Bahnstrecke Herzogenburg–Krems

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Kremser Bahn
(Herzogenburg–Krems)
2016-009 samt Doppelstockwaggons bei Meidling im Tal, 11. Mai 2017.jpg
Streckennummer (ÖBB):173 01
Kursbuchstrecke (ÖBB):820
Streckenlänge:20,308 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Maximale Neigung: 17 
Minimaler Radius:244 m
Höchstgeschwindigkeit:80 km/h
Strecke – geradeaus
Tullnerfelder Bahn von St. Pölten
Bahnhof, Station
0,000 Herzogenburg S-Bahn Wien 231 m ü. A.
   
Tullnerfelder Bahn nach Tulln an der Donau
Haltepunkt, Haltestelle
1,128 Herzogenburg-Wielandsthal
   
3,854 Ederding 22.04.1932 aufgelassen
Bahnhof, Station
7,459 Statzendorf 272 m ü. A.
   
10,516 Meidling im Tal (bis 12. Dez. 2015)
   
10,999 Anschlussbahn Schotterwerk Wanko (AWANST)
Bahnhof, Station
12,553 Paudorf 253 m ü. A.
   
13,792 Klein Wien (bis 12. Dez. 2015)
Tunnel
15,000 Göttweiger Tunnel (135 m)
Haltepunkt, Haltestelle
15,628 Furth-Göttweig
Bahnhof, Station
17,228 Furth-Palt 201 m ü. A.
   
19,090 Palt Rollfähre 21. Dez. 1951 aufgelassen
   
19,700 Kremser Eisenbahnbrücke
   
Donauuferbahn von St. Valentin
Bahnhof, Station
20,308 Krems an der Donau 196 m ü. A.
Strecke – geradeaus
Franz Josefs Bahn (Kremser Ast) nach Absdorf-Hippersdorf

Die Bahnstrecke Herzogenburg–Krems ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecke im österreichischen Bundesland Niederösterreich. Sie verbindet Herzogenburg mit Krems und führt durch das Tal des Fladnitzbaches und über den Statzendorfer Berg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pläne, von St. Pölten eisenbahntechnisch den Norden zu erschließen, gab es, seit 1860 die Westbahn eröffnet wurde und in St. Pölten hielt. 1865 entschied sich das für den Eisenbahnbau zuständige Konsortium jedoch, mit der Franz-Josefs-Bahn von Wien aus die Gebiete nördlich der Donau an das Eisenbahnnetz anzuschließen.[1] 1872 wurde die Flügelbahn nach Krems und 1885 die Tullnerfelder Bahn errichtet, womit nurmehr der Lückenschluss nach Krems notwendig war. Eine Verbindung von Furth nach Traismauer war zwar ebenso angedacht, wurde aber nie verwirklicht.

1887 genehmigte das k.k. Handelsministerium in Wien den Antrag der privaten Österreichischen Lokalbahngesellschaft zum Bau der Verbindung Krems–Herzogenburg und am 16. Juli 1889 wurde die Strecke zusammen mit der Kamptalbahn eröffnet. Die Bahnhöfe in Statzendorf und Furth-Palt sind daher auch baugleich mit den Bahnhöfen in Gars und Horn.[2]

Militärische Betriebsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke wurde von 1889 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges als Übungsstrecke des Eisenbahnregiments Korneuburg betrieben, wobei jeweils 2 Offiziere und 88 Mann zur Ausbildung und zum Betrieb der Bahnstrecke abgestellt waren, die wiederum von Beamten der k.k. Staatsbahnen überwacht wurden. Nur im Kassen- und Stationsdienst waren ausschließlich Beamte der k.k. Staatsbahnen eingesetzt.[3][4]

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die k.k. Staatsbahnen betrieben einen Steinbruch am Grünberg bei Furth sowie den heute noch bestehenden großen Granulitbruch des Schotterwerkes Wanko. Dieser Steinbruch war von 1896 bis 1927 im Besitz der k.k. Staatsbahnen. Im Steinbruch am Grünberg waren nachweislich Angehörige des Eisenbahnregiments eingesetzt und führten militärische Sprengübungen durch.

In der Umgebung von Statzendorf wurde bis 1941 Glanzkohle gefördert, mit einer Seilbahn in die Sortieranlage beim Bahnhof Statzendorf befördert und anschließend in die Bahn verladen.

Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Rahmenplan der ÖBB für das „Zielnetz 2025+“ ist die Elektrifizierung der Bahnstrecke für das Jahr 2017 geplant, welche voraussichtlich zwei Jahre dauert und auch eine Aufweitung/Verbreiterung des Göttweiger Tunnels beinhaltet. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf zirka auf 43,6 Millionen Euro. Nach der Fertigstellung im Jahr 2019 veraltet ist somit eine durchgehend elektrifizierte Eisenbahnverbindung, zwischen den wichtigsten Städten des niederösterreichischen Zentralraumes, Krems und St. Pölten, über die Kremser Bahn und Tullnerfelder Bahn gegeben.[5] Durch Zeitverschiebungen bei Bahnprojekten in ganz Österreich, welche 2018 bekanntgegeben wurden, sollen Ausbau und Elektrifizierung erst im Jahr 2025 erfolgen.[6]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denkschrift über die projectirte Eisenbahn von Wien über Tulln, Wittingau, Budweis und Pilsen nach Eger mit einer Abzweigung von Wittingau über Tabor nach Prag (Kaiser Franz Josefs-Bahn). Wien, Carl Gerolds Sohn, 1865.
  2. Eröffnung zweier Localbahnen. In: Neue Freie Presse, 18. Juli 1889, S. 5 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  3. Archivlink (Memento des Originals vom 8. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unterirdisch-forum.de unterirdisch.de – Forum für Unterirdisches, Geschichte und Technik
  4. K.u.k. Eisenbahn Bilderalbum: Die Eisenbahnen in der österreichisch-ungarischen Monarchie auf alten Ansichten. Band 2. Bohmann, 1993. Seite 435
  5. http://www.bmvit.gv.at/verkehr/gesamtverkehr/ausbauplan/projekte/2013_2018/noe2013.pdf
  6. Einsparungen: Bahnprojekte verzögern sich. In: ORF NÖ. ORF NÖ, 28. März 2018, abgerufen am 29. September 2018.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julius Meurer: Illustrirter Führer auf den k.k. Österr. Staatsbahnen, für die Strecken Absdorf-Hadersdorf, Hadersdorf-Sigmundsherberg, Hadersdorf-Krems, Krems-Herzogenburg. Heft 20, Wien 1893.