Metakonsens

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Als Metakonsens werden innerhalb der BDSM-Szene umstrittene erotische Rollenspiele bezeichnet, die sich im Grenzbereich zwischen einvernehmlichem und nicht einvernehmlichem Handeln bewegen. Der Metakonsens wird im Deutschen seltener auch mit dem englischen Begriff „consensual non-consent“ (CNC, einvernehmliche Nichteinvernehmlichkeit) bezeichnet.[1]

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem solchen Szenario erhält der Top (aktiver Partner) im Vorfeld vom Bottom (passiven Partner) bewusst die Erlaubnis, nach eigenem Maß über die Grenzen des Rollenspiels, bzw. der sogenannten Session zu entscheiden. Im Gegensatz zu den üblicherweise anerkannten Prinzipien des sicheren, vernünftigen und einvernehmlichen Handelns (SSC), bei dem der Bottom jederzeit das Spiel durch Verwenden eines vereinbarten Signals, meist dem sogenannten Safeword, beenden kann, wird hier bewusst auf diese Möglichkeit verzichtet. Es wird also zugestimmt, das Spiel gegebenenfalls auch ohne gegenseitiges Einvernehmen fortzusetzen.

Beispielhafte Praktiken in diesem Zusammenhang können die sogenannten Tunnelspiele sein, die, wenn sie einmal begonnen haben, nicht vor Ablauf einer bestimmten Frist beendet werden können (z.B. Verwendung von reizenden, wärmenden Salben oder Figging).

Der Metakonsens lässt sich über den sexuellen Bereich hinaus auch auf die gesamte Partnerschaft ausdehnen (vgl. Total Power Exchange).

Diskussion innerhalb der BDSM-Szene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Szene gilt Metakonses als umstritten.

  • Befürworter betonen die Tatsache, dass der Bottom sich auf ein solches Szenario bewusst einlässt und sich nur innerhalb einer gefestigten Beziehung auf metakonsensuelle Spiele einlassen würde. Es wird argumentiert, ein erfahrener Top, bzw. der Partner des Bottom habe zudem nicht das Interesse, dem Bottom dauerhaft zu schaden, und würde das Spiel bei Auftreten einer realen Gefahr abbrechen.
  • Kritiker weisen darauf hin, dass der Bottom dabei ein reales, potenziell nicht einvernehmliches Erlebnis hat und nicht klar ist, ob und zu welchen psychischen Schäden dies führen könnte. Notfälle und Extremsituationen führen nach der kritischen Argumentation innerhalb metakonsensueller Rollenspiele häufiger zu schweren psychologischen Ausnahmesituationen (Absturz).

Rechtslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rechtslage ist unklar und stellt sich, je nach nationalen Rahmenbedingungen, sehr unterschiedlich dar. Der Unterschied zu anderen BDSM Spielarten liegt darin, dass die Einwilligung nicht wie sonst jederzeit zurückgenommen werden kann. Hieraus ergeben sich weitere rechtliche Probleme, weswegen diese Spielart schnell in die Strafbarkeit abrutschen kann oder bereits von sich aus strafbar wäre.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arne Hoffmann: Das Lexikon des Sadomasochismus. Der Inside-Führer zur dunklen Erotik: Praktiken und Instrumente, Personen und Institutionen, Literatur und Film, Politik und Philosophie., S. 249, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-896-022-903
  2. Metakonsens. In: Gentledom. Abgerufen am 18. Juli 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]