Lebensbund

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Lebensbund bezeichnet eine lebenslange Verbindung (Bund fürs Leben) zwischen zwei oder mehr Menschen, die mit einer Zeremonie oder dem Eintritt in eine Organisation beginnt. Der Begriff wird benutzt zur Beschreibung von Partnerschaften sowie von religiösen oder spirituellen Kollektiven oder von Mitgliedern von Studentenverbindungen.

Das Prinzip des Lebensbundes ist eine vormoderne, korporative Gestaltung sozialer Beziehungen, wie beispielsweise in Korporationen der ständischen Gesellschaft, die freiwilligen Eintritt oder Austritt nicht kennen oder gar verbieten. Moderne Institutionen verschaffen dem Prinzip meist ohne juristische Sanktionen durch Gewährung von Vergünstigungen Geltung. Dem Konzept nach kommt das Lebensbundprinzip aber auch in vielen anderen sozialen Verbindungen wie beim Militär vor. Bekannte Beispiele hierfür sind die französische Fremdenlegion und die Marineinfanterie der Vereinigten Staaten.

Studentenverbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Studentenverbindungen haben neu aufgenommene Studenten zunächst eine Probezeit von ein oder mehreren Semestern zu durchlaufen, während der sie als Fuchs in das Verbindungsleben hineinwachsen sollen. Danach werden sie als Bursche endgültig aufgenommen. Im Rahmen des damit eingegangenen Lebensbundes ist ein Verbindungsmitglied gehalten, später als Berufstätiger die Unterstützung, die er selbst im Studium erfahren hat, zurückzugeben in Form von Spenden, Einladungen, finanziellen Beiträgen zum Altherrenverein, der Aufwendungen der Studentenverbindung finanziert, oder durch Beratung und Unterstützung in Fragen individueller beruflicher Weiterentwicklung: der Lebensbund stellt generationsübergreifenden Austausch zwischen Studenten und ehemaligen Studenten her, Eintritt und Austritt erfolgen freiwillig.

Die ersten studentischen Zusammenschlüsse, die dieses Prinzip praktizierten, waren die Studentenorden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als diese sich auflösten und die ersten Verbindungen im heutigen Sinne, die später so genannten Corps, entstanden, übernahmen einige von ihnen – besonders im süddeutsch-bayerischen Raum – diese Form des Zusammenlebens (siehe dazu auch Lebenscorps und Waffencorps). Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts war das Prinzip des Lebensbundes bei allen Studentenverbindungen üblich.[1]

Jugendbewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Jugendbewegung wurden Vorstellungen vom Männer- und Lebensbund vor allem in der Zeit zwischen den Weltkriegen vermittelt durch Kontakt mit der Ideenwelt des Dichters Stefan George aufgenommen, was zur Entstehung der Bündischen Jugend führte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Silke Möller: Zwischen Wissenschaft und „Burschenherrlichkeit“. Studentische Sozialisation im Deutschen Kaiserreich, 1871–1914 (= Pallas Athene. Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Bd. 4). Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07842-8, 119 ff., (Zugleich: Bielefeld, Universität, Dissertation, 2000).