Mischwasserentlastung

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Eine Mischwasserentlastung (Regenentlastung oder in Deutschland auch Regenüberlauf) ist ein Bauwerk der Mischwasserkanalisation. Da die Spitzenabflüsse bei starken Regen nicht in der Kläranlage behandelt werden können, werden an geeigneten Standorten Mischwasserentlastungen gebaut, an denen Mischwasser in der Größenordnung des 7- bis 15-fachen (ohne weitere Speicherung) oder des 2- oder 3-fachen Schmutzwasserabflusses (mit zusätzlicher Speicherung) zur Kläranlage weitergeleitet und das restliche verdünnte Wasser in ein Gewässer oder in die Regenwasserkanalisation entlastet wird. Meist ist diese Entlastung mit einer Regenwasserbehandlung kombiniert.

Bauwerkstypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gängigen Bauwerkstypen sind:

  • An einem Regenüberlauf wird die 7- bis 15-fache Schmutzwassermenge zur Kläranlage weitergeleitet. Das entlastete Mischwasser wird nicht gespeichert und nicht weiter behandelt. Da ein Regenüberlauf selten anspringt, bietet er einen guten Gewässerschutz. Die Nachschaltung eines Retentionsbodenfilters ist wegen der aus dem Regenüberlauf ausgetragenen Sedimente nicht möglich.
  • An einem Regenüberlaufbecken wird die 2- bis 3-fache Schmutzwassermenge zur Kläranlage weitergeleitet. Die sich gegenüber einem Regenüberlauf ergebende größere Entlastungsmenge wird zwischengespeichert und verzögert an die Kläranlage weitergegeben. Bei einem Durchlaufbecken wird ein Großteil des entlasteten Wassers auch noch mechanisch geklärt.
  • Stauraumkanäle sind Sonderformen der Regenüberlaufbecken.
  • Notüberläufe (NÜ) sind Regenüberläufe, die nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen und daher umgebaut werden müssen oder so konstruiert sind, dass sie fast alles Wasser zur Kläranlage weiterleiten und nur bei außergewöhnlichen Starkregen anspringen.