Möschbach

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Möschbach
Spitzenbach
Möschbach in der Wilhelmstraße (offengelegt)

Möschbach in der Wilhelmstraße (offengelegt)

Daten
Gewässerkennzahl DE: 271932
Lage Bad Honnef
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle südlich des Ölenders im Siebengebirge
50° 39′ 56″ N, 7° 14′ 24″ O
Quellhöhe ca. 265 m ü. NHN
Mündung in den RheinKoordinaten: 50° 38′ 53″ N, 7° 12′ 52″ O
50° 38′ 53″ N, 7° 12′ 52″ O
Mündungshöhe 49 m ü. NHN
Höhenunterschied ca. 216 m
Sohlgefälle ca. 63 ‰
Länge 3,4 km[1]
Gemeinden Bad Honnef

Der Möschbach (im Unterlauf auch Spitzenbach, früher Spitzerbach[2]) ist ein Bach in Bad Honnef mit einer Länge von rund 3,5 Kilometern. Er entspringt oberhalb des Ortsteils Rommersdorf im Annatal des Siebengebirges und mündet von rechts in den Mittelrhein. Der Bach trägt die Fließgewässerkennziffer 271932, sein Einzugsgebiet umfasst 2,5 km².[1]

Auf seinem ersten Drittel verläuft der Bach entlang der beiden Breiberge und des Korferbergs oberirdisch sowie naturnah und wird zweimal gestaut. Auf etwa 127 m ü. NHN nimmt er von links den Tretschbach auf, der früher auch als sein Oberlauf angesehen wurde.[3] Anschließend taucht er bei Rommersdorf erstmals in einen Kanal ab. Auf seinem weiteren Lauf ist der Bach seit 2008 auf einer Strecke von rund 220 m mit einem neuen Verlauf wieder offengelegt[4], nachdem er dort in den 1930er-Jahren kanalisiert worden war. Zur Unterquerung von Hauptstraße, Bundesstraße 42, Eisenbahnstrecke und Siebengebirgsbahn fließt der Bach wieder unterirdisch, bevor er in den Rhein mündet. An der Möschbachstraße befindet sich eine Rechenanlage, außerdem bestehen mehrere Wasserrückhaltebecken und Mauerwerkbefestigungen. Nach dem Bach ist über die gleichnamige Straße die Haltestelle Bad Honnef Am Spitzenbach der Siebengebirgsbahn benannt.

Innerhalb des Rheintals hat der Möschbach im Holozän einen umfangreichen Schwemmfächer angehäuft, dessen Ablagerungen im Wesentlichen aus tonig-sandigem Schluff bestehen.[5] In der Jesuitenkarte von etwa 1749 wurde der Bach als Rommersdorfer Bach bezeichnet.[6] Der Gewann-Name „Auf der Möschbach“ bedeutet „(Am) Sperlingsbach“.[7] Der Name Spitzenbach bzw. früher Spitzerbach – bezugnehmend auf den ebenfalls bereits in der Jesuitenkarte von etwa 1749 erwähnten Flurnamen An der Spitze – für den Unterlauf des Baches ist auf einen scharfen Knick zurückzuführen, den er im Bereich der heutigen Hauptstraße zur Umgehung der sogenannten Peschwiese machte.[8] Auf Höhe der Göringallee (früher Rommersgasse, heute Am Spitzenbach) verlief der Bach noch in den 1920er-Jahren oberirdisch und war zu einem Teich aufgestaut.[2][9] Für die Zukunft ist eine weitere Offenlegung des Möschbachs geplant (Stand: April 2016).[10]

„[I]n Rommersdorf hat [der Bach] manchmal Schaden angerichtet und bei wolkenbruchartigen Regen sich sogar durch die Felder ein Bett bis in die Gräben der alten Burg gebrochen. Jetzt ist ihm im Dorf ein solides Rinnsal gebaut und dadurch hoffentlich den häufigen Klagen der Umwohner abgeholfen.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Möschbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gewässerverzeichnis des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW 2010 (XLS; 4,67 MB)(Hinweise)
  2. a b J[ohann] J[oseph] Brungs: Die Stadt Honnef und ihre Geschichte. Verlag des St. Sebastianus-Schützenvereins, Honnef 1925, S. 11, 363 (Neudruck 1978 durch Löwenburg-Verlag, Bad Honnef).
  3. a b J[ohann] J[oseph] Brungs: Die Stadt Honnef und ihre Geschichte. Verlag des St. Sebastianus-Schützenvereins, Honnef 1925, S. 11 (Neudruck 1978 durch Löwenburg-Verlag, Bad Honnef).
  4. Möschbach kommt ans Tageslicht. In: Kölnische Rundschau/Bonner Rundschau. 18. Dezember 2007.
  5. Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.); Gangolf Knapp, Klaus Vieten: Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen 1:25.000. Blatt 5309 Königswinter. 3., überarbeitete Auflage, Krefeld 1995.
  6. Grundbesitz des Kölner Jesuitenkollegs bei Bad Honnef, kolorierte Federzeichnung, Maßstab 1:300, 67 × 36 cm; Abdruck in Adolf Nekum: Der Weinbau in Honnef – Erinnerungen an eine 1.100jährige Geschichte (=Heimat- und Geschichtsverein „Herrschaft Löwenburg“ e.V.: Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef am Rhein, Heft 10). Bad Honnef 1993, S. 41/42.
  7. Helmut Arntz (unter Mitarbeit von Adolf Nekum): Urkataster und Gewannen: am Beispiel der Gemeinde Honnef 1824/1826 (=Heimat- und Geschichtsverein „Herrschaft Löwenburg“ e.V.: Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef am Rhein, Heft 13, Bad Honnef 2000; Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V.: Schriften zur Weingeschichte, ISSN 0302-0967, Nr. 133, Wiesbaden 2000). S. 136, 140.
  8. Die Geschichte von "Am Spitzenbach" ist abenteuerlich, General-Anzeiger, 17. Oktober 2013
  9. Karl Josef Klöhs: Kaiserwetter am Siebengebirge. Edition Loge 7, Königswinter 2003, ISBN 3-00-012113-7, S. 131.
  10. Ein natürliches Bett für den Möschbach, General-Anzeiger, 26. April 2016