Klemmkeil

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Klemmkeilset
Gesetzter Klemmkeil in einem Felsspalt

Der Klemmkeil ist ein passives, mobiles Sicherungsmittel, um beim Klettern eigene Sicherungspunkte einzurichten. Hierzu wird er in einen Felsspalt gelegt und daran ein Karabiner eingehangen.

Funktion[Bearbeiten]

Kletterer nutzen mobile Sicherungen, um Fixpunkte einzurichten, die zur Zwischensicherung oder zum Standplatzbau dienen. Sie sind eine wichtige Ergänzung an schlecht durch Felshaken abgesicherten Stellen. Im Normalfall werden sie nach der Begehung wieder entnommen und können mehrmals verwendet werden.

Ein Klemmkeil übt nur im Falle eines Sturzes Druck auf den umgebenden Felsen aus. Im Gegensatz zu Klemmgeräten erreicht er seine Verbindung zum Gestein allein durch Formschluss. Somit muss er in einen Spalt gelegt werden, der sich in eine Richtung verjüngt, und kann oft auch nur in dieser Richtung belastet werden.

Anwendung[Bearbeiten]

Kletterer führen häufig einen Satz Klemmkeile verschiedener Größen mit sich, aus dem sie einen mit passender Größe und Form auswählen. Dieser wird so eingelegt, dass er sich in die bei einem Sturz auftretende Zugrichtung verklemmt.[1] Besonders im Standplatzbau ist zu beachten, dass auch Zug nach oben gehalten werden muss, um einen möglichen Sturz des Vorsteigers auffangen zu können. Abspannen in die entgegengesetzte Richtung könnte das Umschlagen und Herausziehen des Klemmkeils verhindern.

Die Haltekraft eines Klemmkeils ist im Vergleich zu der eines Bohrhakens gering. An kritischen Stellen kommen daher mehrere Exemplare zum Einsatz, um Redundanz zu schaffen und die Sturzkraft zu verteilen.

Klemmkeile und Klemmgeräte sind nur für hartes Gestein geeignet. Weiches Gestein, wie beispielsweise Sandstein, kann bei einem Sturz brechen. Somit ist die Sicherheit nicht gewährleistet und der Felsen wird beschädigt. In manchen Gebieten mit weichen Felsen sind daher nur Knotenschlingen erlaubt.[1]

Varianten[Bearbeiten]

Je nach Form unterscheidet man verschiedene Varianten, z.B. Rocks, Hexentrics, Copperheads, Tricams.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Andi Dick: Hoch hinaus – mit Köpfchen. In: Panorama. Nr. 2, 2010, S. 62–63 (PDF, abgerufen am 20. Januar 2016).