Löcher. Die Geheimnisse von Green Lake

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Löcher. Die Geheimnisse von Green Lake (engl. Originaltitel Holes) ist ein Roman von Louis Sachar, der 1998 veröffentlicht wurde. Die deutsche Übersetzung von Birgitt Kollmann erschien im Jahr 2000 bei Beltz & Gelberg.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Buch geht es um den Fluch, der seit mehreren Generationen auf der Familie Yelnats lastet. Unwissentlich befreit der 14-jährige Stanley Yelnats IV. sich und seine Eltern von diesem Fluch.

Stanleys Ururgroßvater, Elya Yelnats, hatte in Lettland einer alten Dame (Madame Zeroni) ein Versprechen abgegeben, aber nicht eingehalten. Ab diesem Zeitpunkt waren er und alle seine Nachkommen vom Pech verfolgt, oder anders gesagt, immer zur falschen Zeit am falschen Ort; so auch der 14-jährige Stanley. Er wird trotz seiner Unschuld für eineinhalb Jahre in ein Besserungscamp geschickt, wo kriminelle Jugendliche ihren Charakter stärken sollen. Trotz des Namens Camp Green Lake gibt es keinen See und die Charakterbildung beschränkt sich auf das monotone Buddeln von Löchern im hartgetrockneten Seegrund. Stanley wundert sich und erkennt im Verlauf seines Aufenthalts, dass die Campleitung die Grabungsarbeiten nur vorgeblich zur Charakterbildung fordert, tatsächlich jedoch nach etwas sucht. Als er tatsächlich etwas ans Tageslicht fördert, zeigen sich Verbindungen in seine Familienvergangenheit.

In einem zweiten Erzählstrang wird die Geschichte von Kate Barlow und Sam erzählt. Als sich die weiße Frau in den schwarzen Sam verliebt, wendet sich das Dorf gegen das Paar und nach einer Hetzjagd wird der schwarze Gemüsehändler gelyncht, Kate kann flüchten und wird zu einer Banditin. Bald bekannt und gefürchtet als Kissin´ Kate Barlow, da sie dem ersten Getöteten mit Lippenstift auf die Stirn geküsst hatte. Die Beute ihres 20-jährigen Banditenlebens vergrub sie irgendwo in dem riesigen Gebiet des Green Lake. Eines Morgens erscheint Trout Walker, ein großmäuliger Verehrer, den sie damals abgewiesen hatte. Mit Waffengewalt verlangt er, sie solle ihm das Versteck verraten. Im letzten Moment wird sie jedoch von einer gelb gefleckten Eidechse tödlich gebissen (Diese entspricht äußerlich einer Krokodil-Nachtechse, welche jedoch im Gegensatz zur Romanaussage über kein für den Menschen tödliches Gift verfügt).

Eines der Opfer von Kate Barlow war auch Stanley Yelnats I., der auf seinem Weg durch die Wüste nach Kalifornien von ihr ausgeraubt worden war. Nach seiner Rettung hatte er im Fieberwahn davon gesprochen, auf dem „Daumen Gottes“ Zuflucht gefunden zu haben.

Als es im Camp zu einer Auseinandersetzung kommt, flieht einer der Jugendlichen namens Zero in die Wüste. Es wird keine Suchmannschaft ausgeschickt und auch sonst scheint sich außer Stanley niemand um das Schicksal von Zero zu kümmern. Stanley macht sich alleine auf die Suche und findet Zero. Kurz vor dem Verdursten erreichen sie den rettenden „Daumen Gottes“, bald darauf finden sie auch den Schatz von Kate Barlow.

Zur gleichen Zeit hat Stanleys Vater nach vielen Jahren endlich mit einer seiner Erfindung einen kommerziellen Erfolg: ein Mittel gegen Fußschweiß. Seine Patentanwältin erscheint im Camp und rettet Zero und Stanley buchstäblich in letzter Sekunde aus einer ausweglosen Situation.

Durch die Rettungsaktion von Zero hatte Stanley unwissentlich den uralten Fluch der Familie Yelnats gebrochen: Stanley hatte Zero getragen, einen Nachfahren von Madame Zeroni in Lettland. Der von den beiden gefundenen Schatz von Kate Barlow stellt sich als umfangreich heraus und ermöglicht Stanley und Zero ein sorgenfreies Leben.

Elya Yelnats hatte damals in Lettland von Madame Zeroni ein Wiegenlied vorgesungen bekommen, welches über Generationen weitergegeben worden war. Die Melodie blieb erhalten, doch die Worte veränderten sich. Gleiches geschah bei den Nachfahren von Madam Zeroni. So sangen die beiden Familien zur selben Melodie zwei verschiedene Texte:

If only, if only, the woodpecker sighs,
"The bark on the tree was as soft as the skies."
While the wolf waits below, hungry and lonely,
crying to the moo-oo-oon,
"If only, if only."
(gesungen von Stanleys Mutter)

If only, if only, the moon speaks no reply;
Reflecting the sun and all that´s gone by.
Be strong my weary wolf; turn around boldly.
Fly high, my baby bird,
my angel, my only.
(gesungen von Zeros Mutter)

Rezension[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Steinhöfel schreibt in seiner Rezension des Romans in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „"Löcher" ist eines jener Bücher, über deren Inhalt man kaum ein Wort verlieren darf, weil man sonst automatisch zum Spielverderber wird. Daher nur so viel: Hier geht es um Kostbareres als um den Schatz, den Stanley schließlich ausgräbt. Es geht um die ganz großen, schicksalhaften Dinge.“[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfilmung und Bühne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Löcher wurde im Jahr 2003 von Regisseur Andrew Davis verfilmt und in Deutschland unter dem Titel Das Geheimnis von Green Lake (Originaltitel des Films: Holes) veröffentlicht. Die Hauptdarsteller sind Sigourney Weaver, Jon Voight, Shia LaBeouf und Patricia Arquette.

Die europäische Erstaufführung der Bühnenfassung Löcher fand am 3. April 2008 im Theater der Jugend in Wien statt. Regie führte Gerald Maria Bauer.[2]

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Länge, Breite, Tiefe je einsfünfzig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Oktober 2000. Abgerufen am 29. Juni 2014.
  2. Löcher auf der Seite des Theater der Jugend Wien.