Kodierfachkraft

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Die Kodierfachkraft (engl. clinical coder) ist ein Beruf im Krankenhaus oder beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Die Haupttätigkeit ist die Erfassung der ärztlichen Leistungen in nach den Richtlinien bestimmten Kodierungen zwecks Abrechnung mit den Leistungsträgern im Rahmen der Abrechnung von Fallpauschalen.

Basis sind die International Classification of Diseases und der OPS-Code. In Deutschland sind die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und ärztlich geleiteten Einrichtungen laut Satz 1 und 2 des § 295 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch, Abrechnung ärztlicher Leistungen, verpflichtet, Diagnosen nach ICD-10 GM zu verschlüsseln.

Die Aus- und Weiterbildung zur Klinischen Kodierfachkraft bietet zahlreiche Chancen im Bereich der klinischen Abrechnung. Die "Klinische Kodierfachkraft" und damit die Fallkodierung gehört deshalb zu einer nachgefragten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Gesundheitswirtschaft.

Seit der Etablierung eines einheitlichen, curricularen Bundesstandards in Ausbildung und Prüfung durch die DIHK 2015, hat sich der IHK-Zertifikatsabschluss Medizinische Kodierfachkraft (MKF-IHK) in der Professionalisierung des Berufsbildes durchgesetzt. [1]

Seit der Einführung der Fallkostenpauschalen erfolgt die Abrechnung medizinischer Leistungen über die medizinische Dokumentation.

Die Klinische Kodierfachkraft arbeitet administrativ im Krankenhaus. Hierbei unterstützt sie die Abteilung Medizincontrolling und entlastet die mit der Kodierung beschäftigten Heilberufe. Durch umfangreiche Kenntnisse in medizinischer Dokumentation von Patientenbehandlungen und deren Abrechnungssystematiken werden die Informationsverarbeitung und -auswertung optimiert.

Die komplexer werdende Informationsdichte rund um die Patientenbehandlung, die hohe Frequenz an Änderungen der Abrechnungsgrundlagen und der zeitnah notwendige Abrechnungsprozess erfordern den Einsatz von Medizinischen Kodierfachkräften. Die hierfür spezifisch weitergebildeten Mitarbeiter sind meist administrativ tätig und können Ärzte und Pflegende in diesem Bereich gut entlasten, welche sich entsprechend wieder den Patienten zuwenden können. Mit der Einführung der G-DRGs in Deutschland wurde die Medizinische Dokumentation immer wichtiger. Krankenhäuser stehen vor dem Problem, zeitnah mit der Kodierung die Abrechnung schreiben zu müssen. Die ständige Änderung der ICD-/OPS-Kataloge sowie die jährliche Überarbeitung der DRG-Spezifikationen und der Kodierrichtlinien erfordert in den Kliniken ein zeitnahes und rasches Handeln. Diese Aufgabe wird zunehmend auf Mitarbeiter verlagert, die sich intensiv in die komplexe Materie der Medizinischen Dokumentation einarbeiten müssen und ihr Wissen an die anderen Krankenhausmitarbeiter multiplizieren.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]IHK-Zertifikatsabschluss Medizinische Kodierfachkraft