Michael Abel

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Michael Abel (* 1. September 1542 in Frankfurt (Oder); † 1609 in Leipzig) war ein deutscher Humanist, Neulateinischer Dichter und Lyriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn eines Seidenkrämers aus Stendal studierte ab 1553 Rhetorik, Theologie und Jura an der Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Von 1562 bis 1566/67 arbeitete Abel als Schullehrer in Lauban in der Oberlausitz. Von 1567 bis ungefähr 1578 hatte er Stellungen Gröditz[1], Dresden, Leipzig und anderswo inne. Ab etwa 1578 diente Abel als Hofdichter bei Kaiser Rudolf II. in Wien. Dort wurde er vor 1582 zum Dichter gekrönt. Von 1583 bis 1585 war er Rektor der evangelischen Lateinschule in Iglau in Mähren. Anfang 1585 wurde er wegen einer Liebesaffäre in Iglau in Kerkerhaft genommen. Erst Ende 1587 kam Abel auf Veranlassung Kaiser Rudolf II. frei. Danach hielt er sich bei Friedrich II. von Dänemark auf. 1587 kehrte Abel nach Frankfurt (Oder) zurück. Dort arbeitete er von 1587 bis 1594 als Rektor des städtischen Lyzeums. 1594 musste er immer noch auf Grund der Iglauer Affäre fliehen und wurde 1595 wohl zu seinem Schutz offiziell für tot erklärt. Wie aus Gedichten zu schließen ist, hat er aber noch 1608 in der Neumark gelebt. Er starb 1609 in Leipzig.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Hauptwerk, Carminum […] libri III. Elegiarum libri II von 1590 enthält über 250 metrisch vielgestaltige Gedichte und 26 Elegien. Thematisch umfasst sein Werk neben der Panegyrik vier Gruppen, nämlich meditative Ich- und Erlebnislyrik, Freundschaftsdichtung, Satiren und christliche Dichtung (vor allem Bibelparaphrase), sowie auch einige wenige erotische Stücke. Formal orientiert Abel sich an der Antike, dazu gehören auch zahlreiche Zitate und Anspielungen aus Vergils Eklogen, aus Horaz und Martial.

Weitere Werke:

  • De priori lunae anni LXX ecclipsi Meditatio. Wittenb. o. J. [1570].
  • In Messiae salvatoris natalem LXXV supra D. et M. Odae et epigrammata. Wittenb. 1575.
  • Heroicorum Poematum liber unus. Prag 1587.
  • Cerva aurorae et Christus triumphans. Prag 1587.
  • Eclipseos solaris die 21. Julii ad […] Christophorum Pelargum […] ac reliquos Inclitae Academiae Francofordianae proceres […] consideratio. Frankfurt an der Oder 1587.
  • Incendium Neoberlino oppido, lamentabili fato inmissum, carmine adumbratum […]. Stettin 1609.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Hertel: Michael Abel aus Frankfurt an der Oder. Humanist und gekrönter Dichter des 16. Jahrhunderts. Ein Lebensbild. Döring, Potsdam 1896.
  • Theodor Hertel: Nachtrag zum Lebensbild. Jäckel, Potsdam 1898.
  • Herman GrimmAbel, Michael. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 12 f. (Digitalisat).
  • Herman Grimm: Wirklichkeit und poetische. Welt in Michael Abels Gedichten. In: Inger Ekrem (Hrsg.): Reformation and Latin literature in northern Europe. Oslo 1996, S. 151–178.
  • Walther Killy (Herausgeber): Literaturlexikon: Autoren und Werke deutscher Sprache. Gütersloh, 1988. Band 1, Seite 29 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Es ist nicht klar, ob es sich um Gröditz oder den gleichnamigen heutigen Stadtteil von Weißenberg handelt.