Krottensee (Gmunden)

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Krottensee
Krottensee in Gmunden.JPG
Geographische Lage Oberösterreich, Österreich
Zuflüsse keiner
Abfluss keiner
Ufernaher Ort Gmunden
Daten
Koordinaten 47° 55′ 31″ N, 13° 48′ 33″ OKoordinaten: 47° 55′ 31″ N, 13° 48′ 33″ O
Krottensee (Gmunden) (Oberösterreich)
Krottensee (Gmunden)
Höhe über Meeresspiegel 465 m ü. A.
Fläche ca. 3,5 hadep1
Länge 260 m
Breite 225 m

Besonderheiten

Toteisloch mit Schwingrasen; Naturdenkmal

Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-FLÄCHEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-SEEBREITE

Der Krottensee ist ein Toteissee im Stadtgebiet von Gmunden. Der Krottensee ist ein eutropher Klarwassersee mit umfangreichen Verlandungsbeständen. Aufgrund seiner vielfältigen Flora wurde der See 1980 als Naturdenkmal (Listeneintrag) ausgewiesen.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich von Krot (Kröte) her.[1] Im Franziscäischen Kataster wird Krottenseer, vermutlich der Hausname eines landwirtschaftlichen Anwesens, im Nordosten des heutigen Naturdenkmales, vermerkt.[2]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See befindet sich im Ortsteil Traundorf (KG Schlagen) zwischen der Krottenseestraße und dem Schloss Cumberland und ist ein Teil des Cumberland-Schlossparks. Er weist eine Tiefe von maximal 2 Metern auf. Darunter befindet sich eine bis zu 5 m mächtige Faulschlammschicht.

Geschichte und Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Hallstattzeit wurden in der Umgebung des Krottensees Menschen in Brandgräbern bestattet. Im Mittelalter stand das Gewässer als Löschwasser-Reservoir zur Verfügung, im 19. Jahrhundert wurde das Krottenseegebiet als Streuwiese benutzt. Ab den 1950er-Jahren kam es zu Aufschüttungen und Müllablagerungen.[3] Das gänzliche Zuschütten oder gezielte Austrocknen[4] des Sees wurde schlussendlich aus finanziellen Gründen und durch Idealisten verhindert. Der See wird ab 1996 in kleineren, lokal begrenzten Bereichen alle drei bis fünf Jahre vorsichtig revitalisiert.[5] Durch die lang andauernde Hitzeperiode im Sommer 2018 war der See fast ausgetrocknet.[6] Der Wasserstand hat sich 2019 wieder normalisiert.

Unterhalb von Schloss Cumberland verläuft ein kurzer Weg mit Schautafeln, von dem ein guter Blick insbesondere auf den sogenannten Nordgraben des Krottensees (siehe Foto) besteht.

Die Insel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der schönste und zugleich sensibelste Teil des Krottensee ist seine Insel, für die ein absolutes Betretungsverbot besteht. Sie weist eine einmalige Vegetation auf.

Morphologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Krottensee füllt ein Toteisloch innerhalb der Endmoräne des Traunseegletschers der Würm-Kaltzeit. Die Fläche des Sees beträgt etwa 3,5 ha. Davon werden 0,7 ha von offener Wasserfläche eingenommen. Den größten Anteil bedeckt ein bewaldeter Schwingrasen, der von einem 1 bis 5 m schmalen, grabenartigen und teilweise verlandeten Stillgewässer umschlossen ist und daher eine Insel bildet. Der See hat keine oberflächlichen Zubringer oder Abflüsse.[1]

Vegetation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Krottensee zeichnet sich durch unterschiedliche Lebensraum-Typen aus (Schwingrasen mit Moorwald, freie Wasserfläche und ihre Verlandungssümpfe, Laubwald), in denen seltene Pflanzen wachsen, wie etwa Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundiflora), Sumpf-Blutauge (Comarum palustre) und Schmalblättrige Lorbeerrose (Kalmia angustiflolia).[7] Daneben sind bis 23 Moosarten und 250 Pilzarten zu finden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Roithinger, Gundula Huber, Franz Maier, Robert Krisai: Der Krottensee in Gmunden (OÖ) – Vegetation, Flora und Naturschutz unter Berücksichtigung der Limnologie und Vegetationsgeschichte. Hrsg.: Amt der oberösterreichischen Landesregierung. Salzburg 1995 (PDF [abgerufen am 25. Oktober 2018]).
  • Christian D. Jersabek, Robert Schabetsberger: Limnologische Charakterisierung des Naturdenkmals „Krottensee bei Gmunden“. Hrsg.: Amt der oberösterreichischen Landesregierung. Salzburg 1994 (PDF [abgerufen am 25. Oktober 2018]).
  • Eva Konrad: Die Vegetationsgeschichte des Krottensees. Hrsg.: Amt der oberösterreichischen Landesregierung. Salzburg 1994 (PDF [abgerufen am 25. Oktober 2018]).
  • Robert Krisai, Roland Schmidt: Die Moore Oberösterreichs. Hrsg.: Amt der oberösterreichischen Landesregierung. Linz 1983 (PDF [abgerufen am 25. Oktober 2018]).
  • Werner Huemer/Peter Räuschl, Der Krottensee, Eigenverlag (Gymnasium Ort der Kreuzschwestern in Gmunden). o. J.
  • Karl Piringer, Gmundner Chronik, Band V, oberösterreichischer Landesverlag, Linz, 1985

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Krottensee, in Land Oberösterreich: Geografisches Naturschutzinformationssystem (GENISYS)
Commons: Krottensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Krisai, Robert: Die Moore Oberösterreichs. S. 204–206.
  2. Roithinger, Gottfried et al.: Der Krottensee in Gmunden (OÖ). S. 25
  3. Huemer/Räuschl: Der Krottensee in Gmunden,. S. 1, 3, 12.
  4. Piringer Karl: Gmundner Chronik. Band V, S. 131, 136, 146, 148, 168.
  5. Oberösterreichische Nachrichten (OÖN) vom 13. Oktober 2017, Hornblatt bedroht den Krottensee – Idealisten verteidigen ihn
  6. Edmund Brandner: Krottensee-Wasserpegel liegt bereits 67 Zentimeter unter dem Normalwert. In: Oberösterreichische Nachrichten. 22. August 2018, abgerufen am 25. Oktober 2018.
  7. Roithinger, Gottfried et al.: Der Krottensee in Gmunden (OÖ). S. 3–4