Peter Obernburger

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Peter Obernburger (* um 1530[1] in Obernburg am Main; † 17. November[2] 1588 in Prag[3]); war Reichshofrat des Kaisers Rudolf II.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiser Rudolf II., seine Unterschrift von 1586 und sein Sekretsiegel für Böhmen, in dessen Diensten Peter Obernburger die letzten Jahre stand.[4]

Peter Obernburger ist der Neffe von Johannes Obernburger (um 1486–1552) und Sohn von Peter Obernburger (um 1500–1552), über seine Mutter ist uns nichts bekannt. Sein Vater war zuletzt Amtsvorstand der kurfürstlich mainzischen Registratur. Peter folgte seinem Onkel in die Fußstapfen, der als leitender Kanzleisekretär für Kaiser Karl V. tätig war.

Geboren und aufgewachsen ist Peter Obernburger vermutlich in Obernburg am Main, dessen Name sein Onkel statt des Familiennamens Schmid benutzte und mit dem er vom Kaiser geadelt wurde. 1548 ging Peter Obernburger zum Studium nach Ingolstadt, 1561 ist er dann durch seine Arbeit aus Bologna bekannt.

Wann er in des Kaisers Kanzleidienst kam, ist nicht genau belegt. Von 1552 bis 1553 ist er dann als Schreiber in der Reichskanzlei aus Urkunden nachweisbar. Ab 1554 bis 1556 und erneut von 1567 bis 1587 ist er Sekretär der kaiserlichen Kanzlei unter Kaiser Maximilian II. 1555 wird er in den Reichsadelsstand erhoben und erhält das kleine Palatinat. 1560 wird er als Sekretär der verstorbenen Königin von Ungarn und Böhmen in einer Urkunde genannt.[5] Für diese Arbeit stand ihm ab 1559 eine Leibrente von 87.600 Maravedís zu, die ihm in drei Margen ausgezahlt wurde.[5] Wie bei seinem Onkel wurden dabei viele Gelder über das Bankhaus Fugger transferiert, bei denen beide ein großes Konto hatten.

Seit 1562 bayerischer Hofrat hatte er dieses Amt bis 1567 inne. 1584 wird ihm die Edelmannsfreiheit zugestanden. 1587 unter Kaisers Rudolf II. steigt er auf und wird zum Reichshofrat ernannt.

Mit seinem Onkel Johann Obernburger zusammen, haben diese beiden Obernburger etwa 50 Jahre lang für drei verschiedene Kaiser Urkunden und Briefe unterzeichnet. Man findet den Namen und die Heimatstadt dieser Beamtensippe in jedem größeren Archiv und in jeder größeren Bibliothek.

Er war Inhaber der Hofmark[6] Train im Landgericht Vohburg. 1579 gelangte er nach dem Tod von Hanns Walhards von der Neustadt in den Besitz des Reichslehens des hessisch-kasselschen Holzhausens.[7] Mit dem Ort ist vermutlich aber das heutige Burgholzhausen vor der Höhe gemeint.[7]

Peter Obernburger war zweimal verheiratet, in erster Ehe mit einer Anna Müller, in zweiter Ehe mit einer gewissen Trainer, deren Vorname uns nicht überliefert ist. Beide Hochzeitsdaten sind ebenfalls nicht bekannt.

Die Familie Obernburger ist in der Stadt Obernburg durch ihre Stiftung einer Freischule bekannt, durch die jedes Kind in Obernburg im ausgehenden 16. Jahrhundert kostenlos die Schule besuchen konnte. Zu den Fächern gehörte auch Latein, bei dem besonders die begabten Schüler gefördert werden sollten. Durch Annahme des Namens Obernburg und ihre Kanzleitätigkeit für drei Kaiser des Reiches, machten sie den Namen der kleinen Stadt am Main weithin bekannt. Während sein Onkel gewürdigt ist, finden sich in der Stadt von ihm und seinem Vater kaum Spuren.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappendarstellung auf dem Epitaph von Vater und Onkel im alten Obernburger Kirchturm nahe dem Rathaus

Wie auf dem Epitaph seines Vaters und Onkels in Obernburg ersichtlich und im Aschaffenburger Wappenbuch[8] ausgewiesen, kann es wie folgt beschrieben werden: Das rot hinterlegte Wappen zeigt eine golden gekrönte silberne Säule mit angedeuteter Basis aber ohne Kapitell, die von zwei goldenen Greifen zu beiden Seiten gehalten wird.[9] Der Helmzier besteht aus zwei roten Flügeln, die mit je einer Säule belegt ist und zeigt dazwischen einen goldenen Greifenstumpf. Beides spielt auf die Machtausübung der Habsburger an, wo Greif und Herkulessäule Schildhalter des österreichischen bzw. spanischen Wappenschildes sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Bosl: BOSL's Bayerische Biographie. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0792-2, S. 556
  • Pleikard Joseph Stumpf: Bayern: Ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches. München 1852, S. 885

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geburtsjahr unsicher, vermutet aus Studienbeginn 1548
  2. Verschiedentlich wird auch der 16. November genannt
  3. Documenta Rudolphina: Peter Obernburger
  4. Posse: Die Siegel der Deutschen Kaiser und Könige. Bd. 3, Tafel 38, Nr. 9
  5. a b Notizen zu Peter Obernburger in: Historische Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften: Band XXI: Oberdeutsche Kaufleute in Sevilla und Cadiz (1525–1560), Franz Steiner Verlag Wiesbaden, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07740-5. Urkunden 848, 898, 914 u. a.
  6. Ist ein abgegrenzter Bezirk einer Grundherrschaft mit dem Recht zur (begrenzten) niederen Gerichtsbarkeit
  7. a b Holzhausische Streit-Sache in: Anton Faber: Achtes Haupt-Register der Europäischen Staats-Cantzley, Nürnberg 1754, S. 243–255
  8. Alfred F. Wolfert: Aschaffenburger Wappenbuch, Hrsg.: Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V., Aschaffenburg-Goldach 1983, S. 236 und T67-I-5
  9. Wappenbuch von Johannes Baptista Rietstap: Armorial general. Gouda 1884–1887, 4-bändiger Nachdruck Lyon (o. J.), Band 3, S. 333