Mikroabenteuer
Mikroabenteuer kommt aus dem englischen microadventure. Geprägt wurde der Begriff von dem britischen Abenteurer und Schriftsteller Alastair Humphreys. Humphreys definiert den Begriff als Abenteuer, die jeder im Alltag und in seiner Umgebung erleben kann, als Outdoor-Erlebnis vor der eigenen Haustür, wortwörtlich als „Adventures that are close to home“.[1]
Ursprüngliche Idee
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Nacht im Zelt zu verbringen, am Bach, am Waldrand, im eigenen Garten, am Balkon, auf der Terrasse, im Baumhaus ist eigentlich nichts Neues. Alastair Humphreys entwickelte daraus in seinem 2014 erschienenen Buch „Microadventures“[2] eine Lebensstilidee und propagierte diese Art von kleinem Outdoorabenteuer und erläuterte, auf welche Art und Weise sich dieses kurzzeitige Ausbrechen aus dem Alltag realisieren lässt. In einem Interview mit dem GEO-Magazin beschreibt er es so:[3]
„Meine Definition eines Mikroabenteuers ist genau was der Name suggeriert. Es handelt sich um ein richtiges Abenteuer, eben nur nicht ein großangelegtes. Ein lokales, kostengünstiges, simples, kurzes Abenteuer. Ich persönlich halte es für wichtig auch eine Nacht draußen zu schlafen, anstatt nur einen Tagestrip in die Natur zu unternehmen, aber das sei jedem selbst überlassen.“
Die The New York Times beschreibt Microadventure als „short, perspective-shifting bursts of travel closer to home, inspiring followers to pitch a tent in nearby woods, explore their city by moonlight, or hold a family slumber party in the backyard“, was soviel heißt wie „kurze spontane Aufenthalte vor der eigenen Haustür, indem man zum Beispiel ein Zelt am nahgelegenen Waldrand aufschlägt, die Stadt bei Mondlicht erlebt oder die Nacht mit der eigenen Familie im eigenen Garten verbringt“.[4] Humphreys hat hierzu die Regel 5-to-9-Microadventures erfunden, nach Feierabend um 17 Uhr Start ins Mikroabenteuer, am nächsten Morgen um 9 Uhr wieder zurück in den Alltag.[5]
Weiterentwickelte Variante (Deutschland)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Deutschland hat sich eine etwas umfassendere Form und Philosophie von Mikroabenteuer entwickelt. Es entstanden etliche organisierte Gruppen, die die Mikroabenteueridee in verschiedenen Varianten für unterschiedliche Gruppen propagieren, unter anderem speziell für Kinder. Selbst Radio, Fernsehen und Zeitungen haben das Thema aufgegriffen und berichten über die vielfältigen Möglichkeiten von Mikroabenteuern in Ballungsräumen.
Neben Tipps werden auch Hinweise zu Verboten thematisiert wie Wildzelten (ohne Zelt bzw. auf Trekkingplätzen erlaubt) und offenes Feuer in der Nähe von Wald (100 Meter Abstand).[6]
Falls bei einem Mikroabenteuer ein Ausflug in die Natur unternommen wird und sich dabei bewegt, kann krankmachender Stress reduziert werden. Laut Krankenkasse nimmt die emotionale Stabilität zu und das Aggressionslevel sowie Wut oder Angst ab, so dass eine Empfehlung für solche Aktivitäten ausgesprochen wird.[7]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Definition of 'microadventure'. In: Collins Dictionary. Abgerufen am 7. August 2019.
- ↑ Microadventures: Local Discoveries for Great Escapes. William Collins, 2014, ISBN 978-0-00-754803-3 (englisch).
- ↑ Julia Großmann: Tipps vom Erfinder - So werden Mikroabenteuer zu einem unvergesslichen Erlebnis. geo.de, abgerufen am 7. August 2019.
- ↑ The Virtues of Microadventures. In: New York Times. Abgerufen am 7. August 2019.
- ↑ Titus Arnu: Mikroabenteuer - Jeder Tag kann Urlaub sein. sueddeutsche.de, 4. August 2019, abgerufen am 7. August 2019.
- ↑ Christian Mascheck: Mikroabenteuer: Kleine Fluchten direkt vor der Haustür. J.Fink Verlag GmbH & Co. KG, Cradle Magazin, abgerufen am 23. Februar 2026.
- ↑ Die besten Tipps für Mikroabenteuer in Deutschland. AOK Gesundheitsmagazin, online, 22. September 2022, abgerufen am 23. Februar 2026 (deutsch).