Peristaltischer Reflex

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Als peristaltischen Reflex bezeichnet man die reflektorische Kontraktion und Relaxation bestimmter Muskeln des Darmes, die zum Weitertransport des Darminhalts dienen. Dieser Reflex ist im Prinzip für die propulsive Peristaltik des Darms verantwortlich.

Ausgelöst wird der Reflex von intrinsischen, primär afferenten Neuronen (IPAN) in der Darmwand. Diese sind empfindlich für Dehnung, wie sie zum Beispiel durch den Darminhalt (Bolus) zustande kommt. Über cholinerge exzitatorische (d. h. erregende) Synapsen projiziert dieses Neuron auf mehrere Interneurone, die wiederum über die gleiche Art von Synapsen oral und aboral gelegene Motoneurone aktivieren. Oral gelegene Motoneurone bilden exzitatorische cholinerge Synapsen mit oral vom Bolus gelegener zirkulärer Muskulatur und aboral gelegene Motoneurone bilden inhibitorische Synapsen mit aboral vom Bolus gelegener zirkulärer Muskulatur mit den Neurotransmittern Stickstoffmonoxid und Vasointestinales Peptid. Außerdem werden vom ersten Interneuron Motoneurone aktiviert, die erregend auf die longitudinale Muskulatur projizieren. Im Endeffekt steigert sich damit der Tonus der oralen zirkulären Muskulatur, sowie der longitudinalen Muskulatur und der Tonus der aboralen zirkulären Muskulatur sinkt. Dadurch wird der Bolus weitertransportiert.[1]

In dieses System kann vom vegetativen Nervensystem eingegriffen werden: Auf die Motoneurone projizieren postganglionäre sympathische und präganglionäre parasympathische Neurone. Parasympathische Fasern erregen dabei die Motoneurone für die zirkuläre und longitudinale Muskulatur und hemmen die Motoneurone der Sphinkter, während sympathische Fasern genau das Gegenteil bewirken.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jan C. Behrends et al.: Duale Reihe: Physiologie. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-13-138413-3, S. 565.