Kontrollversuch

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Ein Kontrollversuch (auch Versuchskontrolle, Kontrollexperiment) ist in den exakten Wissenschaften ein Begleitexperiment zum Ausschluss von Störfaktoren oder zur Verifikation der zu einem Experiment entwickelten Methodik. Kontrollversuche sind ein zentraler Bestandteil der wissenschaftlichen Methodik. Im Idealfall existieren bei einem Experiment Kontrollversuche für jede mögliche Variable.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontrollversuche basieren auf dem Ceteris paribus-Prinzip und können entweder einzelne Ursachen für ein Ergebnis ausschließen (Negativkontrollen) oder die prinzipielle Funktionsfähigkeit der Methode darstellen (Positivkontrollen).[1] Eine zu einem Kontrollversuch eingeteilte Gruppe wird als Kontrollgruppe bezeichnet.

Positivkontrollen sind Begleitexperimente, bei denen ein mit dem Hauptexperiment erzieltes Phänomen (oder ein erzielter Effekt) sicher auftritt. Positivkontrollen dienen zum Nachweis, dass eine Methode mit den bekannten Werten der Variablen funktioniert (Methodenvalidierung) und können daher falsch negative Ergebnisse eines Experiments ausschließen.

Negativkontrollen sind Begleitexperimente, bei denen ein mit dem Hauptexperiment erzieltes Phänomen (oder ein erzielter Effekt) nicht auftritt (Nullwert) bzw. nicht auftreten soll. Dadurch wird sichergestellt, dass ein positiver Befund im Hauptexperiment möglichst nur an der Veränderung der Variablen gelegen haben kann. Ein positiver Befund der Negativkontrolle deutet dagegen auf eine mangelnde Spezifität des jeweiligen Hauptexperiments hin, d. h. der im Hauptexperiment erzielte Effekt tritt auch durch andere Einflüsse auf. Negativkontrollen dienen dem Ausschluss von anderen Gründen (Fehlerquellen) als der Hypothese für ein Phänomen und dienen einer Vermeidung fehlerhafter Deutungen falsch positiver Ergebnisse. Dadurch werden die Möglichkeiten einer Falsifikation der Hypothese nach einer Veröffentlichung gemindert. Sind die Resultate des Experiments und der Negativkontrollen negativ, kann auf eine Unabhängigkeit des Versuchsausgangs von den Variablen geschlossen werden, d. h. die Veränderung der Variablen hatte keinen Einfluss auf den Versuchsausgang. Bei Versuchen an Tieren sind Gaben von Placebos eine typische Negativkontrolle. Durch Blindversuche und Doppelblindversuche werden zusätzliche Negativkontrollen zur Untersuchung des Einflusses des Kenntnisstands des Probanden und im letzteren Fall auch des Experimentators auf ein Versuchsergebnis vermieden. Strategien zur Einteilung von Versuchsgruppen bei klinischen Studien sind z. B. die Randomisierung und die Parallelisierung.

Beispiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn sich Einwohner einer Ortschaft über Elektrosmog beschweren, kann eine Attrappe einer Sendeantenne als Negativkontrolle aufgestellt werden. Funksignale können von der Attrappe nicht ausgehen. Sollten sich die Einwohner über neu aufgetretene Auswirkungen von Elektrosmog beschweren, so ist dieses Ergebnis falsch positiv und muss eine andere Ursache haben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Douglas C. Montgomery: Design and Analysis of Experiments. 8. Auflage, Wiley, 2012, ISBN 978-1118146927.
  • Graeme Ruxton, Nick Colegrave: Experimental Design for the Life Sciences. 3. Auflage, Oxford University, 2010, ISBN 978-0199569120.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johnson PD, Besselsen DG: Practical aspects of experimental design in animal research Archiviert vom Original am 29. Mai 2010. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.montana.edu In: ILAR J. 43, Nr. 4, 2002, S. 202–6. PMID 12391395. Abgerufen am 24. Juni 2013.