Logikrätselgattung

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Viele Zeitungen und Zeitschriften drucken regelmäßig Logikrätsel ab, welche nach immer gleichen Regeln zu lösen sind. Ein bekanntes Beispiel ist das Sudoku. Zur Unterscheidung dieser von einzelnen Exemplaren solcher Rätsel, sowie von gänzlich anderen Logikrätseln (z.B. mathematischen Rätselreimen) wird hier von einer Logikrätselgattung gesprochen.

Allgemeine Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anleitung und Angabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allen Logikrätselgattungen ist gemein, dass sich die Aufgabe, die zu lösen ist, aus einer Anleitung und einer Angabe zusammensetzt. Die Anleitung (auch: Regeln) bezeichnet hierbei die Lösungsvorschrift, die für jedes Logikrätsel einer Gattung gilt, z.B. bei Sudoku den Text: „Füllen Sie die Felder dieses Rasters so mit den Zahlen von 1 bis 9, dass jede Spalte, jede Zeile und jeder 3×3-Block diese je genau einmal enthält.“ Die Angabe hingegen besteht aus den immer verschiedenen Vorgaben, von denen auszugehen ist; im Beispiel von Sudoku sind dies die bereits eingezeichneten Zahlen.

Stets gibt es genau eine, eindeutige Lösung.

Häufige Strukturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Logikrätselgattungen basieren auf einem Raster von quadratischen Feldern. Oft müssen diese mit Zahlen oder anderen Symbolen ausgefüllt werden, manchmal zu abgeschlossenen Bereichen verbunden werden, manchmal muss entlang ihrer Grenzen eine Linie gezogen werden. Bei Honigwabe oder manchen Varianten von Slitherlink handelt es sich um einen Raster von sechseckigen Feldern. Andere, wie das Symbolrätsel oder Hashiwokakero sind gänzlich verschieden aufgebaut. Bei Loopy wiederum muss eine geschlossene Kurve in den Feldern gefunden werden.

Bei vielen Gattungen ist es der Fall, dass die Angabe von derselben Form ist wie die zu findende Lösung. Ein Beispiel ist das Sudoku: Einige Zahlen sind bereits eingezeichnet, die restlichen müssen gefunden werden.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste derartige Logikrätsel wurde am 19. November 1892 in der Französischen Tageszeitung Le Siècle veröffentlicht. Es handelte sich um ein Magisches Quadrat, aus dem einige Zahlen entfernt wurden, welche der Leser rekonstruieren sollte.[1] Da eine große Zahl an weiteren Rätseln nach demselben Prinzip, also mit derselben Anleitung aber einer anderen Angabe, erstellt werden können, kann hier von einer Logikrätselgattung gesprochen werden. Tatsächlich erschienen daraufhin mehrere Jahre lang derartige Rätsel in Le Siècle. Aus dieser Gattung entwickelte sich später das Sudoku, welches erst in Rätselzeitschriften und dann in vielen Zeitungen weltweit veröffentlicht wurde.

Ebenfalls früh in Zeitungen vertreten waren die Symbolrätsel, welche auch zunächst in Logikrätselzeitschriften erschienen. Diese beiden Rätselgattungen machten derartige Logikrätsel durch ihre breite Veröffentlichung sehr bekannt, woraufhin viele Rätselautoren weitere derartige „serienfähige“ Rätsel erdachten. Diese erscheinen meist in Rätselzeitschriften, die populärsten jedoch auch in Tageszeitungen und anderen Medien.

Quellenverzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Boyer: Supplément de l’article " Les ancêtres français du sudoku " (PDF) In: Pour la Science (Nachdruck). Mai 2006, S. 1–6. Abgerufen am 3. August 2009.