Mochau

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Mochau
Stadt Döbeln
Wappen von Mochau
Koordinaten: 51° 8′ 7″ N, 13° 11′ 13″ O
Höhe: 248 m
Fläche: 38,82 km²
Einwohner: 2311 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2016
Postleitzahl: 04720
Vorwahlen: 03431, 034325

Mochau ist ein Ortsteil der Stadt Döbeln im Landkreis Mittelsachsen, Freistaat Sachsen.

Sommerkirche Mochau
ehemaliges Bahnhofsareal der Kleinbahn Wilsdruff-Gärtitz
Schauanlage im ehemaligen Bahnhofsbereich von Beicha der Schmalspurbahn Wilsdruff–Gärtitz

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsgebiet liegt ca. 5 km nordöstlich der Kernstadt von Döbeln und 20 km westlich von Meißen im höchsten Teil der Lommatzscher Pflege (ca. 300 m über NN). Hier befindet sich die Wasserscheide zwischen dem Flüsschen Jahna und dem Ketzerbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mochau wird im Jahr 1090 in einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Heinrich I. von Eilenburg erstmals urkundlich erwähnt. Dort befand sich zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert der Sitz eines Burgwardes, der mit vier urkundlichen Erwähnungen nach 1100 einer der meistdokumentierten Burgwardbezirke in Mittelsachsen darstellt.[1]

Der Ort gehörte, wie seine heutigen Ortsteile Lüttewitz, Prüfern (anteilig) und Theeschütz, später zum kursächsischen Amt Nossen. Dabei war nur Theeschütz keine Nossener Exklave im Kreisamt Meißen.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Präbschütz eingegliedert.

Am 1. Januar 1996 erfolgte der Zusammenschluss mit den vormaligen Gemeinden Beicha, Choren, Lüttewitz und Mochau zur Großgemeinde Mochau. Ortsteile waren Beicha, Choren, Dreißig, Geleitshäuser, Gertitzsch, Gödelitz, Großsteinbach, Juchhöh, Kleinmockritz, Leschen, Lüttewitz, Maltitz, Markritz, Meila, Mochau, Nelkanitz, Petersberg, Präbschütz, Prüfern, Schallhausen, Simselwitz, Schweimnitz und Theeschütz.

Zum 1. Januar 2016 wurde die Gemeinde in die Nachbarstadt Döbeln eingegliedert.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Beicha[2] 01.01.1996
Choren[3][4][2] 01.01.1877
01.01.1937
01.07.1993
Zusammenschluss mit Niedertoppschädel zu Choren-Toppschädel,
Umbenennung von Choren-Toppschädel in Choren,
Zusammenschluss mit Lüttewitz-Dreißig zu Lüttewitz
Choren-Toppschädel[4] 01.01.1937 Umbenennung in Choren
Dreißig[5] 10.10.1965 Zusammenschluss mit Lüttewitz zu Lüttewitz-Dreißig
Gertitzsch[5][6] 01.07.1950
01.01.1974
Eingemeindung nach Theeschütz,
Umgliederung von Lüttewitz, OT Theeschütz nach Choren
Gödelitz, Gutsbezirk um 1922 Eingemeindung nach Beicha
Großsteinbach (Nieder-)[5] 01.01.1969
Kleinmockritz[5][6] 01.07.1950 Eingemeindung nach Dreißig
Leschen[7][4] 01.11.1935 Eingemeindung nach Lüttewitz
Lüttewitz[5][2] 10.10.1965
01.07.1993
01.01.1996
Zusammenschluss mit Dreißig zu Lüttewitz-Dreißig,
Zusammenschluss von Lüttewitz-Dreißig und Choren zu Lüttewitz
 
Lüttewitz-Dreißig[2] 01.07.1993 Zusammenschluss mit Choren zu Lüttewitz
Maltitz[7][4] 01.11.1935 Eingemeindung nach Lüttewitz
Markritz[7][4] 01.11.1935 Eingemeindung nach Lüttewitz
Meila[7] 01.11.1935 Eingemeindung nach Beicha
Nelkanitz[7] 01.11.1935 Eingemeindung nach Beicha
Niedertoppschädel[3] 01.01.1877 Zusammenschluss mit Choren zu Choren-Toppschädel
Obersteinbach[4] 01.04.1936 Eingemeindung nach Großsteinbach
Obertoppschädel[3] vor 1875 Eingemeindung nach Choren
Petersberg[7][4] 01.11.1935 Eingemeindung nach Lüttewitz
Präbschütz[5][6] 01.07.1950
Prüfern[5][6] 01.07.1950 Eingemeindung nach Dreißig
Schallhausen[5][6] 01.01.1952 Eingemeindung nach Simselwitz
Schweimnitz[7] 01.11.1935 Eingemeindung nach Beicha
Simselwitz[5] 01.01.1968
Theeschütz[5] 01.01.1960 Eingemeindung nach Lüttewitz
Ost-West-Forum Gut Gödelitz

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im letzten Stadtrat seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilten sich die 14 Sitze folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen (in Klammern die prozentuale Stimmenverteilung bei der Wahl):

  • Wählervereinigung Mochau (WvM): 9 Sitze (65,5 %)
  • CDU: 4 Sitze (27,4 %)
  • FDP: 1 Sitz (7,1 %)

Letzter Bürgermeister war Gunter Weber.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätbarockes Schloss in Choren

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchste Priorität hatte in der Gemeinde die Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes „Am Fuchsloch“. Am 15. Juni 2007 war hier der erste Spatenstich für das europäische Entwicklungszentrum von „Signet Solar“, das ab Mitte 2008 ca. 130 Mitarbeiter beschäftigte. Am 4. Juni 2010 stellte Signet Solar einen Insolvenzantrag, derzeit ist der Geschäftsbetrieb eingestellt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Ortsteile Choren und Juchhöh im Süden führte die B 175. Die Gemeinde war auch über die A 14 Anschluss Döbeln-Ost (ca. 5 km) zu erreichen. Bis 1969 bestanden im Ort und den Ortsteilen Simselwitz, Kleinmockritz und Beicha Stationen der ehemaligen Schmalspurbahn Wilsdruff–Gärtitz. Diese Stationen waren bedeutungsvoll während der Rübenkampagne für den Transport zur Zuckerfabrik Döbeln. Die umfangreichen Nebengebäude der Bahn noch gut erhalten, wie in Simselwitz das Stations- bzw. Empfangsgebäude. In Beicha befindet sich eine Schauanlage am ehemaligen Bahnhof.

Kommunale und kulturelle Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportanlage Lüttewitz
  • Turnhallen – Grundschule Mochau
  • Kulturhaus Choren
  • Sporthalle Choren
  • Haus der Sachsenjugend, Mochau

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Solar Wagner in Choren
  • Musikhaus Dassler in Choren

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Mochau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 25. Heft: Amtshauptmannschaft Döbeln. C. C. Meinhold, Dresden 1903, S. 159.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mochau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Billig: Die Burgwardorganisation im obersächsisch-meißnischen Raum: archäologisch-archivalisch vergleichende Untersuchungen. Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden 20, Dt. Verl. der Wiss, Berlin 1989, ISBN 3-326-00489-3. S. 119–121
  2. a b c d Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  3. a b c Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren
  4. a b c d e f g Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  5. a b c d e f g h i j Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. a b c d e Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  7. a b c d e f g Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, 3. Auflage, Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik GmbH, Berlin, 1936, Herausgeber Statistisches Reichsamt