Neue Justiz

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Neue Justiz – Zeitschrift für Rechtsentwicklung und Rechtsprechung
Beschreibung deutsche juristische Fachzeitschrift
Verlag Nomos Verlag
Erstausgabe Januar 1947
Erscheinungsweise monatlich
Verkaufte Auflage
([1])
1500 Exemplare
ISSN (Print) 0028-3231

Die Neue Justiz (NJ), im Untertitel Zeitschrift für Rechtsentwicklung und Rechtsprechung ist eine monatlich erscheinende juristische Fachzeitschrift, die seit 1947 die deutsche Rechtsentwicklung und Rechtsprechung dokumentiert. Ein Schwerpunkt der Berichterstattung liegt auf den neuen Bundesländern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neue Justiz erschien erstmals im Januar 1947 in der SBZ, herausgegeben von Eugen Schiffer, seit ihrer Gründung im Jahr 1949 dann in der Deutschen Demokratischen Republik. Bis 1977 trug sie den Zusatz „Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft“, von 1977 bis 1989 lautete der Zusatz „Zeitschrift für sozialistisches Recht und Gesetzlichkeit“. Herausgeber war von 1947 bis 1949 die Deutsche Justizverwaltung (DJV), seit 1949 dann das Ministerium der Justiz der DDR. Seit 1961 wirkten auch das Oberste Gericht der Deutschen Demokratischen Republik und der Generalstaatsanwalt der DDR bei der Herausgabe mit. Als Chefredakteure waren unter anderem Wolfgang Weiß (von 1947 bis 1951), Hilde Neumann (von 1953 bis 1959), Lothar Schibor (von 1959 bis 1977), Gerhard Steffens und Adelhaid Brandt tätig.

Seit 1990 erscheint die Zeitschrift im Nomos Verlag und wird von einem Kollegium aus Rechtswissenschaftlern und Praktikern aus Justiz und Anwaltschaft herausgegeben, darunter den Präsidenten der Rechtsanwaltskammern der fünf neuen Bundesländer sowie dem Justizsenator von Berlin.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NJ begleitete und unterstützte zunächst die Entfernung nationalsozialistisch belasteter Beamter und Juristen aus Macht- und Entscheidungspositionen, besonders aus dem Justizwesen[2] und berichtete unter Anlehnung an die sowjetische Strafrechtspraxis über die juristische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, etwa die Waldheimer Prozesse oder den Globke-Prozess.[3] Das sowjetische Besatzungsrecht und die Politik der SED waren dagegen nicht Gegenstand der Berichterstattung. Vielmehr war die SED bestrebt, ihren Führungsanspruch auch über die neue Rechtsordnung zu festigen und kontrollierte mit der gesamten Presselandschaft auch die Arbeit der NJ.[4] Im weiteren Verlauf befasste sich die NJ mit der Rechtsentwicklung in der DDR und der sie prägenden Gesetzgebung.

Die Rezeption des bundesdeutschen Rechts mit der Herstellung der Einheit Deutschlands führte 1990 zu einer Umbenennung in Neue Justiz – Zeitschrift für Rechtsentwicklung und Rechtsprechung in den neuen Ländern und einer personellen sowie inhaltlichen Neuausrichtung, um die Leser mit dem neuen Rechtszustand vertraut zu machen und sich den aus der Übergangssituation ergebenden Kollisionsfragen zwischen alter und neuer Rechtsordnung unter Zugrundelegung des Einigungsvertrags zu widmen.[5] Berichtet wurde auch über die Neuordnung des Justizwesens sowie die Aufarbeitung der SED-Diktatur.[6]

Zwischen 1990 und 1994 erschien die monatliche Beilage »Grundzüge des Rechts der Bundesrepublik«.

Den Schwerpunkt der Zeitschrift bilden weiterhin Übersichtsaufsätze zur Rechtsentwicklung, um juristischen Praktikern einen wissenschaftlich fundierten, generalisierenden Überblick über Gesetzgebung, Rechtsprechung und Literaturmeinungen zu ermöglichen.[7]

Die Auflage beträgt 1500 Exemplare.[8] Seit 2009 hat die Redaktion ihren Sitz in Freiberg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mediadaten 2016 Neue Justiz (PDF) abgerufen am 12. September 2016
  2. Joachim Ramm: Eugen Schiffer und die Reform der deutschen Justiz. 1987
  3. Neue Justiz, 1963, S. 449 ff.
  4. Martin Posch: 60 Jahre »Neue Justiz« (PDF) In: Neue Justiz, 2006, S. 145
  5. Martin Posch: 60 Jahre „Neue Justiz“. (PDF) In: Neue Justiz, 2006, S. 150
  6. Hans-Peter Haferkamp: Richterkulturen im 20. Jahrhundert – Eine Skizze über den Nutzen der DDR-Ziviljustizgeschichte. (PDF) forum historiae iuris. Erste europäische Internetzeitschrift für Rechtsgeschichte, 6. Mai 2011
  7. Website der Neuen Justiz
  8. Mediadaten 2016 Neue Justiz (PDF) abgerufen am 12. September 2016