Mittenkugelmotor

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Prinzip des MAN M-Verfahrens
M-Kolben eines 4 VD 14,5/12-1 SRW

Beim Mittenkugelmotor (kurz M-Motor) handelt es sich um eine Bauart des Dieselmotors mit wandverteilender Einspritzung.

Hierbei wird der Kraftstoff durch eine Einlochdüse tangential in eine kugelförmige Vertiefung im Kolben gespritzt. Er verteilt sich größtenteils als Film auf der Wandoberfläche; er verdampft erst während der Verbrennung und wird außerdem vom Luftwirbel abgetragen. Nur ein kleiner Teil verbrennt schlagartig und zündet den Rest. Damit werden eine kurze Brenndauer, ein leiser Lauf und geringe Rußbildung erreicht.

M-Motoren wurden 1954/55 von Siegfried Meurer bei MAN entwickelt und spätestens ab 1958, insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren, serienmäßig eingesetzt. Für damalige Verhältnisse waren sie sparsam, sauber und leise, wurden gar als Flüstermotoren bezeichnet, außerdem sind sie als Vielstoffmotoren ausbaubar.

Eine Sonderbauart stellt der FM-Motor (Fremdzündung-Mittenkugel-Motor) dar, auch als FM-Verfahren (Fremdzündung-Mittenkugel-Verfahren) bekannt. Diese ebenfalls von MAN entwickelten Motoren haben eine Zündkerze als Zündhilfsmittel und werden als Vielstoffmotoren primär in Militärfahrzeugen verwendet.

In der DDR wurden anfangs Dieselmotoren nach einer MAN-Lizenz ebenfalls nach dem M-Verfahren hergestellt. Im Rahmen diverser Forschungsprojekte wurde dieses Verfahren zum Hyperboloid-Verfahren weiterentwickelt. Die Motoren (M oder Hyperboloid) kamen vorrangig in Lkw (Beispiel IFA W50) und Traktoren (Beispiel ZT 300) zum Einsatz, aber auch in anderen Landmaschinen und bei stationären Anlagen.

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