Ostentor

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Ostentor

Das Ostentor am Ostrand der Altstadt von Regensburg wurde um 1300 zum Schutz der sogenannten „Ostenvorstadt“ errichtet. Das gotische fünfgeschossige Bauwerk besteht aus einem viereckigen Turm mit zwei achteckigen Türmen an beiden Flanken. In den Obergeschossen sind Schießscharten und Gusserker zu sehen.

Als im Dreißigjährigen Krieg die Schweden unter Bernhard von Sachsen-Weimar Regensburg im November 1633 belagerten und dann am 15. November einnahmen, kam es bereits am 8. November zu einem Sturmangriff auf das Ostentor, bei dem eine Abteilung unter dem Oberstleutnant Nordhausen bereits die Fallbrücke des Tores innehatte und nur noch durch ein Gatter gehindert wurde, in die Stadt einzudringen. Wegen Pulvermangels scheiterte der Angriff, bei dem Nordhausen ums Leben kam. Seine Leiche fiel in die Hände der bayerischen Besatzungstruppen und wurde dem Rat der Stadt übergeben. Sein Begräbnis erfolgte auf dem Gesandtenfriedhof und war das erste von mehreren Begräbnissen hoher Offiziere, die dort erfolgten. Die Grabstätte ist nicht erhalten.[1][2]

Bis 1955 durchquerte die Linie 3 der Straßenbahn Regensburg, auch Schlachthoflinie genannt, das Bauwerk.[3]

Im Jahr 2007 wurde das Bauwerk unter Förderung des Freistaates Bayern umfassend innen und an der Fassade saniert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ostentor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Engerisser, Pavel Hrncirik: Nördlingen 1634. Die Schlacht bei Nördlingen, Wendepunkt de Dreißigjährigen Krieges. Späthling, Weißenstadt 2009; S. 35; ISBN 978-3-926621-78-8
  2. Klaus-Peter Rueß: Der Gesandtenfriedhof bei der Dreieinigkeitskirche in Regensburg, seine Entstehung und seine Baugeschichte. Staatliche Bibliothek Regensburg, Regensburg 2015, S. 67.
  3. http://eisenbahnfreunde-regenstauf.npage.de/regensburger-strassenbahn.html

Koordinaten: 49° 1′ 5″ N, 12° 6′ 28″ O