Mehinako

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Mehinako um 1894

Die Mehinako (auch Mehináku, Meinacos) sind ein indigener Indianer-Stamm, der im Parque Indígena do Xingu in der zentralbrasilianischen Region Alto Xingu im brasilianischen Teil des Amazonasbeckens lebt. Die Bevölkerungszahl wurde 2014 mit 286 Indios angegeben (laut Siasi/Sesai)

Die Sprache der Mehinako, das Mehináku,[1] gehört zu den Arawak-Sprachen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird vermutet, dass die Xingu-Region bereits seit langem Siedlungsgebiet der Mehinako ist. Die ersten Spuren einer Besiedlung durch die Mehinako finden sich in der Siedlung Yulutakitsi, die spätestens um 1850 von den Mehinako gegründet wurde. Bei einer Expedition des deutschen Forschungsreisenden Karl von den Steinen im Jahr 1884 verfügten die Mehinako über drei Dörfer. In den 1950er-Jahren mussten die Mehinako diese Siedlungen verlassen, da sie von den Ikpeng, einem indigenen Stamm mit karibischen Wurzeln vertrieben worden waren. Im Kampf mit den Ikpeng wurde unter anderem der Häuptling der Mehinako von einem Pfeil getroffen. Daraufhin zogen sich die Mehinako zurück und siedelten am Tuatuari, einem Nebenfluss des Rio Culuene. Dort hatten sich bereits die Yawalapiti, ein weiterer indigener Stamm, angesiedelt. Nachdem die beiden Stämme unter anderem im Bereich der Fischerei im Tuatuari eine Einigung erzielt hatten, lebten sie friedlich nebeneinander. Nach einer Reihe von Epidemien gründeten die Mehinako ein neues Dorf, circa 200 Meter von ihrem vormaligen Siedlungsort entfernt. In den folgenden Jahrzehnten intensivierten sich die Beziehungen zu den Yawalapiti, was sich unter anderem an mehreren Hochzeiten zwischen Mitgliedern der Stämme und ähnlichen Stammesritualen festmachen lässt.

Das Verhältnis der Mehinako zu den Weißen ist zwiespältig. In der Mythologie des Stammes sind die Mehinako und die Weißen Söhne der Sonne, wobei die Weißen besondere Fähigkeiten als Geschenk von der Sonne erhalten haben. Weiße gelten für die Indigenen aber auch als ein Symbol von Krankheit. Trotzdem sind die Mehinako um gute Beziehungen zu den Weißen bemüht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Arthur Gregor: Mehinaku: The drama of daily life in a Brazilian indian village. University of Chicago Press, Chicago 1977. (Digitalisat der portugiesischsprachigen Ausgabe: Mehináku, 1982; PDF, 6 MB).
  • Maria Heloísa Fénelon Costa: O mundo dos Mehináku e suas representações visuais. UnB, Brasília 1988.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mehináku auf der Website von Ethnologue. Abgerufen am 31. Mai 2019.
  2. Angel Corbera Mori: Aspectos da morfofonologia e morfologia nominal da língua Mehinaku (Arawak). In: Bruna Franchetto (Hrsg.): Alto Xingu. Uma sociedade multilíngue. Museu do Índio, FUNAI, Rio de Janeiro 2011, ISBN 978-85-85986-34-6, S. 193–216 (brasilianisches Portugiesisch, academia.edu).