Lala Kara Mustafa Pascha

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Grabmal in Famagusta, 1908

Lala Kara Mustafa Pascha oder auch Lala Mustafa Pascha (* um 1500; † 7. August 1580) war ein osmanischer General und, allerdings nur für kurze Zeit, Großwesir. Sein Ehrentitel Lala bedeutet „Tutor des Sultans“; er war lange Zeit der persönliche Lehrer der Söhne Sultan Selims II.

Lala Mustafa war bis zum Beylerbey von Damaskus aufgestiegen und dann Fünfter Wesir geworden, ehe er 1565 die osmanischen Landtruppen bei der Belagerung von Malta befehligte und danach auch die Landtruppen, die 1570–71 das bis dahin venezianische Zypern eroberten.

Vom 28. April bis zum 7. August 1580 war er kurzzeitig Großwesir des Reiches (siehe Liste der Großwesire des Osmanischen Reiches). Mustafa war für seine Grausamkeit gegenüber besiegten Gegnern bekannt, wie seine Behandlung von Marcantonio Bragadin, dem venezianischen Verteidiger von Famagusta, anschaulich bewies.

Die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee in Famagusta wurde nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uberto Foglietta: The Sieges of Nicosia and Famagusta. Waterlow & Sons, London 1903.
  • Edward Hamilton Currey: Sea-Wolves of the Mediterranean. London 1910.
  • Ernle Bradford: The Great Siege. Malta 1565, London 1961 (deutsch: Der Schild Europas, Universitas-Verlag, 1978. Ullstein, München 1979 ISBN 3-548-34912-9)
  • Josef Matuz: Mustafa Pascha, Lala, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 3. München 1979, S. 278 f.
  • Tim Pickles. Malta 1565. Last Battle of the Crusades. (= Osprey Campaign Series; 50). Osprey Publishing, 1998.
  • Stephen C. Spiteri: The Great Siege. Knights vs. Turks, 1565, Selbstverlag, Malta 2005.
Vorgänger Amt Nachfolger
Semiz Ahmed Pascha Großwesir des Osmanischen Reiches
8. April 1580–7. August 1580
Koca Sinan Pascha