Krinkberg

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Krinkberg (Plattdeutsch Krinkbarg für Ringberg) bezeichnet eine Gruppe bronzezeitlicher Grabhügel auf dem Gebiet der Gemeinde Pöschendorf im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein.

Ursprünglich sind auf Pöschendorfer Gebiet 29 Hügelgräber nachgewiesen, die größtenteils bereits im 19. Jahrhundert, spätestens Anfang des 20. Jahrhunderts alle abgetragen waren.[1] Von den ehemals acht Grabhügeln direkt am Krinkberg wurden zwei im Jahr 1986 durch den Stiftung Krinkberg e. V., von der die Anlage betreut wird, wieder aufgebaut. Der größte Grabhügel war mit einem Wall umgeben.[2] Es wird angenommen, dass dieses Hügelgrab im 8. oder 9. Jahrhundert abgeflacht und für andere Zwecke genutzt wurde.[3] Diskutiert werden die Verwendung als Turmhügelburg, Fliehburg, Thingstätte, Tanzhügel, Weideplatz etc.[4]

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden verschiedene prähistorische Gegenstände am Krinkberg entdeckt. Der größte dokumentierte Fund erfolgte im Jahr 1885. Darunter waren aus verschiedenen Epochen Äxte, Bronzeabschläge, Flintstücke, Gefäßreste bronzezeitlicher Keramik, Gold- und Silbermünzen, Lanzenspitzen, Perlen, Schwertfragmente, Silberhackstücke und Sporen.[5] Ein Teil des Fundes konnte gesichert werden und befindet sich heute im Archäologischen Landesmuseum auf Schloss Gottorf. Unter diesen Fundstücken sind 91 Silbermünzen, die wahrscheinlich aus der Karolinger Zeit stammen. Diese Brakteaten tragen als Münzstätte überwiegend die Prägung von Dorestad, mehrere sind Lochmünzen und bei einigen soll es sich um Nordische Nachprägungen handeln.[6]

Mit dem Krinkberg und seinen Schätzen haben sich befasst: Johanna Mestorf, Heinrich Handelmann, Erwin Nöbbe, Karl Kersten, Hermann Hofmeister, Herbert Jankuhn, Peter La Baume, Vera Hatz u.a.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Handelmann: Der Krinkberg bei Schenefeld und die Holsteinischen Silberfunde. Universitäts-Buchhandlung Paul Toeche, Kiel 1890.
  • Erwin Nöbbe: Der karolingische Münzschatz vom Krinkberg. In: Festschrift zur Hundertjahrfeier des Museums vorgeschichtlicher Altertümer in Kiel. Wachholz, Neumünster 1936, S. 136-160.
  • Willi Nühs: Der Krinkberg auf dem Breitenfelde. In: Heimatverband Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 1985. Itzehoe 1984, S. 304–306.
  • Willi Nühs: Münzfunde auf dem Krinkberg. In: Heimatverband Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 1986. Itzehoe 1985, S. 80–93.
  • Ralf Wiechmann: Krinkberg. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 17, Göttingen 2000, S. 377-380.
  • Michael Bellmann: Pöschendorf. Das christliche Urdorf in Holstein?, Itzehoe 2015, ISBN 978-3-00-047773-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Willi Nühs: Der Krinkberg auf dem Breitenfelde. In: Heimatverband Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 1985. Itzehoe 1984, S. 304–306.
  2. Heinrich Handelmann: Der Krinkberg bei Schenefeld und die Holsteinischen Silberfunde. Universitäts-Buchhandlung Paul Toeche, Kiel 1890
  3. Stiftung Krinkberg e.V.
  4. Michael Bellmann: Pöschendorf. Das christliche Urdorf in Holstein?, Itzehoe 2015, ISBN 978-3-00-047773-7, S. 55 ff.
  5. Heinrich Handelmann: Der Krinkberg bei Schenefeld und die Holsteinischen Silberfunde. Universitäts-Buchhandlung Paul Toeche, Kiel 1890, S. 10 ff
  6. Erwin Nöbbe: Der karolingische Münzschatz vom Krinkberg. Wachholz, Neumünster 1936, S. 136-160.
  7. Michael Bellmann: Pöschendorf. Das christliche Urdorf in Holstein?, Itzehoe 2015, ISBN 978-3-00-047773-7; S. 55 ff

Koordinaten: 54° 1′ 50″ N, 9° 28′ 19,8″ O