Neptunbrunnen (Augsburg)

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Ansicht des Neptunbrunnens

Der Neptunbrunnen ist ein Brunnen in Augsburg, der dem römischen Gott Neptun gewidmet ist und eine wechselhafte Geschichte besitzt. Dabei handelt es sich um Augsburgs älteste Brunnenfigur, da man annimmt, dass die Figur um 1518, nach anderen Quellen um 1536/1537 entstanden ist.[1][2] Sie wurde aus Bronze angefertigt und vermutlich vom Augsburger Bildhauer Hans Daucher entworfen, andere Quellenhinweise deuten auf den Bildhauer Sebastian Loscher hin.

Erscheinungsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1,75 m hohe Brunnenfigur (mit Dreizack 2,39 m) besteht aus dem Körper des Meeresgottes, der in seiner rechten Hand einen Dreizack hält. In seiner linken Hand befindet sich ein kleiner Delfin. Gegenwärtig steht die Figur auf einem Natursteinsockel aus Crailsheimer Marmor von 1978 in der Mitte eines steinernen Beckens. Aus vier Wasserleitungen, die in den Mäulern von Löwenprotonen stecken, plätschert Wasser in das Brunnenbecken.

Zuletzt wurde der Brunnen 2005/2006 restauriert und dabei die originale Brunnenfigur durch einen Abguss ersetzt. Die Originalbronze befindet sich heute im Maximilianmuseum.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte (Bayerische Uraufnahme) mit dem Fischmarkt, auf dem der Neptunbrunnen ursprünglich bis 1596 und erneut von 1745 bis 1888 stand.

Der Brunnen befand sich zunächst auf dem Fischmarkt, einem Platz zwischen Perlachturm und Rathaus, und ersetzte dort eine Figur des Heiligen Ulrich. Die konfessionell problematische Figur wurde so durch ein „neutrales Sujet“, zum Thema des Marktes passend, ersetzt.

Anschließend wurde er im Jahre 1596 in der Weißmalergasse (heutige Karolinenstraße) aufgestellt. Über die Jahre entwickelte sich der Brunnen dort jedoch als Verkehrshindernis und wurde 1745 wieder auf den Fischmarkt zurück versetzt. Aus diesem Jahr stammt das noch heute erhaltene zehneckige steinerne Becken des Brunnens, geschaffen von dem Steinmetz Sebastian Ingerl. Die wasserspeienden Löwenprotonen am Brunnenpfeiler wurden um 1836 hinzugefügt.

Nach einer gründlichen Restaurierung und erneuter Platznot durch den Neubau des Verwaltungsgebäudes am Rathaus wurde der Brunnen 1888 auf den abgelegeneren Jakobsplatz (den früheren Saumarkt) in der Jakobervorstadt östlich der Fuggerei umgesetzt, wo er noch heute steht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Kluger: Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg. 1. Auflage. Context Verlag, Augsburg 2013, ISBN 978-3-939645-72-6, S. 94.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neptunbrunnen (Augsburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Bartel: Augsburger Brunnen. Brigitte Settele Verlag, Augsburg 1989, S. 41.
  2. Martin Kluger: Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg. 1. Auflage. Context Verlag, Augsburg 2013, ISBN 978-3-939645-72-6, S. 94.

Koordinaten: 48° 22′ 8,6″ N, 10° 54′ 18,2″ O