach untergebracht. Dort sind Gegenstände aus einer vorgeschichtlichen und volkskundlichen Privatsammlung ausgestellt.[5]
  • historische Kelter

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Ritter: Geschichte des Weinorts Kleinheppach, Ludwigsburg 1967
  • Jörg Heinrich: Kirchenbuch Großheppach, Abschrift mit Ergänzungen, Bd. 1: Taufbuch Groß- und Kleinhepach, Bd. 2: Ehe- und Totenbuch Groß- und Kleinheppach, Köln 2011.
  • Hermann Aeckerle: Das Buch der schwäbischen Äckerle, Neustadt/Aisch 1955

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Albert Ritter: Geschichte des Weinorts Kleinheppach, Verlag H. Walter, Ludwigsburg 1967, S. 123.
  2. Albert Ritter: Geschichte des Weinorts Kleinheppach, Verlag H. Walter, Ludwigsburg 1967, S. 124.
  3. Albert Ritter: Geschichte des Weinorts Kleinheppach, Verlag H. Walter, Ludwigsburg 1967, S. 126.
  4. Albert Ritter: Geschichte des Weinorts Kleinheppach, Verlag H. Walter, Ludwigsburg 1967, S. 217–218.
  5. Steinzeitmuseum Kleinheppach auf der amtlichen Website von Korb, abgerufen am 30. April 2010.