Partnerschaftsvermittlung

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Als Partnerschaftsvermittlung werden Unternehmen bezeichnet, die – meist gegen Entgelt – Kontakt zwischen Menschen vermitteln, die eine Partnerschaft wünschen.

Klassische Partnerschaftsvermittlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Anmeldung des Auftraggebers werden neben seinen persönlichen Daten wie Alter, Geschlecht und Aussehen auch persönliche Vorlieben aufgenommen, die bei der Partnersuche eine Rolle spielen können. Dies sind unter anderem Hautfarbe, beruflicher Status, Rauchgewohnheiten, Anzahl der Kinder.

Diese Daten werden mit den Daten potenzieller Partner verglichen, der Auftraggeber erhält danach Vermittlungsvorschläge. Entscheidet sich der Auftraggeber für eine oder mehrere Personen, so kann bei gegenseitigem Gefallen ein Treffen arrangiert werden.

Oftmals werden auch Partnerschaften mit ausländischen Personen in Aussicht gestellt. Dies kann insofern zu einem Problem werden, da sich besonders hier dubiose Anbieter hinter Angeboten verstecken, deren Ziel es ist, den Auftraggeber mit gefälschten Profilen dazu zu verleiten, exorbitante Zahlungen an den Anbieter zu leisten, mit dem Vorwand, dass die Reise in das jeweilige Land sehr teuer sei und die Abwicklung mit Behörden sehr kompliziert.

Andere Arten der Partnerschaftsvermittlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Anfänge der Partnervermittlung mittels Computer entstanden bereits in der 1950er Jahren in den USA.[1]

Neben der klassischen Partnerschaftsvermittlung haben sich in den letzten Jahren Online-Singlebörsen etabliert. Dort kann man sich anmelden und Partner selbst aussuchen. Alle angemeldeten Benutzer bekommen ein Benutzerprofil. Dort lassen sich relevante Daten eintragen, ein oder mehrere Fotos hinterlegen sowie Nachrichten senden und empfangen. Hinsichtlich der Qualität dieser Angebote gibt es jedoch große Unterschiede. Manchmal findet ein Matching der Profile statt.

Wirtschaftlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klassische Partnerschaftsvermittlungen sind aufgrund der Verwaltung der Mitglieder und persönlicher Beratung sehr kostenintensiv und können dem einzelnen Vermittler daher hohe Umsätze bringen.

Die Hälfte der alleinstehenden Deutschen ist – rein statistisch betrachtet – in Singlebörsen angemeldet,[2] die jedoch zu klassischen Partnerschaftsvermittlungen nur teilweise in Konkurrenz stehen.

Durch das Internet gibt es viele, auch kostenlose Möglichkeiten, doch sind diese meist durch eine hohe Unverbindlichkeit gekennzeichnet. Gleichwohl wird in diesem Bereich ein wachsender Markt gesehen.

Betrugsfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den seriösen Anbietern gibt es zahlreiche „Schwarze Schafe“.[3] Einige Anbieter versuchen die Nutzer mit nicht existierenden Personen zu locken.[4]

Ein 50-jähriger Bauer interessierte sich für Daniela, eine 30-jährige Kindergärtnerin vom Land, die in einem Inserat angepriesen wurde. Da eine solche Frau nicht tatsächlich existierte, fühlte sich der Mann "über den Tisch gezogen" und klagte die Augsburger Agentur. Nach rechtskräftigem Urteil muss das Unternehmen dem Bauern 1200 € rückerstatten.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Homberg: Computerliebe. Die Anfänge der elektronischen Partnervermittlung in den USA und in Westeuropa. In: Zeithistorische Forschungen. Studies in Contemporary History Online-Ausgabe, 17 (2020), H. 1. Abgerufen am 17. November 2021.
  2. Studie Online-Partnersuche auf zeit.de
  3. Stiftung Warentest: Singlebörsen im Test – Wo sich die Suche lohnt, in: test, Heft 03/2011, abgerufen am 3. Januar 2013
  4. Der Schmu mit den Singlebörsen. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2013. „Wer in den AGB einen Passus findet, der in etwa lautet: ‚Der Anbieter setzt Controller/innen ein, die unter mehreren Identitäten Dialoge führen können‘, muss damit rechnen, dass die Traumfrau in der Realität nicht existiert.“
  5. Deutscher Bauer bekommt Geld von Partnervermittlung zurück, derstandard.at, 29. Februar 2016, abgerufen am 1. März 2016.