Markthalle (Breslau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Markthalle von Norden gesehen

Die Markthalle (auch Markthalle Nr. 1, poln. Hala Targowa) in Breslau wurde zwischen 1906 und 1908 an der heutigen Ulica Piaskowa (dt. Sandstraße) erbaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Markthalle 1909
Blick in den Innenraum
Gesamtkomplex

Die Planungen für eine neue Markthalle entstanden ab 1905. Der Markt wurde bis dahin auf dem Breslauer Neumarkt abgehalten. Für die Planungen und Entwürfe waren Richard Plüddemann und Heinrich Küster zuständig. Als Ort wurde eine Fläche an der damaligen Sandstraße ausgesucht, in der Nähe der Oder (Sandbrücke) sowie in direkter Nachbarschaft zum Universitätsviertel.

Im Herbst 1905 begann man mit dem Abriss alter Mietshäuser auf dem Standort. Ein Jahr später starteten die Bauarbeiten. Die Stahlbetonkonstruktion wurde durch das Bauunternehmen Lolat-Eisenbeton GmbH errichtet. Am 5. Oktober 1908 konnte die Markthalle dann eröffnet werden. Nach der Eröffnung entwickelte sich die Markthalle zu einer der beliebtesten Einkaufsmöglichkeiten der Stadt und ist dies auch noch heute.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Halle stark beschädigt. Kurz nach dem Krieg wurde sie provisorisch wieder hergerichtet und zwischen 1980 und 1983 restauriert.

In der Halle sind vor allem Gemüse- und Obstprodukte vorzufinden, vereinzelt aber auch andere Waren.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der rechteckige Grundriss sowie die Gestaltung der Fassade stammen von Richard Plüddemann. Die neugotisch gestaltete Außenfassade ist mit Ziegelsteinen versehen worden. Der Innenbereich wurde von Heinrich Küster gestaltet. Das Dach wird im Inneren durch parabolische Stahlbetonkonstruktionen getragen.

Die Markthalle verfügt über zwei Türme, die jeweils mit Uhren versehen wurden.

Markthalle Nr. 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur gleichen Zeit wie die Markthalle Nr. 1 entstand südlich der Breslauer Altstadt in der heutigen Ulica Kolejowa eine weitere Markthalle. Sie wurde im gleichen Stil und gleichen Grundriss erbaut. Diese Halle wurde im Zweiten Weltkrieg teils schwer zerstört. Sie wurde danach nicht wiederaufgebaut. Die Ruinen wurden zunächst stehen gelassen und erst 1973 vollkommen beseitigt. Heute wird dieser Ort noch als Handelsplatz genutzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Markthalle (Breslau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Agnieszka Gryglewska: Wrocławskie hale targowe. 1908-2008., Muzeum Architektury we Wrocławiu, Wrocław 2008, ISBN 978-83-89262-49-3
  • Klaus Klöppel: Breslau – Niederschlesien und seine tausendjährige Hauptstadt. Trescher Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-89794-256-1, S. 134

Koordinaten: 51° 6′ 45″ N, 17° 2′ 24″ O