Kolonne (Militär)

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Reserve Marines aus einem 2. Bataillon, 25. Marine-Regiment in einer Kolonne bei einer militärischen Übung: „Schwenken und Schießen“

1. Kolonne als Formation[Bearbeiten]

Die Kolonne (von franz. colonne, bzw. lat. columna = "Säule") im militärischen Sinn ist eine Formation des Heeres, die mehr Tiefe als Breite hat. Sie wurde und wird gewöhnlich für Märsche eingenommen, da es dabei weniger darauf ankommt, viele Waffen gleichzeitig in der Front einsetzen zu können, als darauf, möglichst schnell Räume zu durchschreiten oder Wegstrecken zurückzulegen. Wegen dieses einfachen Zusammenhangs bildeten die Heere schon in ältester Zeit Kolonnen für Märsche. Den Übergang von der Kolonne zur Gefechtsaufstellung, die gewöhnlich mehr Breite als Tiefe hat, bezeichnet man als Aufmarsch. Wird aus der Gefechtsaufstellung die Kolonne gebildet, spricht man vom Abmarsch. Je nachdem, ob ein zum Gefecht rangierter Verband die Schlachtordnung nach rechts oder links verlässt, wird die so gebildete Kolonne als rechts oder links abmarschiert bezeichnet, da jeweils verschiedene Einheiten oder Soldaten an der so gebildeten Spitze der Kolonne stehen.

Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann man sich auch ernsthaft mit den Möglichkeiten einer Verwendung von Kolonnen im Gefecht auseinanderzusetzen. Wegbereiter dieser Überlegungen war der Chevalier de Folard. Das Ergebnis war die Kolonnentaktik, die ab den Revolutionskriegen die bis dahin übliche Lineartaktik ablöste.

2. Kolonne als militärische Einheit[Bearbeiten]

In der „Alten Armee“ der Reichswehr und in der Wehrmacht hießen die Train- und Nachschub-Einheiten ebenfalls Kolonne.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte, Teil 2, Die Neuzeit, 4 Bände, Berlin 1900–1920; neue Aufl. Walter de Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-016886-3
  • Hein, Das kleine Buch vom Deutschen Heere, Verlag von Lipsius & Tischler Kiel und Leipzig, 1901