Magneto Optical Disk

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Dieser Artikel behandelt die MO-Disk. Nicht zu verwechseln mit der M-DISC
Speichermedium
Magneto Optical Disk
MO OLYMPUS OL-D640.jpg
Magneto Optical Disc von Olympus mit 640 MB
Allgemeines
Typ magnetisch
Kapazität 128–16.700 MB
Größe 90 mm (3,5″) / 130 mm (5,25″)

Die Magneto Optical Disk (MO-Disk auch MOD, dt. „magnetooptische Diskette“) ist ein rotierendes Speichermedium, das magnetisch beschrieben und optisch ausgelesen wird.

Bei der Magneto Optical Disc gibt es keine einheitliche Schreibweise. Man findet sowohl Magneto Optical Disc, Magneto Optical Disk als auch MO-Diskette oder kurz MO. Letztere gibt es auch in den populären Varianten MO-Laufwerk und MO-Medium (bzw. seltener) MO-Cartridge.

Magnetooptische Technologie[Bearbeiten]

Während alle anderen Aufzeichnungsarten entweder magnetische (z.B. Festplatten) oder optische Verfahren (z.B. DVD) verwenden, kombiniert die magnetooptische Technologie beide Verfahren.

Die Aufzeichnung erfolgt magnetisch. Allerdings ist das Material der MO-Disks bei Raumtemperatur nicht magnetisierbar. Dies ist erst oberhalb der Curie-Temperatur möglich, sodass das Material erhitzt werden muss, damit es magnetisierbar ist. Dazu wird ein Laserstrahl benutzt. Der Vorteil liegt darin, dass die Medien unempfindlich gegen Magnetfelder sind und die Magnetisierung auch bei langer Lagerung erhalten bleibt. Die Magnetisierung ist sozusagen dauerhaft eingefroren.

Die unterschiedlich magnetisierten Bereiche reflektieren Licht durch den magnetooptischen Kerr-Effekt unterschiedlich, sodass zum Auslesen ebenfalls ein Laserstrahl mit Optik mit Wollaston-Prisma eingesetzt werden kann. Dieser hat eine geringe Leistung, da er das Material nicht erhitzen muss bzw. soll.

Vor dem Schreiben ist zusätzlich ein Löschvorgang nötig, der ebenfalls durch das Erhitzen der Spur über den Curie-Punkt realisiert wird. Bei speziellen Overwrite-Medien (erkennbar am Logo „OW“, bekannt unter dem Namenszusatz LIMDOW bei Fujitsumedien) ist der Löschvorgang überflüssig; es wird ohne vorherigen Löschvorgang geschrieben. Dadurch verdoppelt sich die Schreibgeschwindigkeit. Das Laufwerk muss solche Overwrite-Medien unterstützen.

Spezifikation der Medien[Bearbeiten]

Das Wissen über die Spezifikation des Datenträgers ist nützlich bei der Bewertung der MO-Technik und beim Kauf von MO-Geräten und -Medien. Im folgenden werden nur die Informationen dargestellt, die von unmittelbarem, allgemeinen Interesse sind. Rein technische Details sind in den Quellen ersichtlich, siehe Kapitel Standards.

Aussehen
Die MO-Medien sind dauerhaft in einer Schutzhülle, die einer 3,5"-Diskette ähnelt, untergebracht, daher auch der Name MO-Disk. Diese Schutzhülle wird auch als Cartridge bezeichnet. Ein 3,5"-MO-Medium ist ungefähr doppelt so dick wie eine 3,5″-Diskette.
Durchmesser
Die MO-Medien gibt es in zwei verschiedenen Durchmessern: 90 mm (entspricht dem 3,5″-Formfaktor) und 130 mm (das dem 5,25"-Format entspricht).
Speicherkapazität
Die Speicherkapazität der MO-Medien hängt vom Durchmesser, der Spurdichte, der Bitdichte und der Sektorgröße ab. Folgende Kapazitäten sind üblich, wobei die jeweils kleineren nur zur Unterstützung älterer Laufwerke noch erhältlich sind:
Durchmesser Sektorengröße Speicherkapazität
3,5" 512 Byte 128 MB (MegaByte), 230 MB, 540 MB
3,5" 2.048 Byte 640 MB, 1.300 MB und 2300 MB
5,25" 512 Byte 650 MB bis 9.100 MB
5,25" 1.024 Byte 650 MB bis 9.100 MB
5,25" 2.048 Byte 5.200 MB bis 16.700 MB
5,25" 4.096 Byte bis 9.100 MB

Unterschiede zwischen der MO und einer DVD-RAM[Bearbeiten]

Eine geöffnete MOD, deren Sektorierung man mit bloßem Auge erkennen kann
Eine DVD-RAM besitzt die gleiche (sichtbare) Sektorierung wie eine MOD.

In der Literatur und Praxis wird die MO gelegentlich mit der DVD-RAM verglichen. Beide Speichermedien weisen die Gemeinsamkeit der Sektorierung auf (vgl. Abbildungen), aber ansonsten haben sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Aufnahmeverfahren (optisch bzw. magnetisch) nicht viel gemeinsam.

Neben diesen prinzipbedingten Unterschieden unterscheiden sich DVD-RAM und MO bei der Speicherkapazität, den Medienpreisen, der Transferleistung sowie der Verbreitung. Eine aktuelle 3,5"-MO-Disk bringt es auf maximal 2,3 GB, eine DVD-RAM auf 4,7 GB. Preislich gibt man für eine 2,3-GB-MO-Disk gut 16 Euro, für ein 4,7-GB-DVD-RAM-Medium etwa 2,40 Euro aus (Stand Mai 2007). Die Transferdatenraten von DVD-RAM-Laufwerken sind denen von MO-Laufwerken überlegen. MO-Systeme findet man eher in professionellen IT-Bereichen, wohingegen ein DVD-RAM-Brenner heutzutage für jedermann erschwinglich ist.

Die MOD wird von neueren Betriebssystemen als Festplatte erkannt, während die DVD-RAM in wenigen Einzelfällen nur als DVD-Brenner eingebunden wird. Wird ein DVD-RAM-Laufwerk als DVD-Brenner erkannt und installiert, lässt sich dieser anschließend nur mit einer beliebigen Packet-Writing-Software beschreiben. Zusätzlich kann man betriebssystemsabhängig einen DVD-RAM-Brenner auch über einen DVD-RAM-Gerätetreiber als unter Umständen eingeschränkten Wechseldatenträger ansprechen. Bei aktuellen Betriebssystemen wird eine DVD-RAM aber ebenfalls wie eine Festplatte oder Diskette bedient.

Bei Formatierung der DVD-RAM mit FAT32 arbeitet der Brenner wie eine Festplatte. Dateien lassen sich kopieren oder per Drag and Drop auf das geöffnete Medium ziehen und werden sofort geschrieben.

MOD besitzt gegenüber der DVD-RAM eine höhere physikalische Datensicherheit (Zuverlässigkeit), da

  • MO-Medien vollkommen lichtunempfindlich sind
  • MO-Medien bis ca. 100 °C temperaturunempfindlich sind
  • aktuelle MO-Medien immer von einer schützenden Kunststoffhülle (Cartridge) umgeben sind, DVD-RAM-Medien dagegen lesegerätabhängig immer häufiger ohne Cartridge verwendet werden, was die Gefahr von Beschädigungen (z. B. Kratzer) bei der Verwendung erhöht.
  • MO-Medien immer über einen mechanischen Schreibschutzschalter verfügen, der das Löschen durch Fehlbedienung oder durch fehlerhafte Software zuverlässig verhindert.

Gefährdungen[Bearbeiten]

Betriebssysteme, wie Microsoft Windows, beschreiben Teile des Datenträgers bei jedem Systemstart, bei jeder Prüfung oder bei jedem Neueintrag an einzelnen Stellen (Sektoren) immer wieder neu, so dass der Datenträger zwar langzeitlich erhalten bleibt und sein Dateninhalt ebenso ohne Schaden bleibt, aber beispielsweise das Verzeichnis der gespeicherten Daten nicht mehr gelesen werden kann. MODs dürfen daher nicht im permanenten Systemzugriff betrieben werden, will man solche Defekte vermeiden.

Ähnliche Technologien[Bearbeiten]

Das Audio-Medium MiniDisc von Sony verwendet die gleiche Technik wie MO-Laufwerke.

Eine iDPhoto (ID-Photo) ist eine MO-Diskette und wurde im Jahr 2000 von Sanyo auf den Markt gebracht.

Standards[Bearbeiten]

Der Hyper-Storage-Standard wurde von Sony, Hitachi und 3M entwickelt. Hyper Storage fand keine große Verbreitung.

Der GIGAMO-Standard wurde zusammen von Sony und Fujitsu entwickelt. Fujitsu entwickelte die Laufwerke, Sony verbesserte die Medien.

Durchmesser Speicherkapazität ISO/IEC ECMA Jahr Bemerkungen
90 mm 128 MB 10090[1] 154[2] 1991
90 mm 230 MB 13963[3] 201[4] 1993
90 mm 385 MB 223[5] 1995
90 mm 540 MB, 640 MB 15041 1997
90 mm 650 MB 15498 239[6] 1996 Hyper Storage 1[7]
90 mm 1,3 GB 17346[8] 351[9] 2003 Original GIGAMO[10]
90 mm 2,3 GB 22533[11] 353[12] 2004 2.3-GB-GIGAMO[13]
130 mm 650 MB 10089 1991
130 mm 650 MB 11560[14] 153[15] 1991 nur WORM
130 mm 1 GB 13481[16] 183[17] 1992
130 mm 1,3 GB 13549[18] 184[19] 1992
130 mm 2 GB 13842[20] 195[21] 1995
130 mm 2,6 GB 14517 1996
130 mm 5,2 GB 15286 1999
130 mm 9,1 GB 22092[22] 322[23] 2001

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Verbreitung der MO war über ihre gesamte Bauzeit relativ gering. Bis auf dem NeXTcube (wo die MO anstelle einer Festplatte serienmäßig zum Einsatz kam), war sie meist entweder nur ein Transportmedium (bspw. in der Grafik- oder Medizin-Branche) oder ein Backupmedium. Im Musikbereich und Privathaushalten wurde die MO oft auch als zusätzlicher Speicher für persönliche Dokumente bzw. Musiktitel genutzt.

Sehr beliebt und verbreitet ist die MO auf ihrem Heimatmarkt Japan. Der letzte große Hersteller von MO-Laufwerken - Fujitsu - stellte 2007 den Verkauf für Europa ein. Vereinzelt sind MO-Datenträger in Europa noch im Internet erhältlich,[24] jedoch sind die dafür erforderlichen Laufwerke für Privatpersonen kaum erschwinglich.[25][26] In Japan sind MO-Laufwerke noch erhältlich.

Nachfolge[Bearbeiten]

In der Forschung gab es auch Ansätze für MO-Medien in größeren Speichervolumen, die aber nicht bis zur Serienreife entwickelt wurden, weil das Speichervolumen-Bedarf bei den Benutzern sich viel rasanter entwickelt hat. Für viele Anwendungsfelder sind inzwischen deutlich größere Speichervolumen erforderlich.

Der britische Hersteller Plasmon hat die Ultra Density Optical (UDO) als Nachfolger der MOD für den professionellen Unternehmenseinsatz entwickelt. Dabei handelt es sich aber nicht um ein magnetooptisches, sondern um ein rein optisches Aufzeichnungsverfahren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://standards.iso.org/ittf/PubliclyAvailableStandards/s018063_ISO_IEC_10090_1992(E).zip
  2.  Standard ECMA-154. ([1], abgerufen am 8. Februar 2008).
  3. http://standards.iso.org/ittf/PubliclyAvailableStandards/s023527_ISO_IEC_13963_1995(E).zip
  4.  Standard ECMA-201. ([2], abgerufen am 8. Februar 2008).
  5.  Standard ECMA-223. ([3], abgerufen am 8. Februar 2008).
  6.  Standard ECMA-239. ([4], abgerufen am 8. Februar 2008).
  7.  Hitachi Systems: Hyper Storage 1 (jap.). ([5], abgerufen am 8. Februar 2008).
  8. http://standards.iso.org/ittf/PubliclyAvailableStandards/c040172_ISO_IEC_17346_2005(E).zip
  9.  Standard ECMA-351. ([6], abgerufen am 8. Februar 2008).
  10.  Technologies of "GIGAMO" System. ([7], abgerufen am 8. Februar 2008).
  11. http://standards.iso.org/ittf/PubliclyAvailableStandards/c041003_ISO_IEC_22533_2005(E).zip
  12.  Standard ECMA-353. ([8], abgerufen am 8. Februar 2008).
  13.  Fujitsu and Sony Expand GIGAMO Standard to 2.3GB. ([9], abgerufen am 8. Februar 2008).
  14. http://standards.iso.org/ittf/PubliclyAvailableStandards/s019514_ISO_IEC_11560_1992(E).zip
  15.  Standard ECMA-153. ([10], abgerufen am 8. Februar 2008).
  16. http://standards.iso.org/ittf/PubliclyAvailableStandards/s022083_ISO_IEC_13481_1993(E).zip
  17.  Standard ECMA-183. ([11], abgerufen am 8. Februar 2008).
  18. http://standards.iso.org/ittf/PubliclyAvailableStandards/s022189_ISO_IEC_13549_1993(E).zip
  19.  Standard ECMA-184. ([12], abgerufen am 8. Februar 2008).
  20. http://standards.iso.org/ittf/PubliclyAvailableStandards/s023053_ISO_IEC_13842_1995(E).zip
  21.  Standard ECMA-195. ([13], abgerufen am 8. Februar 2008).
  22. http://standards.iso.org/ittf/PubliclyAvailableStandards/c036091_ISO_IEC_22092_2002(E).zip
  23.  Standard ECMA-322. ([14], abgerufen am 8. Februar 2008).
  24. http://geizhals.at/eu/?cat=zip&xf=1204_MO
  25. http://geizhals.at/eu/?cat=dat&xf=1202_MO
  26. http://geizhals.at/eu/?cat=datex&xf=1202_MO

Literatur[Bearbeiten]

  •  Stephan Becker: Feingebrannt: Höhere Speicherdichten bei magnetooptischen Wechselplatten. In: c’t. 15, Nr. 25, 1998, S. 190-195 ([15] (kostenpflichtig)). – Der Artikel stellt die technischen Unterschiede zwischen der MOD und DVD-RAM verständlich und ausführlich dar.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: MO – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien