Philip Verheyen

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Philip Verheyen, aus seinem Werk Corporis Humani Anatomia
Illustration der Corporis Humani Anatomia

Philip Verheyen (* 23. April 1648 in Verrebroek; † 28. Januar 1710 in Löwen) war ein flämischer Chirurg, Anatom und Autor.

Er wurde als drittes von sieben Kindern in Verrebroek, im heutigen Belgien, geboren [1] (wahrscheinlich im Hause seiner Eltern, dass sich auf ihrem Grundstück in einer Gegend namens "Borring" befand, in der Nähe der Grenze zu Meerdonk), seiner Eltern Thomas Verheyen und Joanna Goeman. Er wurde in der Pfarrkirche in Verrebroek am 24.April 1648 getauft. Über seine Kindheit ist nur bekannt, dass er als Kuhhirte arbeitete, und Lesen und Schreiben in der lokalen Pfarrschule lernte. Die Einheimischen erzählen, dass er solch ein hervorragendes Gedächtnis hatte, dass er die Predigten des Pastors nach der Sonntagsmesse wiedergeben konnte.

The Dorfpastor nahm ihn in seine Obhut und schickte ihn 1672 nach Löwen, wo er 3 Jahre das Collegium Sanctae Trinitatis (Dreifaltigkeitskolleg) der alten Universität Löwen besuchte.[2]

Nach dem Abschluss seiner Studien in den freien Künsten 1675, studierte Verheyen Theologie in der Absicht, in die Fußstapfen seines Mentors zu treten und Priester zu werden. Ein Verhängnis zwang ihn zur Amputation seines linken Beines, so dass er nicht Priester werden konnte. Dieses Ereignis war von großer Bedeutung für den weiteren Verlauf seines Lebens.[3]

Daraufhin schlug er eine medizinische Karriere ein, setzte anfänglich seine Studien am Dreifaltigkeitskolleg fort und studierte von 1681 bis 1683 in Leiden. Im Jahre 1683 kehrte er nach Leuven zurück, und erhielt eine Doktoratsstelle für Medizin. Er hielt Vorlesungen in Anatomie und Chirurgie und praktizierte als Arzt. Als Ergebnis seiner zahlreichen Veröffentlichungen, erwarb er für einen kurzen Zeitraum im In- und Ausland hohes Ansehen.[3] Im Jahr 1693 erschien seine erste Veröffentlichung seiner Corporis Humani Anatomia.

Philippe Verheyen starb im November 1710 und wurde auf dem Friedhof der St.-Michaels-Kirche in Leuven beerdigt. Vor seinem Tod gab er Anweisungen, seinen Körper außerhalb des Friedhofs zu bestatten, um das Gebäude nicht mit „ungesunden Dämpfen“ zu infizieren.[4]

Illustration einer Rezension der Corporis humani anatomia... veröffentlicht in Acta Eruditorum, 1693
Illustration einer Rezension der Corporis humani anatomia... veröffentlicht in Acta Eruditorum, 1693

1862 veranstaltete sein Geburtsort Verrebroek eine Gedenkfeier zu seinem Leben und Schaffen.[5]

Herkunft der Bezeichnung Achillessehne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Verheyen geht der Name der größten und stärksten Sehne des Menschen zurück, die er in seinem Werk 1693 als „Strang des Achilles“ bezeichnete. Ein deutscher Chirurg wandelte diese später in 'Achillessehne' ab.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Suy, Raphael M. E.: Philip Verheyen (1648-1710) and his Corporis Humani Anatomiae. In: Acta Chir Belg. 2007. Abgerufen im 28 January 2015.
  2. Pollier-Green, Pascale: Confronting Mortality with Art and Science. Asp, 2008, S. 76.
  3. a b LINDEBOOM, Dutch medical biography, p. 2046
  4. Emory, John: The Works of the Reverend John Wesley, A. M.. Methodist Episcopal Church, 1831, S. 583.
  5. HOORNAERT, Louis, Philip Verheyens verheerlijking (1863), p. 15
  6. Karenberg, Axel: Fachsprache Medizin im Schnellkurs: für Studium und Berufspraxis. Schattauer, 2007, S. 64.