Kompogas

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Kompogas ist eine in vielen Ländern eingetragene Marke der Axpo Kompogas Engineering AG. Der Pionier, welcher das Verfahren erprobte und die gleichnamige Firma aufbaute, war Walter Schmid. Weltweit sind über 70 Anlagen in Betrieb.[1]

Grundlage des Verfahrens ist es, die wertvollen Abfälle in einen Kreislauf zurückzuholen.[2] Im Jahr 1989 entstand durch Schmid – nach den Tüfteleien auf der heimischen Terrasse[3] um 1988 – ein Fermenter von 20 Kubikmetern und im Jahre 1991 mit einer Anstossfinanzierung des Kantons Zürich[4] die erste fertig entwickelte Anlage, welche aus den zunächst noch schwer zu beschaffenden Grünabfällen Biogas und Kompost produzieren konnte; Schmid musste sich gegen Politiker jeder Couleur durchsetzen, um überhaupt Grünabfall zu erhalten; schon 2005 schrieb die Handelszeitung, dass dabei wohl steigende Energiepreise in der Zukunft helfen werden.[5]

Der Start unter dem Namen Kompogas erfolgte in Rümlang mit einer Jahresleistung von ca. 2,8 Mio. kWh. Seit 1995 fahren Lastwagen der Walter Schmid AG und der Firma Kompogas mit Biogas, der erste Lastwagen erreichte im Sommer 2010 seinen millionsten Kilometer.[6] Im Jahr 2012 produzierte Axpo Kompogas in der Schweiz 24.5 Millionen Kilowattstunden Strom und 14 Millionen Kilowattstunden Biogas.[7] Weltweit sind über 70 Anlagen im Einsatz, die größte Anlage befindet sich in Katar. In den Schweizer Anlagen kann der anfallende Kompost immer noch oft gratis von der Bevölkerung bezogen werden und ist für den biologischen Landbau zertifiziert.[8] Seit 2006 hielt die Axpo eine Minderheitsbeteiligung an Kompogas, seit 2011 ist sie die alleinige Besitzerin der Firma.

Entwicklung Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2009 gilt in der Schweiz die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV); damit verbunden ist ein erhöhter Einspeisetarif (Einspeisevergütung für aus Biogas erzeugten Strom) für erneuerbare Energien, der auch Biogas einschließt. Die Vergütung besteht aus einem festen Abnahmepreis und einem zusätzlichen sogenannten Landwirtschaftsbonus, der gewährt wird, wenn mindestens 80 % der Substrate aus Hofdünger bestehen. Das schweizerische Fördermodell soll so die nachhaltige Entwicklung im Energiesektor forcieren, da sie insbesondere die güllebasierten und damit nachhaltigsten Biogasanlagen fördert.

Das schweizerische Förderinstrument für erneuerbare Energien (KEV) trägt bei der Biomasseverwertung dem Umstand Rechnung, dass keine Flächen für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen vorhanden sind. Das Gesetz hat bisher im Bereich der Nutzung von Gülle keinen substantiellen Zuwachs an landwirtschaftlichen Biogasanlagen bewirkt. Die geringe Attraktivität von Grüngut als Co-Substrat für landwirtschaftliche Anlagen und das somit energetisch ungenutzte Potenzial hat Biogasfirmen dazu bewogen, neue Anlagenmodelle zu entwerfen[9]. Kombiniert mit Festmist, Speiseresten oder Bioabfällen aus Gemeinden[10] [11], bieten sich neue Möglichkeiten, ohne die Rohstoffe über große Entfernungen zu zentralen Anlagen zu transportieren. Die gleichzeitige Möglichkeit zur Gülleveredelung stellt ein neuartiges Konzept zur Gewinnung erneuerbarer Energie dar.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anlagen in der Schweiz (PDF; 534 kB)
  2. Kompogas-Schema (PDF; 567 kB)
  3. Walter Schmid erfindet Kompogas
  4. Geschichte von Kompogas
  5. Grünabfall war schwierig zu erhalten; Handelszeitung 2005
  6. Zürcher Unterländer Zeitung berichtet über 15 Jahre Fahren mit Biogas
  7. Kompogas im Jahre 2009
  8. Gärrest zertifiziert für Biolandbau
  9. Thurgauer Zeitung - Neuer Schub für die Biogasbrannche (PDF; 263 kB)
  10. Biogas Journal - Bioabfälle bieten noch Potential für Biogas (PDF; 1,6 MB)
  11. Biogas Journal - Energieresource kommunale Bioabfälle (PDF; 989 kB)