Maverick-Buying

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Maverick-Buying bzw. wilder Einkauf ist ein Begriff aus dem Beschaffungsmanagement. Grundsätzlich ist der Begriff zwar nicht ganz einheitlich belegt, jedoch spricht man von Maverick-Buying, wenn Abteilungen eigenmächtig Materialien oder Dienstleistungen kaufen, ohne den Einkauf einzubeziehen. Maverick-Buying ist die „Beschaffung außerhalb standardisierter Beschaffungswege“[1].

Gründe[Bearbeiten]

Als Gründe für ein derartiges unkontrolliertes Beschaffungswesen werden unter anderem genannt:

  • die Unkenntnis der Mitarbeiter über bestehende Beschaffungsprozesse und Rahmenverträge mit Lieferanten
  • die Unkenntnisse der Total Cost of Ownership, also der Gesamtkosten des beschafften Gutes
  • Abteilungsegoismus (weil der beschaffende Bereich nur die Beschaffungskosten statt die Gesamtkosten trägt)
  • Geschwindigkeit, Flexibilität und mangelndes Vertrauen in den offiziellen Lieferanten
  • Fehlende Verfügbarkeit einer bestimmten Variante eines Materials
  • Dringender Bedarf
  • Fehlendes BWL- und Prozess-Verständnis der Mitarbeiter

Folgen von Maverick-Buying[Bearbeiten]

Als Folge können eine Reihe von negativen Effekten auftreten:

  • Unabgestimmte Prozesse
  • Fehlende Preisvergleiche
  • höhere Preise durch nicht bzw. schlecht geführte Verhandlungen und aufgrund kleiner Stückzahlen
  • Nicht genutzte Preisvorteile durch Rahmenverträge
  • Nachforderungen durch mangelnde Kenntnis in der Vertragsgestaltung
  • Unkenntnis über die Gesamtausgaben
  • Verfehlte Zielgrösse für Rahmenverträge
  • Höhere Kosten und mangelnde Rechtssicherheit bei Beanstandungen
  • Mehrarbeit an Schnittstellen (Wareneingang, FiBu)

Daneben können auch Vorteile aus höherer Geschwindigkeit, höherer Flexibilität, individueller Beschaffung und dem Ausnutzen von Sonderangeboten entstehen.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Schild: Detektiv für Maverick Buying. In: Beschaffung aktuell. Ausgabe. 7, 2007
  • Helmut Wannenwetsch: Erfolgreiche Verhandlungsführung in Einkauf und Logistik, Springer Verlag; Auflage: 3., neu bearbeitete Auflage. (Oktober 2008), S. 67-69 (Auszug (Google))
  • Hartmut Werner: Supply Chain Management: Grundlagen, Strategien, Instrumente und Controlling, 2008, ISBN 3834905046, S. 34 -37 (Auszug (Google))

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Wannenwetsch: Erfolgreiche Verhandlungsführung in Einkauf und Logistik, Springer Verlag; Auflage: 3., neu bearbeitete Auflage. (Oktober 2008), S. 68.