Nasolabialfalte

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Menschliches Gesicht, die linke Nasolabialfalte wird durch eine Ellipse hervorgehoben.

Als Nasolabialfalte oder Nasenlippenfurche (Sulcus nasolabialis, von lat. nasus „Nase“ und labium „Lippe“) wird jene Weichteilvertiefung bezeichnet, die beidseits vom oberen Ende der Nasenflügel neben die Mundwinkel zieht und mit zu den besonderen Kennzeichen des Gesichts gehört.[1] Früher wurde sie auch als „Kummerfalte“ bezeichnet. Form, Tiefe und Länge der Nasolabialfalte werden durch die Gesichtsmuskulatur, das unterschiedliche Ausmaß des vorhandenen Unterhautfettgewebes und das Alter bestimmt. In der Tiefe der Falte liegt ein Lymphknoten, der Nodus nasolabialis.[2]

Eine zeitweilig (6–12 Monate) verminderte Ausprägung wird in der ästhetischen Medizin mit der Unterspritzung mit Hyaluronsäure erreicht.[3]

In der Alternativmedizin wird die Nasolabialfalte zum Erkennen verschiedener Erkrankungen genutzt. Eine rechts betonte Nasolabialfalte soll auf schmerzhafte Gallenerkrankungen, eine einseitige Vertiefung auf Herzerkrankungen („Herzfalte“[4]) und ausgeprägte Vertiefungen im unteren Bereich auf Magen- oder Zwölffingerdarmerkankungen.[5] In der Akupunktur dient die Nasolabialfalte als Leitstruktur für die Dickdarm-Leitbahn.[6] Zudem liegt in der Mitte der Falte der Akupunkturpunkt Di20, der bei Erkrankungen der Nase, Nasennebenhöhlen sowie bei Fazialislähmung und Trigeminusneuralgie wirksam sein soll.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walther Graumann: CompactLehrbuch Anatomie. Band 3. Schattauer Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-7945-2063-3, S. 7
  2. Wolfgang Dauber: Feneis' Bild-Lexikon der Anatomie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-13-330109-1, S. 300.
  3. Jean Carruthers, Alastair Carruthers: Soft Tissue Augmentation E-Book: Procedures in Cosmetic Dermatology Series. Elsevier Health Sciences, 2012, 3. Auflage, ISBN 978-1-4557-3777-2, S. 14.
  4. Natale Ferronato: Praxis der Pathophysiognomik: Lehrbuch und Bildatlas der Krankheitszeichen im Gesicht. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2014, 3. Aufl. ISBN 978-3-8304-7731-0
  5. Marion Kühn: Repertorium der ganzheitlichen Diagnostik. Foitzick, 2010, ISBN 978-3-929338-53-9, S. 101.
  6. Angelika Steveling, Hans-Ulrich Hecker, Elmar T. Peuker: Repetitorium Akupunktur. VISDAK Visuell-didaktisches Konzept. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8304-5412-0, S. 77.
  7. Angelika Steveling, Hans-Ulrich Hecker, Elmar T. Peuker: Repetitorium Akupunktur. VISDAK Visuell-didaktisches Konzept. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8304-5412-0, S. 80.