Kopula

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Dieser Artikel behandelt den Begriff aus Logik und Grammatik; zur Kopula in der Bedeutung „Kopulation“ siehe Begattung.

Kopula (die Kopula, Plural Kopulae oder jünger Kopulas (lat. copula bedeutet Band); in der Grammatik auch Kopulaverb, kopulatives Verb, verbindendes Verb, Bindeverb, verbindendes Zeitwort, Verknüpfungswort, Satzband genannt) ist ein Ausdruck der traditionellen Logik und der traditionellen Grammatik, der in einem – wie man traditionell sagte – Urteil, heute eher Aussage, das Subjekt mit dem Prädikat verbindet (Kopula-Band).

Die Kopula in der Logik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine geradezu klassische Rolle spielt die Kopula in den Schlussfiguren des Syllogismus. Bezeichnet man das Subjekt mit S, das Prädikat mit P und die Kopula mit k, ergibt sich als Grundform S k P, in Worten: P wird S zugesprochen, P kommt S zu oder auch S ist P.

Beispiele (Kopula jeweils kursiv):

Sokrates war ein Mensch.
Das Auto ist blau.
Frau Meier bleibt unsere Vorsitzende.

In anderen Darstellungen wird die Kopula als Bestandteil des verbalen oder nominalen Prädikats gesehen, für das obige Beispiel „Sokrates war ein Mensch“ ist hiernach „Sokrates“ Subjekt, „war“ Kopula, „ein Mensch“ das Prädikatsnomen und „war ein Mensch“ das nominale Prädikat:

(S + (k + Pn)) = (S + P)

Die Kopula in der Grammatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kopula stellt sich aus sprachwissenschaftlicher Sicht als eine, in verschiedenen Sprachfamilien vertretene Gruppe von Verben dar, die im Vergleich zu den Vollverben nur über eine eingeschränkte Eigenbedeutung verfügen. Im Deutschen sind dies: „sein“, „werden“, „bleiben“, „erscheinen“ usw. Durch ihre Stellung zwischen den Hilfsverben, Funktionsverben und den Vollverben nehmen die Kopulaverben vor allem eine grammatikalische Funktion ein. Sie verbinden das Subjekt eines Satzes mit einem Nomen im Nominativ oder einem Adjektiv in einer nicht flektierten Form. Im Zusammenwirken mit dem Nomen bzw. Adjektiv bilden sie das Prädikat eines Satzes.[1] In folgenden Formulierungen fehlt ein direktes Wort für die Kopula, obwohl einem Subjekt ein Prädikat zugesprochen wird und die Kopula natürlich in der Formulierung verborgen ist:

Sein Gesicht färbte sich rot vor Wut.
Sie gab niemals auf.

Die verschiedenen „Sprachen“ werden einmal von der Linguistik, zum anderen von Logik, formaler Logik (veraltet: Logistik), Methodologie und Wissenschaftstheorie untersucht. Eine zentrale Rolle nimmt die Kopula auch in der Definitionslehre ein.

In der Spätphilosophie des deutschen Wissenschaftstheoretikers Paul Lorenzen wird auch die durch π symbolisierte Tatkopula tut zugelassen. Der Satz:

Tilman trägt mit Eimern Wasser ins Haus.

gilt also als Elementarsatz, obwohl er Tätigkeitsverben (trägt, genauer: tut tragen) enthält.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literaturer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 4. durchgesehene Auflage. Kröner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-520-45204-7, S. 382