Nuzarov

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Nuzarov (deutsch Nimvorgut) ist eine Wüstung in der Gemeinde Postřekov in Tschechien. Das Dorf lag drei Kilometer südlich von Stockau im Böhmerwald. Sowohl im deutschen als auch im tschechischen Ortsnamen spiegeln sich die ärmlichen Lebensverhältnisse des auf einer Hochebene mitten im Wald gelegenen Ortes wider: Nimvorgut ist abzuleiten von der Redewendung „Nimm für Gut“, also etwa „finde dich mit deiner Lage ab“, Nuzarov ist abgeleitet von tschechisch nouze ‚die Not‘. Arbeit und Brot boten die Forstwirtschaft und das Spitzenklöppeln, später auch der Tourismus. Im Jahre 1930 lebten in Nimvorgut 158 Personen.[1]

Nimvorgut war zunächst eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Bischofteinitz. Nach der Annexion des Sudetenlandes 1938 durch das Deutsche Reich und der Besetzung der sogenannten Rest-Tschechei wurde das Dorf am 15. Juli 1939 nach Possigkau im Landkreis Markt Eisenstein eingemeindet und kam damit 1940 zum Landkreis Waldmünchen. 1945/46 wurden die deutschen Bewohner vertrieben. Das abgelegene Dorf wurde nicht wieder besiedelt und um 1955 von der tschechoslowakischen Verwaltung aufgegeben und zerstört, da es im Grenzsperrgebiet lag.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler, Eichstätt 1967

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 49° 28′ 7,2″ N, 12° 44′ 31,9″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. sud_bischofteinitz.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).