Media for Equity

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Media for Equity ist ein englischer Begriff, der in Deutschland innerhalb der Medienindustrie und der Risikokapitalbranche für ein Investment-Modell verwendet wird.

Media for Equity bezeichnet die Beteiligung von Medienunternehmen an Unternehmen (vor allem Start-ups) unter Verwendung von Medialeistung statt Geld. Erfahrung mit dem Beteiligungs-Modell existieren in Europa und Indien.[1] Das Modell ähnelt Risikokapital-Beteiligungen, mit dem entscheidenden Unterschied, dass Werbeinventar – wie TV-Werbezeiten, Plakatflächen oder Magazinanzeigen – statt Geld als eine Art Sacheinlage in die Firma verwendet werden.[2]

Im Rahmen eines Media for Equity-Investments bekommt das Unternehmen von einem oder mehreren Medienunternehmen Werbeplätze oder -zeiten für eine Marketingkampagne zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen kann normalerweise das notwendige Budget als Gegenleistung nicht aufbringen und zahlt in Form von Anteilen am eigenen Unternehmen. Falls die Werbekampagne erfolgreich ist und das Unternehmen wächst, können diese Anteile an Wert gewinnen. Das Medienunternehmen kann durch einen späteren Verkauf der Anteile einen Erlös für seine Medienleistung bekommen. Der Nutzen von Medialeistung für Investmentgeschäfte schädigt das normale Geschäft der Medienunternehmen mit Werbekunden nicht.[3][4][5]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zwei unterschiedliche Modelle von Media for Equity. Das erste Modell ist eine direkte Beteiligung von einem Medienunternehmen an einem Unternehmen. Mehrere Medienunternehmen haben diese Beteiligungen seit den 1990er Jahren durchgeführt, darunter das Unternehmen Ströer Out-of-Home Media und die Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 mit SevenVentures.[6]

Das zweite Modell ist der selbstständige Media for Equity-Fonds. Hier stellen mehrere Medienunternehmen einem Fonds gemeinsam Werbeinventar zur Verfügung. Dieser Fonds investiert diese Medialeistung dann in Unternehmen. Alternative Bezeichnungen sind cross media fonds, weil sie Unternehmen im Rahmen einer integrierten Kampagne verschiedene Arten von Medien – z. B. TV-, Radio-, Plakat- oder Magazinwerbung – zur Verfügung stellen können. Derartige Fonds sind beispielsweise Aggregate Media[7] in Schweden, German Media Pool[8] in Deutschland[9] und Leverate Media[10] in Deutschland.

Außerhalb Europas wird Media for Equity intensiv auch in Indien von der Times Group und deren Investment-Arm Brand Capital[11] praktiziert. Media for Equity füllt in Indien wie auch in Europa eine Lücke in der Finanzierung von Wachstumsunternehmen zwischen der sogenannten frühen Angel-Finanzierung und späteren Late Stage-Investments.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Air for shares: Could an unusual venture-capital model be taking off?. The Economist. Abgerufen am 7. April 2012.
  2. GMPVC: Media-for-Equity muss nicht immer Internet sein. etailment – Trends und Analysen im E-Commerce. Abgerufen am 23. Januar 2013.
  3. German Media Pool: N24, Regiocast und Wall stützen Start-ups. W&V – Werben und Verkaufen. Abgerufen am 23. Januar 2013.
  4. New German initiative pools ad media to take stakes in startups. TechCrunch. Abgerufen am 28. September 2011.
  5. German Media Pool: N24, Regiocast und Wall unterstützen Start-Ups mit Medialeistung. Horizont.net. Abgerufen am 23. Januar 2013.
  6. SevenVentures
  7. Aggregate Media
  8. GMPVC German Media Pool
  9. twago Investment Tops Off Great First Year for GMPVC. SiliconAllee. Abgerufen am 29. Juni 2012.
  10. Leverate Media
  11. Brand Capital