Pendelatmung

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Ein Schnorchler im Wasser.

Als Pendelatmung wird im Tauchsport die Einatmung von bereits verbrauchter Luft und die daraus entstehende Gefahr der Bewusstlosigkeit durch einen Sauerstoffmangel bezeichnet.[1] Dieser Effekt tritt meist auf, wenn beim Tauchen oder Schnorcheln ein überlanger oder zu dicker Schnorchel verwendet wird. Aufgrund dieses Gefahrenpotenzials, das im Wesentlichen durch das Lungenvolumen des Tauchers bestimmt wird, sind die Maße der meisten Schnorchel auf 35 cm Länge und 2.8 cm Durchmesser beschränkt. (Für Kinder sollten kleinere Schnorchel verwendet werden.) Diese Maße ergeben ein Volumen von ca. 0,25 L Luft, was in etwa der Hälfte eines normalen Atemzuges (0,5 L) eines Erwachsenen entspricht.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Pendelatmung verbleibt die ausgeatmete Luft im Schnorchel und kann, aufgrund der Länge des Atemrohrs, nicht durch genügend Frischluft ersetzt werden. Der Taucher atmet beim nächsten Atemzug also die verbrauchte Luft wieder ein, die Luft „pendelt“ zurück.

Beispiel:

Ein erwachsener Mensch atmet pro Atemzug durchschnittlich ein Volumen von 0.5 L ein und wieder aus. Ein Schnorchel mit einer Länge von 35 cm und einem Durchmesser von 2.8 cm, enthält ein Volumen etwa 0.25 L. Dazu kommt noch ein Volumen von etwa 0.15 bis 0.2 L in den Atemwegen des Tauchers. Es werden also bei jedem Atemzug nur etwa 0.1 bis 0.05 L durch Frischluft ersetzt.[2] Etwa 0.4 bis 0.45 L sind reines Pendelvolumen, in dem der Sauerstoffanteil stetig abnimmt.

Auswirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pendelatmung führt meist schon nach wenigen Atemzügen, durch einen zu geringen Sauerstoffanteil in der Atemluft, zur Bewusstlosigkeit.[1] Im Wasser kann eine Bewusstlosigkeit (ohne sofortige Rettung) tödlich enden.

Auslassventil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theoretisch könnte das Problem der Pendelatmung bei einem überlangen Schnorchel durch ein Auslassventil mit Seitenauslass gelöst werden, wodurch die verbrauchte Atemluft direkt ausgestoßen werden kann.[2] Unter diesen Umständen würde die Atemluft im Schnorchel immer erneuert werden, da immer neue Luft angesaugt würde. Allerdings tritt bei größerer Tiefe ein Unterdruck im Schnorchel und damit auch in der Lunge auf. Dieser würde durch Flüssigkeitsansammlung in der Lunge das Ersticken (inneres Blaukommen) beziehungsweise durch Blutansammlung im Brustkorb eine Überlastung des Herzens bewirken, was zum Tod führen kann.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Schnorcheln, Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e. V., zugegriffen: 1. Juli 2012
  2. a b c Warum darf ein Schnorchel beim Tauchen nur höchstens 35 Zentimeter lang sein?, mareverlag GmbH & Co. oHG, Hamburg, zugegriffen: 1. Juli 2012
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