Maintalbahn

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Koordinaten: 49° 45′ 21,6″ N, 9° 10′ 31,1″ O

Aschaffenburg–Wertheim
Streckennummer (DB):5220 (Aschaffenburg–Miltenberg Gbf)
5224 (Miltenberg West–Wertheim)
Kursbuchstrecke (DB):781 (bis 2007: 802)
Streckenlänge:68,4 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
C2 (Kleinheubach–Miltenberg
und Miltenberg–Wertheim)
Höchstgeschwindigkeit:Aschaffenburg–Miltenberg: 120 km/h
Miltenberg–Wertheim: 100 km/h
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Main-Spessart-Bahn von Hanau
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Rhein-Main-Bahn von Darmstadt
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0,0 Aschaffenburg Hbf 131 m
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Main-Spessart-Bahn nach Würzburg
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1,7 Aschaffenburg Hochschule (seit Dez 2007)
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2,6 Aschaffenburg Süd
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Strecke nach Aschaffenburg-Nilkheim (derzeit nur GV)
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7,2 Obernau
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9,3 Sulzbach (Main) (ehem. Bf)
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14,6 Kleinwallstadt
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18,5 Obernburg-Elsenfeld
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ehem. Strecke nach Heimbuchenthal
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19,8 Glanzstoffwerke
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22,5 Erlenbach (Main)
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Main
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23,8 Wörth (Main) (ehem. Bf)
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25,9 Klingenberg (Main)
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30,4 Laudenbach (b Kleinheubach)
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33,5 Kleinheubach
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Strecke von Seckach
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36,0
0,5
Miltenberg West
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36,5 Miltenberg Gbf (bis 1977 Miltenberg Hbf)
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1,0 Main (206 m)
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1,6 Miltenberg (bis 1977 Miltenberg Nord) 138 m
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3,6 Bürgstadt
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9,3 Freudenberg-Kirschfurt (bis 2008 Freudenberg (Main))
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13,5 Collenberg (ehem. Bf, bis 2008 Reistenhausen-Fechenbach)
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17,9 Dorfprozelten
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20,4 Stadtprozelten
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22,8 Faulbach (Main)
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25,9 Grünenwört
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28,1 Hasloch (Main) (ehem. Bf)
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28,9 Main (247 m)
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29,7 Wertheim-Bestenheid (bis 2008 Wertheim Glashütte)
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32,8 Wertheim 144 m
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ehem. Strecke nach Lohr (bis 1976)
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Taubertalbahn nach Crailsheim

Die Maintalbahn ist eine eingleisige Hauptbahn entlang des Mains in Bayern und Baden-Württemberg. In Miltenberg besteht eine Anschlussmöglichkeit an die Bahnstrecke Seckach–Miltenberg („Madonnenlandbahn“) nach Walldürn und Seckach. Im baden-württembergischen Wertheim schließt sich die Taubertalbahn an, die von Wertheim nach Crailsheim führt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brücke über den Main in Miltenberg (April 2009)
Bahnstrecken in Miltenberg

Miltenberg wurde von den Bayerischen Staats-Eisenbahnen zunächst von Aschaffenburg aus mit einer Hauptbahnstrecke an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Diese Strecke wurde am 12. November 1876 eröffnet. Dafür wurde eine Brücke über den Main und am westlichen Rand der Miltenberger Altstadt ein Kopfbahnhof gebaut, der später den Namen „Miltenberg Hauptbahnhof“ bekam. In diesem Bahnhof begann früher auch die Strecke nach Seckach über Amorbach (Madonnenlandbahn).

Die Weiterführung der Strecke in Richtung Wertheim wurde als Nebenbahn am 21. Mai 1906 bis Stadtprozelten und am 1. Oktober 1912 bis Wertheim in Betrieb genommen. Das letzte Teilstück von 3,85 Kilometern Länge war damals Eigentum der Badischen Staatseisenbahnen. Wertheim war schon seit 1868 mit Lauda und seit 1881 mit Lohr am Main verbunden. In dieser Zeit wurde auf dem rechten Mainufer der Durchgangsbahnhof Miltenberg Nord gebaut.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Aschaffenburg der Durchlass des Hemsbaches durch den Bahndamm der Maintalbahn für die Bewohner der Obernauer Kolonie und die Beschäftigten des Lenkradwerkes Petri zu einem behelfsmäßigen Luftschutzkeller ausgebaut. Hierzu wurde in den Durchlass eine Zwischendecke aus Backstein eingezogen. 1954 wurde der Durchlass mittels einer vorgesetzten Betonwand in seiner Leistungsfähigkeit von ursprünglich 22 Kubikmetern pro Sekunde weiter auf 10 Kubikmeter Wasser pro Sekunde herabgesetzt um im Fall einer Sturzflut den Bahndamm als Staudamm nutzen zu können und damit die Überschwemmung der bachabwärts in einem Talkessel liegenden Eckertsmühle zu verlangsamen. 2017 wurden diese Einbauten beseitigt.

Zwischen den 1950er und den 1970er-Jahren gab es am Durchgangsbahnhof Miltenberg Nord durchgehende Eilzugverbindungen in der Relation BodenseeCrailsheim–Aschaffenburg–Frankfurt (Main) Hauptbahnhof.

Der Hauptbahnhof Miltenberg wurde im Sommer 1977 für den Personenverkehr stillgelegt und diente fortan nur noch als Güterbahnhof. Die Züge des Personenverkehrs halten seitdem an dem für diesem Zweck ertüchtigten Nordbahnhof, der in Bahnhof Miltenberg umbenannt wurde. Der alte Kopf- und Hauptbahnhof wurde in Miltenberg Gbf (Miltenberg Güterbahnhof) umbenannt. Seit dieser Zeit beginnen und enden auch die Züge der Madonnenlandbahn, die über Amorbach nach Seckach fahren, im ehemaligen Nordbahnhof – dem heutigen Bahnhof Miltenberg.

Mit Wirkung des Sommerfahrplanes am 28. Mai 1989 hielten keine Züge mehr am Haltepunkt Obernau. Der Haltepunkt wurde nach Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs Bahnhofstraße im August 2002 wiedereröffnet. Einige Jahre davor und in der Zeit danach wurden im Stadtteil Obernau drei weitere Eisenbahnbrücken neu errichtet (Mozartstraße, Brucknerstraße und Sulzbacher Straße) und dabei zwei weitere schienengleiche Bahnübergänge beseitigt (Sulzbacher Straße und Mozartstraße).

Mitte der 1990er Jahre wurde die Maintalbahn im Bereich der Aschaffenburger Adenauerbrücke mit der südlichen Ringstraße untertunnelt und an der Schweinheimer Straße neu überbrückt (Verkehrsfreigabe September 1995). Dabei wurde östlich des Haltepunktes Aschaffenburg Süd ein Industrie-Gleisanschluss unterquert und zu diesem Zweck als Eisenbahnbrücke neu errichtet. Die neue Eisenbahnbrücke wird nicht mehr genutzt und ist durch einen Zaun gegen Betreten gesichert. Zwischen 1995 und 1998 wurde die Maintalbahn in Aschaffenburg mit der Wilhelm-Hoegner-Grünanlage erstmals und mit der Würzburger Straße neu überbrückt (Verkehrsfreigabe Mai 1998). 2003 wurde die Maintalbahn im Bereich der Aschaffenburger Ludwigsallee neu überbrückt.

Seit 09. Dezember 2007 wird der in unmittelbarer Nähe der Hochschule Aschaffenburg gelegenen Haltepunkt Aschaffenburg Hochschule als Bedarfshaltestelle genutzt.

Nach 2003 wurde die Maintalbahn mit der Grünbrücke an der Fasanerie erstmals überbrückt und es wurde die Straßenbrücke an der Deutschen Straße abgebrochen (Verkehrsfreigabe Juni 2013).

Der Miltenberger Güterbahnhof und frühere Hauptbahnhof wurde 2005 stillgelegt.

Am 27. Mai 2011 wurde im Aschaffenburger Stadtteil Obernau die an die Bahnlinie verlegte Staatsstraße 2309 dem Verkehr übergeben. Freigegeben wurde dabei auch die Unterführung der Staatsstraße 2309 unter der neu errichteten Brücke der Maintalbahn.

Seit Mitte der 2010er Jahre kann die Trasse der Bahnstrecke Aschaffenburg–Höchst (Odenwald) im Abschnitt zwischen Aschaffenburg Süd und dem schienengleichen Bahnübergang am Bischberg von der Maintalbahn mit genutzt werden weil hierfür in Höhe der früheren Weberei Däfler und in Höhe der Feuerwache je eine Weiche eingebaut wurde.

In seinem Positionspapier Weichenstellung 2017 sprach sich der Kreistag Miltenberg für eine Elektrifizierung der Bahnstrecke von Miltenberg nach Aschaffenburg aus. Damit sollen die Durchbindung der Züge in Richtung Frankfurt am Main und ein Stundentakt auch am Wochenende ermöglicht werden.[1] Die Elektrifizierung, einschließlich der Hafenbahn Aschaffenburg, wurde im Januar 2018 vom bayerischen Kabinett als eine von sieben Strecken in die Bayerische Elektromobilitäts-Strategie Schiene zur Reduzierung des Dieselverkehrs im Bahnnetz in Bayern aufgenommen.[2] Die südliche Ringstraße in Aschaffenburg wurde ohne die Vorgabe einer Elektrifizierung planfestgestellt und gebaut. Die Brücken im Stadtgebiet Aschaffenburg seien für eine Oberleitung zu niedrig, die Trasse darunter müsse abgesenkt werden.[3] Die laufenden Planungen für eine neue Mainbrücke zwischen der St 2309 und der B 469 südlich von Kleinwallstadt wurden bereits an die Elektrifizierung der Maintalbahn angepasst.[4]

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Donnerstag, den 9. Juni 2005 ereignete sich an einem Bahnübergang in Bestenheid, einem Stadtteil von Wertheim, ein Zugunfall. Auf dem automatisierten Bahnübergang hat um 12:30 Uhr ein LKW mit einem styroporbeladenen Anhänger angehalten, um dort zu rangieren. Kurz darauf kam RE 4928 aus Aschaffenburg in Richtung Crailsheim. Durch die Kollision fingen der Anhänger und ein Teil des Zuges Feuer. Es wurde niemand verletzt, da der Triebfahrzeugführer sich und die Passagiere in den hinteren Teil des Zuges retten konnte. Der Sachschaden belief sich nach Schätzungen auf rund eine Million Euro.[5]

Am 18. April 2008 kam es in Kleinwallstadt im Gleisbereich zu einem tödlichen Unfall mit einem Fußgänger.

Am 15. Juni 2012 kam es zu einem schweren Unfall am schienengleichen Bahnübergang an der Obernauer Straße in Aschaffenburg. Dem Unfallopfer, einer gehbehinderten Radfahrerin, musste ein Bein amputiert werden.

Am 09. November 2017 kam es an einem schienengleichen Bahnübergang in Wörth am Main zu einem tödlichen Unfall mit einem Radfahrer, der die Schranke umgehen wollte.

Aktuelle Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Personenverkehr auf der Main- und der Taubertalbahn wird von der Bahn-Tochter Westfrankenbahn betrieben; beide Strecken waren schon öfters von Stilllegungsabsichten betroffen, die aber nicht umgesetzt wurden. Durch den Fahrradtourismus im Main- und Taubertal erfreut sich die Strecke wieder größerer Beliebtheit. So bietet die Bahn von März bis Oktober eine Fahrradbeförderung von Aschaffenburg bis Crailsheim an und führt dafür entweder eigene Fahrradwagen mit oder bietet die Fahrradmitnahme in Mehrzweckabteilen. Die Strecke wurde in den letzten Jahren aufwändig erneuert. Die Regional-Express-Züge verkehren alle zwei Stunden als Main-Tauber-Express durchgehend von Aschaffenburg bis Crailsheim und bieten somit alle umsteigefreie Verbindungen über Wertheim hinaus. Die durchgehenden Regional-Express-Züge werden überwiegend mit Dieseltriebwagen der Baureihe 628 gefahren. Auf den Regionalbahnen von Aschaffenburg nach Miltenberg kommen vor allem Triebwagen der Baureihe 642 (Desiro) zum Einsatz, seit dem Fahrplanwechsel 2017 fährt auch eine Zugeinheit mit Doppelstockwagen und zwei Lokomotiven der Baureihe 218 auf dieser Verbindung.[6] Die Regionalbahnen fahren montags bis freitags im Stundentakt zwischen Aschaffenburg und Miltenberg, am Wochenende verkehren diese nur alle zwei Stunden zwischen Aschaffenburg und Seckach.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 1: Historische Entwicklung und Bahnbau. EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-88255-766-4.
  • Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 2: Ausgestaltung, Betrieb und Maschinendienst. EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-88255-768-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Positionspapier „Weichenstellung 2017“ des Kreistags zeigt Wirkung: Gute Perspektiven für Elektrifizierung und Taktverdichtung auf der Bahnstrecke Aschaffenburg – Miltenberg. In: focus.de. Focus Online, 11. September 2017, abgerufen am 3. Oktober 2017.
  2. Mehr Elektromobilität auf der Schiene. Bayerisches Staatsministerium des Inneren. 23. Januar 2018. Abgerufen am 19. August 2018.
  3. Peter Freudenberger: Aschaffenburger Hafen will wachsen. Main-Echo. 23. Oktober 2013. Abgerufen am 19. August 2018.
  4. Frank Hagenauer: Geänderte Pläne für Mainbrücke werden ausgelegt. Main-Echo. 29. Juni 2018. Abgerufen am 19. August 2018.
  5. Bilder und Bericht der Freiwilligen Feuerwehr Wertheim
  6. Fahrplanwechsel 2017 der Westfrankenbahn. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn AG, 8. Dezember 2017, abgerufen am 13. Januar 2018 (Pressemitteilung).