Philomela

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Philomele)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der mythologischen Tochter des Pandion. Für weitere Gestalten und Bedeutungen siehe Philomela (Begriffsklärung).
Philomela, geleitet von Prokne, weist Tereus das Haupt des Itys (Ölbild von Peter Paul Rubens)

Philomela (griechisch Φιλομήλα, die Freundin der Herden) oder Philomele ist eine Figur der griechischen Mythologie. Sie war eine Tochter des attischen Königs Pandion und seiner Gemahlin Zeuxippe; ihre Geschwister waren Prokne, Erechtheus und Butes.

Mythos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Dank für seine Hilfe gegen die Thebaner hatte der Thrakerkönig Tereus von Pandion, dem Herrscher Athens, dessen Tochter Prokne zur Frau erhalten. Doch Tereus begehrte auch deren Schwester Philomela. Er verschleppte sie in einen tief im Wald gelegenen Stall und vergewaltigte sie. Damit sie ihn nicht verraten konnte, schnitt er ihr die Zunge heraus und hielt sie hernach an jenem Ort gefangen.

Philomela aber war eine Weberin, und so fertigte sie ein Gewand für ihre Schwester Prokne, in das sie die Bilder ihrer Leidensgeschichte einwob. Prokne verstand die Botschaft und befreite Philomela aus ihrem Waldgefängnis.

Es war gerade die Zeit der wüsten nächtlichen Feiern des Weingottes, Prokne raste mit den Bakchantinnen durch den Wald und riss ihre Schwester mit. Die beiden Frauen zerstückelten als Rache Tereus' und Proknes gemeinsamen Sohn Itys, kochten dessen Glieder und setzten sie Tereus zum Mahle vor; der König erkannte erst, was er gegessen hatte, als ihm Philomela das Haupt seines Sohnes zuwarf. Mit gezücktem Schwert verfolgte er die Schwestern. Um dem Töten Einhalt zu gebieten, verwandelte Zeus sie alle zu Vögeln: Philomela in eine Schwalbe, Prokne in eine Nachtigall, und Tereus in einen Wiedehopf.

Tereus schneidet Philomela die Zunge heraus. Holzschnitt zu Ovids Metamorphosen v. Virgil Solis (1514–1562)

In späteren Überlieferungen wurde die Zuordnung der Vögel verändert: Tereus soll zum Habicht geworden sein, und Philomela zur Nachtigall, die mit dem Ruf „ityn, ityn“ das Opfer beklagt. Letztere Variante entstammt aber vermutlich der Geschichte von Aëdon, die ihren Sohn Itylos tötete.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Philomela, Tereus und Prokne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien