Niedere Weihen

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Die niederen Weihen sind Sakramentalien, die stufenhaft auf dem Weg zum Weihesakrament die Beauftragung zu bestimmten liturgischen Diensten beinhalten. Die niederen Weihen stammen aus einer Zeit, als die Kirche für jeden dieser Dienste eine eigene Weihe vollzog, entwickelten sich aber im Laufe der Zeit zu einer reinen Vorstufe der Priesterweihe ohne praktische Ausübung des jeweiligen Dienstes.

Die Spendung der niederen Weihen wurde in der römisch-katholischen Kirche 1973 weitgehend ausgesetzt, in Ordensinstituten und Gesellschaften apostolischen Lebens, die die Liturgie in der außerordentlichen Form des römischen Ritus feiern, werden sie hingegen weiterhin gespendet. In den orthodoxen Kirchen vor allem des byzantinischen Ritus gibt es die entsprechenden Ämter der niederen Weihen weiterhin. Auch in einigen Bruderschaften der deutschen hochkirchlichen Bewegung werden diese Weihen gespendet.

Die einzelnen Stufen der niederen Weihen sind in aufsteigender Reihenfolge:

Aufgaben:
  • Das Öffnen, Bewachen und Verschließen der Kirchentüren (während der Opfermesse durften in der alten Kirche keine Ungetauften eintreten, dazu kam während der römischen Christenverfolgungen die Warnung vor sich nähernden Soldaten)
  • das Läuten der Glocken
  • Lektor (seit dem 4. Jahrhundert)
Aufgabe: das Vortragen der Lesungen aus der Heiligen Schrift (vor allem Lesungen aus dem Alten Testament)
Aufgabe: mit Erlaubnis des Bischofs die Ausführung von Exorzismen
Aufgaben:

In den orthodoxen Kirchen wird auch die Weihe zum Subdiakon zu den niederen Weihen gezählt.

Aussetzung der Spendung durch Papst Paul VI.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich waren die niederen Weihen eigenständiger Natur und wurden anderen gespendet, als jenen, die die höheren Weihen empfingen. Später wurden die niederen Weihen jedoch praktisch nur noch Kandidaten im Priesterseminar einige Zeit vor der Priesterweihe gespendet; ihre praktische Bedeutung verschwand. Auch deshalb wurden verfügte Papst Paul VI. mit dem Motu Proprio Ministeria quaedam 1973 unter anderem die Aussetzung der Spendung der niederen Weihen. Was bisher so bezeichnet wurde, solle fortan als Dienst bezeichnet werden. Auch die Spendung der Weihe zum Subdiakon, die in der römisch-katholischen Kirche die erste Stufe der höheren Weihen bezeichnete, wurde ausgesetzt.

Lektorat und Akolytat sollte mit der Neuordnung durch Ministeria quaedam in einer Beauftragung zu diesen Diensten für Kandidaten des priesterlichen Dienstes und männliche Laien fortgeführt werden, wobei der Akolyth auch Funktionen des früheren Subdiakons übernahm. In Deutschland sind solche dauerhaft beauftragten Lektoren und Akolythen selten, ihre Aufgaben werden oft von Laien beiderlei Geschlechts, etwa den Ministranten, übernommen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Adam Nickel: Das römische Pontifikal – Aus dem Lateinischen mit archäologischen Einleitungen und liturgischen Bemerkungen. Kirchheim, Schott und Thielmann, Mainz, 1836.
  • Raphael Molitor: Vom Sakrament der Weihe. Erwägungen nach dem Pontificale Romanum. 2 Bände. Pustet, Regensburg 1938.
  • Bernardin Goebel: Auf sieben Stufen zum Altar. Besinnung auf die Weiheliturgie. Pustet, Regensburg 1962.